Dass die ganze Addams Family und zwei abgelegte Kostüme in einem Opernhauskeller etwas gemeinsam haben könnten, erscheint schon ein bisschen abgedreht. Verbunden sind sie in diesem Jahr durch ihre Anwesenheit bei den alljährlich stattfindenden Sommertheatern quer durch NRW, die für die Erwachsenen die stadttheaterfreie Zeit überbrücken und für die Jüngeren Abwechslung in die Schulferien bringen. Bis Mitte Juli dürfte viele die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land in Atem halten, im August könnte es dafür gruselig werden. Denn die Naturbühne Hohensyburg in Dortmund zeigt basierend auf den von Charles Addams erfunden Figuren im Hochsommer die Musical-Komödie „Die Addams Family“ (16.8.-14.9.). Die böse kleine Wednesday hat sich da in den ganz normalen Jungen Lucas verliebt. Der soll jetzt mit seiner Familie die Addams kennen lernen. Mehr braucht man da eigentlich mehr zu sagen, außer, dass das makabere Musical vielleicht nichts für die ganz Kleinen ist.
Kommen wir zu den bereits erwähnten abgelegten Kostümen, die verstaubt im Irgendwo eines Opernhauskellers hängen. Die bekommen plötzlich ein seltsames Eigenleben: Da prallt nach einer Ewigkeit des Wartens auf nichts das funkelnde und ein wenig arrogante Kleid einer berühmten Opernsängerin auf den abgeranzten, einst bunten Anzug eines Clowns. Nach ein paar Feindseligkeiten entwickelt sich eine Unterhaltung über kreative Träume und den Mut für die Zukunft. Tänzerisch zeigt das Nimú Theatre mit „Einfach weggehängt“ (28.7., 16 Uhr) umsonst und draußen am Wuppertaler Botanischen Garten die magische Geschichte um das unerwartete Selbstbewusstsein der Kleidungsstücke. Eine Geschichte für alle ab fünf Jahren.
Auch das dritte Beispiel gegen die Langeweile im Sommer ist umsonst und draußen für alle großen und ganz kleinen Kinder. Am Mülheimer Ringlokschuppen veranstaltet das ortsansässige Figurentheater Wodo auf der Drehscheibe wieder ihr Sommertheater (6.7.-10.8.) zwischen Mama Muh und Biene Maja, auch um Fußball wird es im Juli natürlich gehen. Ganze acht Produktionen zeigen die Puppenspieler aus ihrem Repertoire unter freiem Himmel, darunter auch ihr Dauerbrenner „Conni kommt“ von 2011.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Von Shakespeare bis Biene Maja
Sommertheater in NRW – Prolog 06/25
Sommerstücke im Grünen
Hochbetrieb vieler kleiner Bühnen im Ruhrgebiet – Prolog 07/23
Die ewige Suche nach dem Glück
Drei Open-Air Theatergeschichten für den Sommer – Prolog 07/22
Bühnenluft mit Regenschirm
Die Freiluftsommersaison in der Region – Prolog 08/17
Dagobert Duck kennt kein Pardon
Kein leichter Job. Freilichtbühnen im Umkreis zur Ferienzeit – Prolog 08/16
Zwei dunkle Paare
Drinnen und draußen. Sommertheater in der Region – Theater demnächst
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26
Die Umschulung des Übels
„Adams Äpfel“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 05/26
Der Tod am Anfang
„Radio and Juliet“ am Theater Dortmund – Tanz an der Ruhr 05/26
„Ich habe mich ausgetobt in verschiedenen Genres“
Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Abstieg in die Fleischerei
„Faulender Mond“ am Essener Grillo-Theater – Prolog 05/26
„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26
Kampf, Hoffnung, Überleben
„Burning City“ am Tanzhaus NRW – Tanz an der Ruhr 03/26