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GuteNachrichten fürs Gemeinwohl

20. August 2019

LeserInnen-Fundstücke an gut@trailer-ruhr.de

Das GuteNachrichten-Team: Katja Egler und Sarah Maiwald

Die steile trailer-These: Unsere Welt ist die beste aller bisherigen.

Die öffentliche Wahrnehmung  ist leider oft eine andere. Wir wollen diese Negativ-Atmosphäre durchbrechen und mit guten Nachrichten fürs Gemeinwohl eine Art Gegengift anbieten: MeinungsMagazine trailer-ruhr, engels und choices mit der Kraft unserer Medien an Rhein und Ruhr.

Wir halten es für unsere verlegerische Pflicht, unseren LeserInnen Mut zu machen. Die Dimension von schlechten Nachrichten auf allen Kanälen schafft im Bewusstsein der Menschen eine Art Ausweglosigkeit. Das überbordend Negative, Hass, Rassismus und Diskriminierung führen zur Zerstörung von Engagement, Solidarität und Demokratie. Wer wünscht sich nicht häufiger gute Nachrichten fürs Gemeinwohl?!

Wir wünschen unseren LeserInnen Freude und Ermutigung bei der Lektüre der Beiträge. Ein QR-Code in den Printausgaben führt zu dieser Online-Version.

Gute Nachrichten fürs Gemeinwohl.
Seid realistisch, fordert das Unmögliche !

Wir freuen uns auf Leserpost mit neuen Guten Nachrichten, an
gut@trailer-ruhr.de.

 

 


Foto: Steven HWG/Unsplash

Kanada: Neuer Ansatz für Leben mit Demenz

In der Stadt Langley, gelegen im Großraum Vancouver, wurde ein Dorf errichtet, speziell für Menschen mit Demenz und Alzheimer. Es wurde ein kontrollierter Ort geschaffen, indem die Bewohner*innen sich relativ frei bewegen können – ohne geschlossene Türen oder einer Krankenhausatmosphäre. Elroy Jespersen, Vice Präsident, möchte, dass sich die Patient*innen genauso selbstständig fühlen wie gesunde Menschen. Die Bewohner*innen können sich frei durch Gärten und Einrichtungen, wie Friseursalons, Cafés und Supermärkten bewegen. Zu ihrer Sicherheit ist das etwa 4000 m² große Gelände jedoch mit einem über zwei Meter hohen Zaun umrundet und ihre Bewegungen werden mit einem Armband getrackt. Der Bau von „The Village“ wurde im März 2018 begonnen. Seit seiner Eröffnung im August sind mehrere Duzend Menschen eingezogen. Insgesamt können bis zu 78 Patient*innen in der Gemeinde leben, die jeweils zu zwölft in einem Haus wohnen, zusammen mit Pfelegepersonal. Gehostet wird das Projekt von der British Columbia Community, die auf eine Unterstützung durch die Regierung hoffen, denn so können die Mieten in Zukunft hoffentlich gesenkt werden: Aktuell beträgt die Miete bis zu 8,300 kanadische Dollar; das entspricht in etwa 5,800 Euro.

In Kanada ist es das erste seiner Art, ein ähnliches Konzept wurde bereits in den Niederlanden umgesetzt: Die Gemeinde De Hogeweyk nahe Amsterdam war 2009 das erste Dorf für Demenzpatient*innen weltweit. Die Idee basiert darauf, dass sich die Menschen am besten fühlten, wenn sie in einer gewohnten Umgebung zusammen mit ihnen ähnlichen Menschen sein konnten. Das Modell sei erfolgreich, denn die Anwohner*innen seien gesünder, bräuchten weniger Medikamente und würdeN länger als andere Demenzkranke leben. Auch die Umstellung zum Leben im Dorf würde den Menschen leichter fallen, als zu anderen Pflegeheimen. Das niederländische Modell bietet zudem verschiedene Hausmodelle an, die an die verschiedenen Lebensstile angepasst sind, wie ein Hausmodell für Menschen aus dem urbanen Raum, für Hausfrauen und –männer, für Menschen aus dem Kulturbetrieb oder für christliche Bewohner*innen. So fiele die Umstellung nochmal leichter. Auch die Pfleger*innen sind nicht als diese zu erkennen, sie tragen keine Uniformen. Die Grundidee könnte nicht nur für Demenzkrank interessant sein, sondern generell für die Altenpflege.


