Er kann brüllen, dass es einem die Sprache verschlägt: Holger Müller alias Ausbilder Schmidt zieht seit zehn Jahren im olivgrünen Tarnanzug und rotem Barett durch die Lande und macht sein Publikum zu Rekruten, denen er deutsche Disziplin vorexerziert.
Über allen Wipfeln ist Ruh‘. Nur an der Bochumer Rottstraße ist das nicht so. Alle Theater sind leer, nur ein kleines wehrt sich (auch mit Zaubertrank) gegen die theatrale Sommerlethargie.
No-Go Area Landschaftspark Duisburg-Nord. Eine junge Frau, in der Hand einen Fächer, wartet am Bahnhof – wie schon gestern, wie vorgestern, wie jeden Tag, seit Jahren.
Über Nacht prangte dieser Spruch an der Christuskirche Bochum: „Tötet die Deutschen“. Rasch entfesselte sich eine lebhafte Diskussion, die zahllose Vermutungen hervorbrachte. Nicht zuletzt rief der Spruch auch den Staatsschutz auf den Plan. Und Ayla Wessel, die Frau des Pfarrers, dokumentierte auf Fotos Passanten und deren Reaktion auf die Parole.
Sie haben sich gesucht und gefunden – auf der Bühne und im Leben: der neuseeländische Comedian John Hudson und die mit allen kabarettistischen Wassern gewaschene Sonja Kling.
Im Krieg ist es immer dunkel. Die Nächte sind einsam, die Tätigkeit grausam, die Folgen für Geist und Körper unabsehbar. Dennoch gibt es immer wieder Nachschub an jungen Männern und Frauen, die das blutige Handwerk erlernen und dann natürlich auch ausüben wollen.
Vor hundert Jahren wurde „Die Ratten“ von Gerhart Hauptmann uraufgeführt. Natürlich in Berlin und nicht in Hagen. Dabei passt das Stück im gequält übertragenen Sinne auf die zeitgenössische Situation der überschuldeten Kommune am „Tor zum Sauerland“.
Wie könnte man wohl Marsmenschen unsere Art zu sein und zu leben erklären? Dieser Frage widmet sich das Einfrau-Performancestück „Freischuss. Der Mars lacht“.
Der Tod ist niemals dort, wo man ihn erwartet. Es gab ihn auch nie, den Tod der Moderne. Das war eine Metapher aus den 1980ern, als die künstlerische Avantgarde diesen forderte, mit viel Eigennutz.
Es war noch nicht die Zeit für freie Liebe im Deutschen Kaiserreich Theodor Fontanes. Sein Roman „Effi Briest“ (eigentlich eine Fortsetzungsgeschichte) beschreibt das unglückliche Leben eines ziemlich naiven Menschenkindes, das aus Standesdünkel in Ehe und Unglück gestürzt wird.

Gemeinsam gegen einsam
„Wo sind denn alle?“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 02/26
Bett trifft Ballett
„Frida“ am Dortmunder Ballett – Tanz an der Ruhr 02/26
„Ein ungewöhnlicher Frauencharakter“
Dramaturgin Patricia Knebel über die Oper „Die Fritjof-Saga“ am Essener Aalto-Theater – Interview 02/26
„Das Stück stellt uns vor ein Dilemma“
Regisseurin Mateja Koležnik über „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ in Bochum – Premiere 02/26
Zurück in den Sumpf!
Jean-Philippe Rameaus „Platée“ am Theater Hagen – Bühne 02/26
Witz, Tempo, Herz
Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ in der Oper Dortmund - Bühne 02/26
Das eigentliche Böse
„Deep Sea Baby“ im Mülheimer Ringlokschuppen Ruhr – Prolog 01/26
Manischer Maskenball
„Delirious Night“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 01/26
Die Flut aus toten Körpern
„Staubfrau“ am Theater Oberhausen – Prolog 01/26
„Eine Referenz auf Orte im Globalen Süden“
Regisseur:in Marguerite Windblut über „Der Berg“ am Essener Grillo-Theater – Premiere 01/26
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
Tanzbein und Kriegsbeil
Filmdoku in Düsseldorf: Urban Dance in Kiew – Tanz an der Ruhr 12/25
Der böse Schein
„Söhne“ in der Moerser Kapelle – Prolog 12/25
„Totaler Kulturschock. Aber im positiven Sinn“
Schauspielerin Nina Steils über „Amsterdam“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 12/25
Verlorene Jahre
„The Drop“ am Jungen Schauspiel in Düsseldorf – Prolog 11/25
Kampf, Verlust und Liebe
Vorweihnachtliche Stücke für junges Publikum im Ruhrgebiet – Prolog 11/25
Tanz der Randfiguren
„Der Glöckner von Notre-Dame“ in Essen – Tanz an der Ruhr 11/25
„Jede Inszenierung ist eine Positionierung“
Regisseur Kieran Joel über „Antichristie" am Schauspielhaus Dortmund – Premiere 11/25
Das selbsternannte Volk
„Die Nashörner“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 10/25
Körper und Krieg
„F*cking Future“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 10/25
Foltern ohne Reue
„Törleß“ am Bochumer Rottstr 5 Theater – Prolog 10/25
„Subjektive Wahrnehmung ist verboten“
Regisseurin Jette Steckel über „Das große Heft“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 10/25
Graf Fridol geht auf Nachtschicht
Musik-Improtheater beim Duisburg Fringe Festival – Festival 09/25
Auf einem Mistkäfer zum Olymp
„Der Frieden“ am Schlosstheater Moers – Prolog 09/25
Ein großartiges Schlachten
Elfriede Jelineks „Am Königsweg / Endsieg“ in Essen – Prolog 09/25