Alles geht den Bach runter. Es sieht so aus, als zeige sich allgemeine Hoffnungslosigkeit bei der Sicht auf eine Zukunft, in der die Generation Z die Geschicke der Gesellschaft bestimmen könnte. Da der Fluxkompensator ja noch nicht erfunden wurde, ist unser Wissen über das Kommende begrenzt, aber dunkle Ahnungen dräuten schon immer. Vom drohenden Fegefeuer (auch die Kleriker wollten Kohle machen) über „Your future dream is a shopping scheme!“ (aus „Anarchy In The UK“ von den Sex Pistols, 1976) bis hin zur „faulen“ Generation derzwischen 1995 und 2010 Geborenen. An Fakten weiß man nur, das der Smartphone-Konsum immens ist und die Möglichkeiten des „BNPL“ (Buy now, pay later, übers.: Kaufe jetzt, zahle später) zum neuen Standard wurde. Blöd nur, wenn alle beim Zeitpunkt des „later“ keine Kohle (mehr) haben.
Eine Produktion der Ruhrtriennale nimmt sich in diesem Jahr der (natürlich) zu Unrecht diffamierten Generation an und zeigt in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum „GenZ, weine nicht“ vom Sounddramaturgien-Kollektiv, ein immersives 3D-Klangtheater von den und über die digital verzauberten Jungs und Mädels. Für alle von den Millennials abwärts bis zu den noch lebenden Baby Boomern sei gesagt: Wer schon mal was von Kunstkopf-Stereophonie gehört hat (oder einfach mal googeln: Studio für Elektronische Musik in Köln) ist bei immersivem 3D-Klang schon ganz weit vorne. Denn in der Inszenierung werden Gedanken der „Digital Natives“ über Sein und Nichtsein zwar nur über Kopfhörer erlebbar, obwohl die neue Klang-Technik bereits im Raum machbar ist – allerdings werden Sprache und Sound auch live auf der Bühne produziert. In der Story begegnen zehn Jugendliche ausgerecht einer Kassandra, die jetzt Operatorin in einem kleinen Planetarium der Zukunft ist und Simulationen durchführt. Ob die immer Unheil verheißende mythologische Priesterin den Jugendlichen mit kryptischen Prophezeiungen weiterhelfen kann, ist vor der Uraufführung des Stücks natürlich nicht vorhersehbar. Um existenzielle Fragen soll es jedenfalls gehen. Supernova oder Weltfrieden in der Zukunft, das wäre die Frage, allerdings auch eine Frage der Zeit. Welche Generation endlich widerspricht oder einfach nur abhängt, für dieses Wissen bräuchte man Zeitreisen, aber wie schon gesagt – noch nicht erfunden!
Junge Triennale: GenZ, weine nicht | 18. (UA), 19. - 21.9. | Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum | 0221 28 02 10
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