Autorin: Katja Egler

Quelle: CBC, Jobs-intensivpflege

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Foto:Gaelle Marcel/Unsplash

Kassel: Umweltfreundliches Konfetti

Aus einem Uni-Projekt ist „Saatgut Konfetti“ entstanden: Konfetti aus kompostierbarer Stärke, das 26 heimische Pflanzensamen enthält. Diese sind Lichtkeimer und müssen nicht vergraben werden, um zu blühen. Statt eine Umweltverschutzung zu sein, schafft das Konfetti Heimat und Nahrung für Bienen und Insekten. „Für die Biodiversität, die Bienen und zum Spaß“ lautet der Slogan des Unternehmens. Das Konfetti ist mit natürlichen Farbstoffen eingefärbt, vegan und bio-zertifiziert. Laut Webseite wollen die Gründer*innen zeigen, „dass Konsumgüter auch einen Bildungsauftrag haben können ohne angestaubt zu wirken. Dass sie positive Denkanstöße liefern können.“

Das Projekt erhielt von Anfang an großen Unterstützung: aus der Idee wurde ein Uniprojekt, aus dem Projekt eine Crowdfunding-Kampagne, die ihr Ziel von 15.000 Euro locker erreichte und ein Startkapital von 27,000 Euro vorzeigen konnte. Seitdem erfährt das Konfetti große Beliebtheit sowohl bei Privatpersonen, als auch großen Unternehmen und Festivals. Zudem erhielt das Saatgut Konfetti auch Preise, wie unter anderem den Green Concept Award Winner 2019.

 

Autorin: Katja Egler

Quelle: Saatgut Konfetti

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Foto: ThisisEngineering RAEng/Unsplash

Deutschland: Digitalisierung schafft mehr Jobs für Menschen mit Behinderung

Wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, kann Digitalisierung Inklusion erleichtern – also Jobs für Menschen mit Behinderung schaffen, als auch die Arbeit bereits beschäftigter Menschen erleichtern. Die Studie zeigt, dass Unternehmen, die vermehrt mit digitalen Technologien arbeiten, häufiger Menschen mit Behinderung beschäftigen. Insgesamt 55% der deutschen Unternehmen haben in den letzten fünf Jahren mindestens einen Menschen mit Behinderung beschäftigt. Jeder fünfte Betrieb nutzt Technologien, um gezielt den Arbeitsalltag von Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Dies kann durch Smartphones, barrierefreie Verwaltungssoftwares und Lernvideos ermöglicht werden. Laut der Studie richten sich die Angebote aber noch vor allem an Körperbehinderungen und weniger an psychische Beeinträchtigungen.

Unternehmen mit einer technischen Affinität fällt es leichter ihre Software so anzupassen, dass diese auch jede*r nutzen kann. Jedoch gibt es Unterschiede in der Unternehmensgröße und dem Arbeitssektor: Nahezu alle großen Unternehmen stellen Menschen mit Behinderung ein, während kleinere Betriebe einen geringeren Beschäftigungsanteil aufweisen. Dies hängt wahrscheinlich sowohl mit einem Wissensvorsprung als auch mit dem Zugang zu Ressourcen zusammen. Weitere Unterschiede lassen sich in den Sektoren ausmachen. Während es im Dienstleistungssektor generell einfacher ist Menschen mit Behinderung einzustellen, weisen gerade der Industrie- und Bausektor größere Hürden auf, wenn es darum geht über Digitalisierung Inklusion zu schaffen. Ein weiteres Problem stellt die Informationslage dar: 40% der Betriebe fühlen sich nicht ausreichend über rechtliche Bedingungen und finanzielle Unterstützungen informiert. Dafür gibt es unter anderem Portale wie Kofa.de und Rehadat.de, die Informationen über Inklusion am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen.

Als Grundlage für die Studie dient eine repräsentative Online-Befragung von 1.226 Unternehmen aus Industrie- und Dienstleistungsbranchen. Laut der Bundesagentur für Arbeit wurden in den letzen Jahren zudem auch vermehrt Schwerbehinderte angestellt.

 

Autorin: Katja Egler

Quelle: IW, Handelsblatt

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Foto: Erik Witsoe/Unsplash/Unsplash

Deutschland: Förderung gegen das Kinosterben

Schon vor dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren viele, vor allem ländliche Kinos vor dem Aussterben bedroht. Deswegen hat der Bund geplant 17 Millionen Euro Bund in das "Zukunftsprogramm Kino" von Kulturstaatsministerin Monika Grütter zu investieren. Das Förderprogramm will vor allem kleine, ländliche Kinos unterstützen und ihr Aussterben verhindern. Gefördert werden nachhaltige Maßnahmen für die Zukunftsfähigkeit der Kinos, wie neue Technik, Barrierefreiheit und Energieeffizienz.

Vor dem Hintergrund der Eindämmung des Corona-Virus haben viele kulturelle Einrichtungen wie Kinos, Theater, Galerien und Museen gerade immense finanzielle Einbrüche, die teilweise existenzbedrohend sein können. Die Landesregierung NRW hat dafür im März einen Rettungsschirm von 25 Milliarden Euro beschlossen für direkte und indirekte Folgen der Pandemie. Zusätzlich hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft eine Soforthilfe eingerichtet. Diese umfasst fünf Millionen Euro für freischaffende Künstler*innen, die durch abgesagte Veranstaltungen finanzielle Probleme haben. Bis zu 2,000 Euro können per Formular bei der zuständigen Bezirksregierung beantragt werden – und müssen nicht zurückgezahlt werden. Zudem werden reguläre Förderverfahren angepasst: Bewilligte Förderungen werden ausgezahlt, Ausfallkosten können als Ausgaben anerkannt werden.

 

Autorin: Katja Egler

Quelle: Tagesschau, MKW

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