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World Press Photo of the Year: Ronaldo Schemidt
© Agence France Presse

Die Welt im Blick

30. Mai 2018

World Press Photo 18 in Dortmund – Ruhrkunst 06/18

Was macht es mit einer Zunft, wenn mit einem Male alle Menschen in der Lage sind, ein ähnliches Produkt herzustellen wie sie – ganz ohne Ausbildung und vergleichbare Gerätschaften? Wenn mit einem Male alle glauben, dass auch nur der Besitz eines Smartphones sie zu ähnlich begnadeten Künstlern macht wie jene, die Jahrzehnte von Berufserfahrung vorweisen können? Jene, die nicht nur auf der Suche nach dem richtigen Filter oder Instagramstorys sind, sondern wichtige Bilder machen wollen und sich dafür in die Kriegsgebiete und Krisenherde dieser Erde begeben. Und was macht es mit uns? Können Fotos im 21. Jahrhundert noch eine Sensation sein für uns, die wir ständig von ihnen umgeben sind? Ja, sie können. Denn zwischen uns und ihnen liegen noch immer – und das trotz bzw. gerade wegen Handykameras – Welten.

Das zeigt erneut die Ausstellung „World Press Photo“, die ab dem 9. Juni im Dortmunder Depot zu sehen ist. Seit 1955 kürt die gleichnamige Auszeichnung die besten Pressefotografen der Welt und tourt im Anschluss über den Erdball. Dabei ist ein Rundgang durch die Ausstellung zugleich eine sehr politische Retrospektive des vergangenen Jahres, finden sich doch neben Porträts ehemaliger Geiseln der Boko Haram und der Opfer von Giftgasangriffen auch Aufnahmen, die den schleichenden Einfluss des Menschen auf die Natur zeigen.

Auch das beste der über 73000 eingesendeten Fotos ist weder zahm noch lieblich: Es zeigt José Victor Salazar Balza, der bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und Befürwortern von Präsident Maduro in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Feuer fängt – und an Fotografen Ronaldo Schemidt vorbeirennt. So düster diese Auswahl an Motiven nun klingen mag, so gewiss ist, dass die Ausstellung tatsächlich keine leichte Kost ist. Aber um schöne Bilder geht es hier auch nicht. Viel eher geht es um jene, die ins kollektive Gedächtnis aufgenommen werden müssen – selbst wenn das Abgebildete bis zum Zeitpunkt der Betrachtung unvorstellbar ist oder nur als Schlagzeile in unseren Köpfen existierte.

World Press Photo 18 – Ausstellung der weltbesten Pressefotografen | 9.6. - 1.7. | Depot Dortmund | www.depotdortmund.de

Barbara Slotta

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