Wenn altbekannte Strukturen wegbrechen, kann man ihnen nachtrauern – oder sie hinterfragen. Die diesjährige Ausgabe des Festivals Tanz NRW findet vom 8. bis 18. Mai in neun Städten statt. In 16 Produktionen, darunter zwei Uraufführungen, suchen die teils internationalen Kompanien nach neuen Werten und Beziehungsformen, sei es in Bezug auf koloniale Traumata oder Geschlechteridentitäten.
Performer:in und Dramaturg:in Thaddäus Maria Jungmann etwa befasst sich mit diskriminierenden Erfahrungen als queere Person in einem Logistikzentrum. In der Solo-Tanzperformance „Jungmann/ Jungklaus“ lassen er:sie und Dramaturgin Daniela Riebesam zwei Körper aufeinandertreffen – den von Jungmann und einen 3.000 Kilogramm schweren Gabelstapler –, um das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine zu „entmännlichen“ oder zu „verqueeren“.
Um Sorgetätigkeiten geht es in „Service und Gefühl“ von Elsa Artmann und dem Ensemble Sanfte Arbeit. Mit Tanz, Musik und Sprache gehen die Performer:innen dem Zusammentreffen von Gefühlen und Dienstleistungen nach.
Bei „Orchidee & Lotus Fight Club“ von Raymond Liew Jin Pin werden zwei Produktionen hintereinander gezeigt: „Orchidee“ verbindet traditionelle südostasiatische Tänze mit den Bewegungen der queeren Diaspora. „Lotus Fight Club“ nutzt die Peitsche als Symbol für das Sodomiegesetz zur Kolonialzeit in Malaysia, um nach Formen des Zusammenlebens und Praktiken des Widerstands zu suchen.
Festival Tanz NRW 2025 | 8.-18.5. | div. Orte in NRW | www.tanz-nrw-aktuell.de
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