Sommertheater findet an der frischen Luft statt und ist nicht immer nur Märchenspektakel. Manchmal geht es auch einfach um einen blonden Landvermesser, der in die Vereinigten Staaten Furore macht. Landvermesser, nicht Immobilienmakler. Bitte! Old Shatterhand ist es, der in Elspe wieder um den magischen Felsen reitet und in diesem Jahr mal wieder in „Winnetou 1“ zum ersten Mal auf den Häuptling der Apatschen trifft. Wer keine Zeit hat zur Mutter der Freiluftbühnen zu fahren oder wer mit Kindern unterhalb der Karl-May-Altersbeschränkung unterwegs ist, der findet im und um das Ruhrgebiet herum wieder mannigfache Angebote. Die Waldbühne in Bochum-Höntrop macht zum Beispiel traditionell Kindertheater. „Der gestiefelte Kater“ von den Gebrüdern Grimm steht in diesem Jahr auf dem Programm. Ob dabei auch die Dreamworks-Filmversion Pate gestanden hat, muss der Besucher selbst entscheiden, jedenfalls ist die Geschichte um den gewitzten Kater immer ein guter Griff. Tief im Westen (oder war das tief im Dschunge?) spielt dagegen die Geschichte um das berühmte Findelkindes Mowgli, das die Schlange Kaa bezirzt und die wilde Affenhorde von King Loui. Selbst Shir Khan der Tiger wird ein guter Freund. Das „Dschungelbuch“ nicht nur in der Dortmunder Naturbühne Hohensyburg, auch in der Freilichtbühne Porta Westfalica.
Für daheim gebliebene Musikfreunde haben die Freilufttheater natürlich auch was zu bieten. Mal Bock auf das „German Kultrock Festival“ in der Balver Höhle? Das ist ein ungewöhnliches Erlebnis in diesem Jahr (bereits das achte Mal) mit einem Line-Up zwischen Kult und Historie. Die alte Hannoveraner Krautrock-Legende Jane ist zu Gast, wie immer auch eine Hommage an den verstorbenen Bandleader Peter Panka. Dazu die New-Wave-Heroen von Fischer-Z und die kommenden Rockgiganten von Crystal Breed. Hoffen wir mal, dass das Europas größte Kultur-Höhle am 12. August aushält.
„Ich spür Musik klingen, hör mein Blut singen …“ wer es dann doch nicht ganz so kräftig mag und „in the summertime“ lieber locker im sonderlackierten Cabrio mit Alufelgen unter dem Sternenhimmel cruised, dem sei als vielleicht letzte Option die Waldbühne Heessen in Hamm empfohlen. „Hello Dolly!“ der Musical-Klassiker mit seinen vielen zeitlosen Broadway-Melodien, den schicken Kostümen und wilder Choreografie eignet sich besonders fürs schicke Gläschen Schaumwein im Heessener Wald. Als Ausgleich müssen sie dann aber die Kleinen irgendwann im August auch nach Coesfeld kutschieren, Verdeck geschlossen versteht sich, denn von dort könnten die Fantasie-Angriffe aus der Luft stattfinden. Ein gewisser fliegender Peter Pan von der sagenumwobenen Insel namens Nimmerland könnte Interesse an ihrem Nachwuchs haben, der Kampf gegen Kapitän Hook (mal nicht Jack Sparrow, sorry Captain Jack Sparrow) braucht einfach mehr Mitstreiter, und die verlorenen Kinder sind zu wenige, sicher auch auf der Freilichtbühne in Coesfeld.
www.elspe.de – Elspe Festival | www.waldbuehne-hoentrop.de – Waldbühne Bochum-Höntrop | www.naturbuehne.de – Naturbühne Hohensyburg |www.balver-hoehle.de – Balver Höhle | www.portabuehne.de – Freilichtbühne Porta | www.waldbuehne-heessen.de – Waldbühne Heessen | www.freilichtbuehne-coesfeld.de – Freilichtbühne Coesfeld
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