Herbert Feuerstein gilt vielen als Humor-Genie. Dass er auch durch einen Opernabend führen kann, beweist er in Hagen.
Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte. Also hat Suse Wächter, eine von Deutschlands renommiertesten PuppenbauerInnen und -spielerInnen ihren Brecht in Oberhausen in eine Schlaflandschaft gebettet, von wo aus das Publikum einer seiner denkwürdigen Theaterproben beiwohnen darf, während der Meister per Zeitmaschine ins 21. Jahrhundert katapultiert wird und dort seltsame Erfahrungen machen darf.
Komm auf die Schaukel Lady, wir schaukeln uns in ungeahnte Höhen. Die Welt ist ein Rummelplatz, und Feldherr Macbeth kann ein Stück vom Paradiese sehen und denkt, er zahlt nur nen Groschen dafür.
Die „Roaring Twenties“, die rauschhaft ausschweifenden 20er Jahre, sind ein Thema, an dem ihr Herz hängt. Erstmals konnte sich das Publikum vor gut einem Jahr bei den „Comedian Harmonists“ davon überzeugen. Regisseurin Sandra Wissmann gab mit ihnen einen Musical-Einstand am Gelsenkirchener Musiktheater, der sich gewaschen hatte.
Als eines Tages am Strand der Insel Titiwu ein Eisberg aus der Eiszeit mit einem großen Ei angeschwemmt wird, ist dies ein großer Tag für den Naturkundeprofessor Habakuk Tibatong. Der lebt dort mit seinen Tieren und hat ihnen das Sprechen beigebracht und sucht einen Beweis für seine Theorie von einem Bindeglied zwischen Dinosauriern und Säugetieren, dem sogenannten Urmel.
Irgendwo im Land der Zwiebeln träumt sich ein Mann durchs Leben, eine Handvoll Geister begleiten ihn dabei, rauben seine Persönlichkeit, spielen seine Spiele, leben seine Träume, treiben ihn durch die Welt. Intendant Kay Voges inszeniert in Dortmund Ibsens „Peer Gynt“, losgelöst von skandinavischem Mythos, eingebettet in einen New Yorker Soundteppich, in einem Wasserbecken für Schwimmanfänger, das einem Waschzuber für Seelen gleicht.
Alles beginnt auf einem Jahrmarkt: In einer Freakshow entdeckt der Londoner Arzt Dr. Treves den jungen John Merrick, der seinen Lebensunterhalt als sogenannter „Elefantenmensch“ verdient – begafft von Jung und Alt als unfassbare Laune der Natur. Dr. Treves‘ wissenschaftliches Interesse ist geweckt. Doch Begaffter und Begaffende – wer ist das Monster?
Er gilt als das Ruhrgebiets-Original schlechthin, der 1923 in Koblenz geborene und 1994 in Herne gestorbene Jürgen von Manger, auch bekannt als Adolf Tegtmeier. Mit seinem Käppi, einem Hamburger Elbsegler, auf dem Kopf, der charakteristischen Mimik, die einer einseitigen Gesichtslähmung geschuldet war und seinem breit gezogenen Ruhrpott-Slang gehört er nach wie vor zu den Galionsfiguren der Region, einer, der sich „Mensch bleiben“ auf die Fahne geschrieben hatte.
Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. Denkste. Auch wenn Sibylle Broll-Pape ihren „Othello“ quasi unter dieses Motto stellte, löste die Inszenierung diese Anfangsbehauptung nicht ein.
Um ein Haar wäre nichts daraus geworden – aus dem ganzen Kult um das schöne Monster Rocky, den außerirdischen Transvestiten Frank’n‘Furter und sein schrilles Horrorschloss. Denn als Richard O‘Brian und Jim Sharman 1975 ihr Musical „The Rocky Horror Show“ nach knapp zwei erfolgreichen Jahren auf der Bühne ins Kino brachten, da wollte es dort kaum jemand sehen.

„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
Abstieg in die Fleischerei
„Faulender Mond“ am Essener Grillo-Theater – Prolog 05/26
„Ich habe mich ausgetobt in verschiedenen Genres“
Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26
Kampf, Hoffnung, Überleben
„Burning City“ am Tanzhaus NRW – Tanz an der Ruhr 03/26
„Man muss in den eigenen Abgrund blicken“
Marie Schleef über „The Lottery“ am Essener Grillo Theater – Premiere 03/26
Zerbrechliche Landschaften
Elfriede Jelineks „Winterreise“ am Schauspielhaus Dortmund – Prolog 03/26
Weisheit, frei erfunden
„Tyll“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 02/26
„Die KI wird nicht mehr verschwinden“
Karsten Dahlem inszeniert „Der Sandmann“ am Schauspiel Wuppertal – Interview 02/26
Gemeinsam gegen einsam
„Wo sind denn alle?“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 02/26
Bett trifft Ballett
„Frida“ am Dortmunder Ballett – Tanz an der Ruhr 02/26
„Das Stück stellt uns vor ein Dilemma“
Regisseurin Mateja Koležnik über „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ in Bochum – Premiere 02/26
„Ein ungewöhnlicher Frauencharakter“
Dramaturgin Patricia Knebel über die Oper „Die Fritjof-Saga“ am Essener Aalto-Theater – Interview 02/26
Witz, Tempo, Herz
Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ in der Oper Dortmund - Bühne 02/26
Zurück in den Sumpf!
Jean-Philippe Rameaus „Platée“ am Theater Hagen – Bühne 02/26
Das eigentliche Böse
„Deep Sea Baby“ im Mülheimer Ringlokschuppen Ruhr – Prolog 01/26
„Eine Referenz auf Orte im Globalen Süden“
Regisseur:in Marguerite Windblut über „Der Berg“ am Essener Grillo-Theater – Premiere 01/26
Die Flut aus toten Körpern
„Staubfrau“ am Theater Oberhausen – Prolog 01/26
Manischer Maskenball
„Delirious Night“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 01/26
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
Der böse Schein
„Söhne“ in der Moerser Kapelle – Prolog 12/25