„Ein Chor irrt sich gewaltig“. René Pollesch hat vor gut neun Monaten mit einer Inszenierung den Prater in Berlin wieder eröffnet. Jetzt kommt der Macher der Ruhrtrilogie damit in den Mülheimer Ringlokschuppen. Nicht weil Kulturhauptstadt ist, nicht weil das Ruhrgebiet so toll ist.
Wenn vom Himmel die Lumpen fallen, müssen sich die Lumpen auf Erden darum streiten. Und mitten im Kleiderhaufen steht dann die Leiter zum Glück. Eigentlich fehlten nur noch Sägespäne. Die serbische Jungregisseurin Ana Tomovic inszeniert am Theater Oberhausen „Romeo und Julia“ quasi direkt auf der Müllhalde.
Der Eingang zur Unterwelt als Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zwischenstation für den heimatlosen Heimkehrer. Im Rahmen der „Odyssee Europa“ während Kulturhauptstadt 2010 beschäftigt sich Roland Schimmelpfennig mit der Unterweltfahrt des Odysseus aus dem elften Gesang von Homers Epos.
Schicke Bude, nette Familie, das Leben ist erfolgreich und super, bis jemand im Keller ein Schwarzes Loch erzeugt, in das die ganze Herrlichkeit verschwindet. Wer macht so was? Etwa der Hausherr selbst? Martin Gray ist preisgekrönter Stararchitekt, seit 22 Jahren glücklich verheiratet und führt ein Leben wie aus dem Bilderbuch.
Das Elend gab es immer schon. Für Tom Waits ist es der Fluss der Welt. Es passt zu ihm, ausgerechnet Büchners Woyzeck zu vertonen, zu betonen, das Stück bringe einen dazu, Angst um die Figuren zu bekommen und über das eigene Leben nachzudenken, sagte Waits, dessen düstere Balladen wie Arien daherkommen.
Sie kennen die Räuber von Schiller? Hoffentlich. Ansonsten wird der Abend schwierig, wenn auch nicht weniger schön. Wie immer geht es um Karl und Franz. Sie sind Brüder. Franz, der jüngere, hasst Karl. Er neidet ihm das Erbe, das dem Erstgeborenen zusteht, neidet ihm die Liebe des Vaters, die alles verzeiht.
Türen über Türen, die einem geöffnet werden können, die etwas verbergen, die in neue Räume führen. Das Bühnenbild (Ramallah Aubrecht) ist mehr Kunstwerk denn Ausstattung und erinnert mich frappant an Arbeiten des belgischen Künstlers Jan de Cock. Meine Augen fühlen sich also wohl.
„ABER ANDERS ALS IN EINEM FILM MÜSSEN WIR NICHT GENAU ZEIGEN, WIE ES 1789 WAR, SONDERN KÖNNEN UNS AUF BE- STIMMTE ASPEKTE KONZENTRIEREN“
Im Jahr 2005 standen auf der Bühne der Casa das erste Mal Jugendliche aus Essen-Katernberg und erzählten aus ihrem eigenen Leben. Unter der Leitung von Nuran David Calis entstand „Homestories – Geschichten aus der Heimat“. Damals erzählten sie vom Libanon, dem Iran, Afghanistan, der Türkei...
9. November 1989 am Berliner Grenzübergang Bornholmer Straße. Ein Mann öffnet seinen Hosenschlitz und damit die Mauer. Unglaublich und nicht einmal wahr. Was machen Theater, wenn sich der Jahrestag des Mauerfalls zum 20. Mal jährt? Sie holen ein Ost-West-Stück aus der Mottenkiste und bauen auf interessierte Zuschauer.

„Die Chaostheorie als Denkfigur“
Neue Spielzeit mit dem Titel „Chaos“ im Theater Mülheim an der Ruhr – Premiere 11/26
Die Revolution bleibt aus
„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ in der Kokerei Hansa Dortmund – Prolog 11/26
Ballett und Battles
„Kleine Hände“ im Musiktheater im Revier (MiR) – Tanz an der Ruhr 11/26
Reise durch die wilde Mittelerde
„Der Hobbit“ im Jungen Schauspiel Düsseldorf – Prolog 10/26
„Beethoven bleibt in voller Strahlkraft erhalten“
Regisseurin Claudia Bossard über „Clockwork Orange“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 10/26
Bürgerliche Moral auf Koks
„Die Dreigroschenoper“ in der Dortmunder Kokerei Hansa – Prolog 10/26
„Es geht um Selbstermächtigung und Freiheit“
Regisseurin Elisabeth Stöppler über „Das Wunder der Heliane“ am Aalto-Theater Essen – Interview 10/26
Waacking und Wende
„Kipppunkte“ am Theater Oberhausen – Tanz an der Ruhr 10/26
Tanzende Pixel und Shakespeare auf dem Turntable
Favoriten Festival in Dortmund – Bühne 09/26
Legenden der schönen, scharfen Klinge
„Samurai X“ am Jungen Schauspiel Düsseldorf – Bühne 09/26
„In so einer revolutionären Situation sind wir heute nicht“
Regisseur Matthias Heße über „Die Zofen“ am Schlosstheater Moers – Premiere 09/26
Eine Welt aus Mensch und Maschine
Spielzeiteröffnung im Theater an der Ruhr – Prolog 09/26
Der verdrängte Müll
„Waste Me“ in Pact Zollverein – Tanz an der Ruhr 09/26
Zwischen Identität und Instrumentalisierung
„Back to Kidal“ bei der Ruhrtriennale – Tanz an der Ruhr 08/26
Ein Straßenfeger im Osten des Reviers
33. Festival Welttheater der Straße in Schwerte – Prolog 08/26
Dauerbrenner unter freiem Himmel
Das NN Theater Freiluftfestival 2026
„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26