Früher hieß es „Kanake“, heute „Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund“. Wer das in Deutschland von sich sagt, muss aus genau dieser Bevölkerungsschicht kommen und darf gerne Komödiant sein.
Das Genie im stillen Kämmerlein taugt nicht mehr als Geschäftsmodell. Der Wissenschaftler von heute muss sich mit Geldgebern herumärgern. Auch Dr. Jekyll kommt nicht umhin, erst einmal den Krankenhausvorstand anzusaugen, um das Projekt seines Lebens verwirklichen zu können: die Befreiung des Menschen von seiner bösen Seite.
Regisseur Thilo Voggenreiter lässt „Woyzeck“ nicht in einem gänzlich neuen Licht erstrahlen, sondern präsentiert vielmehr einen guten, alten Bekannten in einem poppigeren Gewand. Den frischen Anstrich erhält „Woyzeck“ am Westfälischen Landestheater vor allem durch das Bühnenbild: Goldene Lamettafäden rahmen das Geschehen.
Als sich im Dortmunder Schauspielhaus der massive Stahlvorhang ein Stückchen hebt, öffnet sich die Schneekugel des Franz Woyzeck. Vorsichtig und ungelenk arbeitet er sich nach draußen, erkundet die Welt, die sich da auftut, sieht die vielen Zuschauer, die ihn anstarren...
Eine graue Sozialwohnungsbau-Pappwand auf der Bühne. Ein Lichtermeer aus modischen Grubenlämpchen im Publikum. Die Handlung beginnt ganz oben auf den Scheinwerfer-Traversen mit richtig Getöse. Hier soll ja Bergbau gespielt werden, die Geschichte von Kumpel Katlewski (Jörg Malchow), der da noch scheinbar besinnungslos im Stollen liegt.
Ein Kommen, ein Gehen, ein Suchen, ein Finden. Irgendwo. In Bewegungsmustern, die auf der Bühne der Bochumer Kammerspiele ungewöhnlich sind. Breakdance gehörte nun einmal auf die Straßen der Welt, nicht auf die Bretter, die sie wohl bedeuten.
Am 6. Mai 2010 sank der Dow Jones um satte 10 Prozent, weil ein Investmentfonds eine Transaktion von Terminkontrakten ungewöhnlich schnell abwickelte. Im eigentlichen Wonnemonat wurde binnen Minuten ein Börsenwert von gut 800 Milliarden Dollar vernichtet.
Sein Wechsel von Essen nach Bochum wurde argwöhnisch beobachtet. Doch bereits mit seinem ersten Premierenreigen hatte Anselm Weber das Bochumer Publikum auf seiner Seite. Ungewöhnliches Theater, Breakdance in den Kammerspielen und mit Christoph Nußbaumeders „Eisenstein“ eine erste Intendantenregie, an der es nichts zu meckern gab.
Das Grauen kommt schleichend, nicht nur für die Zuschauer, auch für die Schauspieler auf der Bühne. Das Theaterstück „Verbrennungen“ des libanesisch-kanadischen Autors Wajdi Mouawad kennt keinen Ort, benennt weder Täter...
Der Weg zu den Sternen führt für Anneliese und Peter vorbei an der glühenden Sonne, vorbei an der ISS im Orbit, dann müssen sie noch durchs ganze Sonnensystem und die Treppe rauf ins Dunkle, wo der gute alte Trabant an der Gasometerkuppel baumelt.

„Ich habe mich ausgetobt in verschiedenen Genres“
Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Abstieg in die Fleischerei
„Faulender Mond“ am Essener Grillo-Theater – Prolog 05/26
„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26
Kampf, Hoffnung, Überleben
„Burning City“ am Tanzhaus NRW – Tanz an der Ruhr 03/26
„Man muss in den eigenen Abgrund blicken“
Marie Schleef über „The Lottery“ am Essener Grillo Theater – Premiere 03/26
Zerbrechliche Landschaften
Elfriede Jelineks „Winterreise“ am Schauspielhaus Dortmund – Prolog 03/26
„Die KI wird nicht mehr verschwinden“
Karsten Dahlem inszeniert „Der Sandmann“ am Schauspiel Wuppertal – Interview 02/26
Weisheit, frei erfunden
„Tyll“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 02/26
Gemeinsam gegen einsam
„Wo sind denn alle?“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 02/26
Bett trifft Ballett
„Frida“ am Dortmunder Ballett – Tanz an der Ruhr 02/26
„Ein ungewöhnlicher Frauencharakter“
Dramaturgin Patricia Knebel über die Oper „Die Fritjof-Saga“ am Essener Aalto-Theater – Interview 02/26
„Das Stück stellt uns vor ein Dilemma“
Regisseurin Mateja Koležnik über „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ in Bochum – Premiere 02/26
Zurück in den Sumpf!
Jean-Philippe Rameaus „Platée“ am Theater Hagen – Bühne 02/26
Witz, Tempo, Herz
Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ in der Oper Dortmund - Bühne 02/26
Das eigentliche Böse
„Deep Sea Baby“ im Mülheimer Ringlokschuppen Ruhr – Prolog 01/26
Manischer Maskenball
„Delirious Night“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 01/26
Die Flut aus toten Körpern
„Staubfrau“ am Theater Oberhausen – Prolog 01/26
„Eine Referenz auf Orte im Globalen Süden“
Regisseur:in Marguerite Windblut über „Der Berg“ am Essener Grillo-Theater – Premiere 01/26
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
Tanzbein und Kriegsbeil
Filmdoku in Düsseldorf: Urban Dance in Kiew – Tanz an der Ruhr 12/25