Vom Gärtnern versteht Robert nicht das Geringste. Er ist immer Chef gewesen, hat die Drecksarbeit an Andere delegiert. Nun will er plötzlich alles selber machen im Garten seines Elternhauses, das er gerade zurückgekauft hat.
Bei der Premiere war das Haus voll – voller Erwachsener. Das „panische Kammerspiel für alle ab 8 Jahre“ von Hartmut El Kurdi handelt von Jennifer, die von ihrer arbeitenden und anscheinend auch alleinerziehenden Mutter (zu) oft alleine gelassen wird, weshalb sie sich mit sich selbst beschäftigen muss, was Fernsehen und haufenweise ungesundes Zeug mampfen heißt.
Was macht ein kleines Theater, wenn es keine Drehbühne hat. Es lässt die Schauspieler ackern. Wie zu Zeiten eines Jean-Baptiste Poquelin (1622-1673), der als junger Schauspieler sein Ensemble auf Karren durch französische Landschaften trieb und dabei sicher auch dem einen oder anderen Quacksalber begegnete.
Still, ganz still ist es auf Tauris, wohin es die Königstochter Iphigenie verschlagen hat, nur das Rauschen des Meeres ist zu hören und zu sehen. Per Video auf Stoffbahnen stürzt sich ab und zu glühende Lava ins Meer, erkaltet unhörbar zischend.
In Oberhausen werden die Zuschauer zu Agenten des Theaters. Sie sollen die unerhörten Vorgänge um einen gewissen Fürst Myschkin belauschen, doch die Luft im Raum ist voller Musik.
Ein Gabelstapler galoppiert durch die Nacht. Es ist der arme Leonardo, der seine Geliebte verloren hat, der nicht mithalten konnte im Hochzeitsreigen der Großgrundbesitzer, der als Ersatz die Cousine heiratet, am Ende sein Leben lässt und dennoch die grausamen Rituale von Unterdrückung und Zwangsverheiratung nicht aufhalten kann.
Seit zwei Jahrzehnten zeigt das Theater Festival Impulse des NRW Kultursekretariats die wichtigsten Theaterproduktionen aus dem deutschsprachigen Raum, die außerhalb der Stadttheater produziert wurden.
Das Leben ist eine Einbahnstraße verpasster Chancen. Niemand sollte darüber jammern, denn keiner schafft es nichts zu verpassen, nicht einmal Gott.
„Jetzt erst begriff Karl Rossmann die Größe Amerikas“ - der Held in Kafkas Romanfragment „Amerika“ hat nach einer langen Odyssee durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Zuflucht beim Naturtheater Oklahoma gefunden.
„Jupp, du bis mich einen!“ sagt Omma gerne. Doktor Stratmann hat die Sprechblasen geschrieben, die in einem von Christina Groth-Lindenberg liebevoll und gekonnt illustriertem Buch zu bewundern sind. „Pilz inne Buxe“ heißt der „heitere medizinische Comic“, der mehr über die Ruhrgebiets-Mentalität verrät als manche kluge Abhandlung.

„In so einer revolutionären Situation sind wir heute nicht“
Regisseur Matthias Heße über „Die Zofen“ am Schlosstheater Moers – Premiere 09/26
Eine Welt aus Mensch und Maschine
Spielzeiteröffnung im Theater an der Ruhr – Prolog 09/26
Der verdrängte Müll
„Waste Me“ in Pact Zollverein – Tanz an der Ruhr 09/26
Zwischen Identität und Instrumentalisierung
„Back to Kidal“ bei der Ruhrtriennale – Tanz an der Ruhr 08/26
Ein Straßenfeger im Osten des Reviers
33. Festival Welttheater der Straße in Schwerte – Prolog 08/26
Dauerbrenner unter freiem Himmel
Das NN Theater Freiluftfestival 2026
„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26
Der Tod am Anfang
„Radio and Juliet“ am Theater Dortmund – Tanz an der Ruhr 05/26
Die Umschulung des Übels
„Adams Äpfel“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 05/26
„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
Abstieg in die Fleischerei
„Faulender Mond“ am Essener Grillo-Theater – Prolog 05/26
„Ich habe mich ausgetobt in verschiedenen Genres“
Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26