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27. September 2018

Oktober-Thema: Dezentrale Energien

Im Nahverkehr lernen wir, in welcher Gesellschaft wir leben. Klassiker sind scheppernde Beschallung aus Sitznachbars Kopfhörern oder jene GenießerInnen, die auf Sitzbänken lümmeln wie auf heimischen Sofas; wo sie allerdings ohne schmutzstarre Schuhe chillen würden – vermutlich. Nicht mehr wegzudenken die gesenkten Köpfe, selbstgenügsam in Smartphones aufgehend, frei von gängigen Regungen. Auch, wer gar nicht auf dem neuesten Stand sein will, erhält ein Update, wenn eine Clique jüngste Selbstinszenierungen von welchen-Promis-auch-immer verlautbart. Keine Sorge, bloß Karikaturen. Gibt’s so alles gar nicht! Spießig außerdem, sich darüber aufzuregen, oder? Umso bedauerlicher, dass Essens große Pläne zum Ausbau des ÖPNV ins Stocken geraten. Jetzt also ein sauteures Ampelsystem, das kritischen Stimmen zufolge homöopathische Wirkung haben dürfte (nichts gegen Naturheilverfahren!) und sich nicht an die Ursachen von Umweltverschmutzung und Zeitverschwendung wagt. Also weiter in unseren PKW-Isolierhaftzellen. Ob die VerkehrsplanerInnen zuviel Zeit im Nahverkehr verbringen mussten?

Dabei müsste der Verkehr mehr in die Energiewende eingebunden werden, der sich unser Monatsthema DEZENTRALE ENERGIEN widmet. Wir möchten wissen, ob neue Techniken genügen, um die Klimaziele zu erreichen oder ob wir unseren Konsum hinterfragen müssen. Der Ökonom NIKO PAECH erklärt im Interview, dass wir Konsumverzicht nicht als Zugeständnis sondern als Einlösung einer Schuld verstehen müssen.

Fern von Klima- und Verkehrsdebatte geht es auch am Schauspiel Dortmund physikalisch zu. Kay Voges inszeniert in DIE PARALLELWELT eine quanten- wie relativitätstheoretisch geprägte Auseinandersetzung um große Fragen. Ein großartiger Parforceritt durch Zeit und Raum, auch für Laien, findet Peter Ortmann. JENS DORNHEIM inszeniert seit 15 Jahren alternatives Theater. Anlässlich der Premiere von „Der Weibsteufel“ spricht er mit uns über künstlerische Freiheit und Momente, da er alles hinschmeißen wollte.

Das Essener Museum Folkwang zeigt Videoinstallationen der französisch-marokkanischen Künstlerin BOUCHRA KHALILI. Thomas Hirsch entdeckt kleine Sensationen in den filmischen Bildern, die auf Grundlage von Interviews und Porträts das Wirken sozialer Widerstandsbewegungen verhandeln. Das Museum Ludwig in Oberhausen spürt in DIE GESTE in Skulpturen und Bildern dem Wandel des Gestischen seit der Antike nach. Welcher Gestus jeweils transportiert wird, müssen wir aber selbst entscheiden, sagt Peter Ortmann. FELIX KRÄMER, Generaldirektor im Düsseldorfer Kunstpalast, spricht mit uns über die Rolle eines Bürgermuseums und Museen als Orte, wo Originale zu finden sind.

Film des Monats ist Léa Mysius‘ Drama AVA. Die Titelheldin bereitet sich auf ihre unausweichliche Erblindung vor und verbündet sich mit dem rebellischen Rom Juan, der vor Konfrontationen sowohl mit seinem Clan als auch der Polizei nicht zurückscheut. 
TOM SCHILLING spielt die Hauptrolle in Florian Henckel von Donnersmarcks Film „Werk ohne Autor“. Im Interview verrät er, warum ihm die Darstellung nicht leicht fiel und was für ihn eine interessante Rolle ausmacht.

Dino Kosjak/Chefredaktion

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