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Fragen der Zeit      Zukunft JETZT

FRAGEN DER ZEIT
Redaktionsskizze: wie trailer & Co. das jeweils nächste Thema planen.

Drei Magazine in NRW – ein THEMA

Bild: Kateryna Kovarzh / Adobe Stock

Ende der Religion? Im vorigen Jahrhundert lautete eine prominent vertretene These, Religion sei auf dem Rückzug, Menschen und Gesellschaften orientierten sich zunehmend weltlich statt geistlich. Von wegen. Global gesehen finden Religionen ungebrochen überwältigenden Zuspruch. In Deutschland, gewiss kein religiöser Hotspot, gibt es vielleicht keine mächtigeren nicht-staatlichen Institutionen als die beiden großen Kirchen mit ihren weitverzweigten Institutionen; durch Abgaben und Umlagen sind auch jene Teil dieses Geflechts, die aus den Kirchen längst ausgetreten sind oder ihnen nie angehörten – ein wahrhaft atheistischer, agnostischer oder kirchen-ferner (öffentlicher) Raum scheint nicht in Sicht. Glaubensgemeinschaften prägen die Gesellschaften. Die inneren Widersprüche der Religionen sind offenbar. Beispielsweise 1) predigt das Christentum Nächstenliebe, einen auch humanistisch zu nennenden Wert. Der Vatikan allerdings ist die einzige eindeutige Nicht-Demokratie in Europa, die zudem die europäische Menschenrechtskonvention nicht anerkennt. 2) Die Bewahrung der Schöpfung fordert die Bibel vom Menschen ebenso, wie sie dessen Selbstermächtigung über die Natur legitimiert. Wie es mit den großen Gedankengebäuden so ist: Mit Religion scheint alles möglich, im Guten wie im Schlechten. Erweist sie sich eher als Konflikt- oder als Friedensquelle?

 

Teil 1: RÜCKZUG AUS DER VERANTWORTUNG


Die Weltreligionen erfreuen sich großen Zulaufs, namentlich Strömungen des Christentums sind mittlerweile in Asien und Afrika weit verbreitet. Und vermehrte Kirchenaustritte bedeuten nicht, dass spirituelle Bedürfnisse abnähmen. Eher entscheiden sich Gläubige bewusst für eine Religion ihrer Wahl. Auch Synkretismen sind beliebt: Nicht die einzelne Religion wird anerkannt, sondern Bausteine aus diversen werden zusammengefügt. So kann beispielsweise aus Buddhismus, Schamanismus, Christentum und 'Geisterglaube' geschöpft werden, was es zum eigenen Seelenwohl braucht. Vermutlich geht dem keineswegs in jedem Fall eine ernste und umfassende Auseinandersetzung mit den Traditionen voraus – aber das gilt für jegliche Weltanschauung. Und was Menschen aus diesen Traditionen beziehen, mag nicht nur ihnen zugute kommen, sondern auch der Gesellschaft, dessen Teil sie sind.

 

Teil 2: RETTUNG DER SEELE

 

Immerhin: Zu Warnhinweisen gegen rassistische, verleumderische und hetzerische Botschaften ringen sich Facebook oder Twitter mittlerweile durch, auch zu Löschungen von zugehörigen „nicht-authentischen“ Profilen. Wenn sie das nicht aus eigener Überzeugung tun, dann doch auf Druck abspringender Anzeigenkunden. Wer aber kontrolliert die Kontrolleure? Wie privat sind Konzerne, die maßgeblich und nach geheimen Algorithmen die öffentliche Willensbildung beeinflussen und die (s. Google) darüber hinaus, durch 'Spenden' und 'Bildungsangebote', längst journalistische Verlage und Medien an sich binden? Wie sähe eine angemessene, demokratische Kontrolle der sozialen Netze aus? Wie unabhängig müssen sie von politischer Einflussnahme bleiben?

 

Teil 3: MIT FEUER UND SCHWERT


Das zerstörerische Potential der Religionen ist offenbar. Heute terrorisieren christliche Milizen das zentrale Afrika, radikale Christen in den USA setzen Abtreibungsbefürworter unter Druck, erschießen gar Ärzte, ein Großteil der indischen Bevölkerung ächzt weiterhin unter dem offiziell überwundenen Kastensystem. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem extremistischen Islamismus. Ein Großteil der in Deutschland lebenden Muslime sind sog. Kulturmuslime, die analog den Kulturchristen keineswegs besonders fromm sind („belonging without believing“). Vieles spricht dafür, dass das (ablehnende) Label „Muslime“, das sie verpasst bekommen, die Selbstidentifikation als Muslime fördert. Zur Problemgruppe erklärt, reagieren auch bislang Unbeteiligte mit Trotz und Widerstand – nicht überraschend. Aber Vorsicht: Das taugt auch, die Verantwortung der muslimischen Gemeinschaften und Verbände wegzureden, die Verantwortung, Stellung zu beziehen und sich sichtbar gegen eine Korrumpierung ihrer Religion zu stellen.


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