Heutzutage schmücken sich ja manch besonders hippe „Jugendmagazine“ großer deutscher Tageszeitungen mit innovativem Gedöns wie einer „WhatsApp-Kolumne“. Die Oldschool-Variante davon ist der Briefroman, eine Literaturgattung die so fest zum Sturm und Drang gehört wie der Klopstock auf den Lesetisch des jungen Werther. Die junge englische Regisseurin Lily Sykes hat sich aber keinen der deutschen Klassiker für ihre Inszenierung am Theater Oberhausen ausgesucht, sondern eine französische, genauer gesagt: „Gefährliche Liebschaften“ von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Premiere feiert das Stück am Freitag (3.2.) um 19.30 Uhr im Malersaal.
Worum geht’s? Um die Marquise de Merteuil, die von ihrem Liebhaber zugunsten einer vom keuschen Weg abgekommenen Klosterschülerin verlassen wird. Also ersucht die eifersüchtige Adelige ihren Kumpel und Herzensbrecher Vicomte de Valmont um einen kleinen Freundschaftsdienst: er soll der verführerischen Ex-Nonne ihre Jungfräulichkeit nehmen, bevor es zur Heirat mit dem Ex-Geliebten der Adeligen kommt. Am Vorabend der französischen Revolution war der Roman ein Skandal – und ein furioser Abgesang auf die höfische Gesellschaft.
„Gefährliche Liebschaften“ | R: Lily Sykes mit Elisabeth Kopp und Henry Meyer | Fr 3.2. (P), Mi 8.2. & Do 16.2. je 19.30 Uhr | Theater Oberhausen | www.theater-oberhausen.de

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