Eine Schule ist heute kein Hort für künstlerische Auseinandersetzungen mehr. Nach dem mittelmäßigen Erlernen des Gebrauchs von Stift, Pinsel und Farbe, schließt sich die unselige Interpretationslyrik der ewig gelangweilten Pädagogen an, Ausnahmen sind leider keine Regel, es gibt sie aber nur in homöopathische Dosen. Der olle Kunstraum bleibt meist verwaist, wenn sich keine Kunst-AG organisiert, ist die Kulturlosigkeit vorprogrammiert.
In Dortmund wurde die kulturelle Bildung deshalb gleich neudeutsch outgesourced. In der zweiten Etage des U findet die Kulturelle Bildung statt. Es kümmert sich das Kulturbüro der Stadt und schafft interessante Kooperationen auf lokaler bis hin zur internationalen Ebene. Das ganze heißt nun schick und modern UZWEI und es warten Medienräume inklusive Kameras, PCs, Mikrofone und weitere technische Ausstattung, da organisiert man sich Ausstellungen zum Mitmachen, nutzt die Kunstwerkstätten oder das Studio. Selbst einen Galerieraum für Ideen für Menschen zwischen vier und 24 Jahren wurde eingerichtet.
Am 31. März wird dort das ArtLab eröffnet und jetzt schon wissen die Veranstalter: Zur Eröffnung ist nicht alles fertig, die Werke fehlen! Denn die Ausstellungsfläche im Dortmunder U wird dann bis Ende Juni zu einem großen Atelierraum, in dem alle selbst zu Gestaltern werden können, um Arbeit für Arbeit eine interessante Ausstellung wachsen lassen. Mal geht es ums Querdenken, mal ums Querzeichnen oder das fotografische Aufschnappen und Sortieren. Und wahrscheinlich anschließend um die große Hängekommission, denn eine Jury aus Jugendlichen und Erwachsenen hat Vorschläge im Februar gesichtet und ausgewählt. Wie sie präsentiert werden, kann selten demokratisch gelöst werden. Aber bei ArtLab steht nicht das Ergebnis, sondern der Weg zum Kunstwerk im Vordergrund. Und das ist ein Experiment, bei dem auf die Offenheit und die gestalterischen Ideen der Besucher/innen gesetzt wird. Noch weiß also niemand, was da zu sehen sein wird.
ArtLab | 1.4.-25.6. | UZWEI, Dortmunder U | 0231 502 38 43
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