Ein elektrochemischer Strom gießt sich über einen Stadtteil an der Ruhr und reißt im Geiste alles mit, was sich ihm in den Weg stellt. Werden sich Zuschauer diesem Spektakel stellen, freiwillig? Im November beginnt die Reise durch die Galvanische Zone am Kopstadtplatz. Zwischen zuckenden Mülltonnen und immer begleitet von einer vibrierenden Tonspur begeben sich die forschenden Besucher auf unterschiedliche Parcours durch das Essener Nordviertel.In dieser Zone geschehen seltsame Dinge, es gibt rätselhafte Erscheinungen. Auf der unsichtbaren Ebene aus Sound, Text und Installationen soll die Oberfläche der Stadt durchdrungen werden, um so einen Blicke hinter den Schleier des Scheinbaren zu werfen.
Denn die Stadt selbst ist die Batterie für denelektrochemischen Stromder Zivilisation. Wie in einer galvanischen Zelle wandelt sie Statisches in Ströme, Energie und Potentiale, so sehen das die Veranstalter. Und sie sind vorbereitet, denn der rätselhafte Rundgang findet auch bei Regen statt. Schirme werden gestellt, Pullover oder Strahlenschutzkleidung nicht. Auf geführten, labyrinthischen Routen wandert der mit Funkkopfhörern ausgestattete Besucher als audiovisueller Flaneur durch zwölf Stationen. Dort zeigen sich Video-Projektionen, aber auch urbanes, animiertes Fassaden-Mapping. Leerstände werden bespielt, Mülltonnen zu Mikrotheatern verwandelt, die alles zusammen in eine Art Hörspiel verwandeln. Auch die Suche nach dem Raum der Wünsche.
Dabei werden die Besucher selbst zu Protagonisten, eine Wärmebildkamera erfasst und projiziert die Bewegung der Flaneure. Irritationen treffen auf Disharmonien des Urbanen, der Meteoritenschauer zum Event. Denn in der Metropole Ruhr wird für einen infolge höherer Gewalt ausgefallenen oder vom Besucher gar versäumten Rundgang kein Ersatz geleistet, warum auch, über uns schweben bereits die Chinesen durchs All. Und wer wirklich wissen will, wie dieses Häusermeer an Rhein und Ruhr tickt, der forsche nach den drei Worten: Oper, Skepsis und Gleisbau.
„Die Galvanische Zone“ | 5.-25.11. | ab Kopstadtplatz, Essen | 0800 723 52 04
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