„Ich will, dass du meine Beerdigung organisierst, ich vertraue dir.“ Ein ansatzloser Haken in die Eingeweide raubt mir kurz die Luft. Eben noch war ich froh, überhaupt Peters Stimme am Telefon wiederzuhören. „Ja, klar“, stammele ich, „wie hättest du es denn gerne?“ Er lacht kurz. „Du machst das schon. Keine Lust auf einen geschmacklosen Abgang.“
trailer: Herr Heidbrink, ist Kultur in Zeiten der Krise Luxus?
Ludger Heidbrink: Kultur ist und war nie Luxus, sondern sie ist eine existenzielle Notwendigkeit. Der Mensch ist auf Kultur angewiesen. Deshalb sollte man besonders in der Krise nicht darauf verzichten.
trailer: Herr Sichelt, schauen wir mal nach oben. Kreist der Pleitegeier über der Kulturhauptstadt?
Thomas Sichelt: Er kreist nicht mehr als sonst über der Kulturhauptstadt. Die aktuelle Krise werden wir auch überstehen.
Es ist dieser flüchtige Moment, der alles verändert. Die Mimik verhärtet sich, die Körperspannung nimmt zu. Dann geht alles sehr schnell. Aufgesetzte Helme machen in Windeseile aus Beamten anonyme Robocops, die angriffslustig ihre Schilde heben. So entspannt wie eben kommen wir nicht mehr zusammen. Überraschender als der Polizeikessel ist jedoch die Reaktion der Veranstalter der Autonomen Maidemo, die sich gerade erst am AZ in Bewegung gesetzt hat.
Früher war alles besser. Ach nee, werden Sie jetzt sagen. Das kennen wir doch. Sagt doch jeder, der ein gewisses Alter überschritten hat. Früher war gar nicht alles besser. Fortschritt muss eben sein. Natürlich gab es keine Abwrackprämie und keine geklonten Kamele.
trailer: Herr Rupp, was geschieht im Jahr 2010 in Sachen Literatur?
Gerhard Rupp: Schon Ende Oktober 2009 wird ein Kongress stattfinden, den ich vorbereite. Das „Literaturwunder Ruhr“ sichtet die gegenwärtige, nach meinem Verständnis blühende Literaturlandschaft im Ruhrgebiet, die neue Formen entdeckt.
„Ich mache ein Experiment“, sagt der Mann mit dem amerikanischen Akzent bedächtig. „Wie ein Junkie, der aufhört zu spritzen, mache ich eine Entziehungskur von der Gesellschaft.“ Mango Meier starrt angestrengt in die Luft, als könne er Erkenntnis aus dem Subraum ziehen. „Ich versuche, gängige Denkweisen und Bewertungen nicht mehr widerspruchslos hinzunehmen.
trailer: Herr Franzke, Parkautobahn klingt nach Ökologie. Sind die Pläne von RUHR.2010 zur Umgestaltung der A 42 auch ökologisch?
Klaus Franzke: Auf keinen Fall. Das sogenannte Straßenbegleitgrün soll ausgelichtet oder auch komplett beseitigt werden, um für den Autofahrer Blicke in die Landschaft zu öffnen.
Als das Prinzenpaar samt Hofstaat einmarschiert, hält es in der ausverkauften Historischen Stadt- halle niemanden mehr auf den Sitzen. Prinz Michael I. verschenkt Luftküsse an das gemeine Volk, es regnet Tulpen auf die Närrinnen. Sein Zug ist militärisch uniformiert, bis an die Zähne bewaffnet, aus den Gewehrläufen ragen Plastikblumen. Flötisten, Glockenspieler, Holz- und Blechbläser, sie ziehen in die Karnevalsschlacht, die Trommeln drohen.näher. Nicole ist blond, gefühlte zwei Meter groß, ihr knappes Nichts gewährt tiefe Einblicke.
Als das Prinzenpaar samt Hofstaat einmarschiert, hält es in der ausverkauften Historischen Stadt- halle niemanden mehr auf den Sitzen. Prinz Michael I. verschenkt Luftküsse an das gemeine Volk, es regnet Tulpen auf die Närrinnen. Sein Zug ist militärisch uniformiert, bis an die Zähne bewaffnet, aus den Gewehrläufen ragen Plastikblumen. Flötisten, Glockenspieler, Holz- und Blechbläser, sie ziehen in die Karnevalsschlacht, die Trommeln drohen. „Nur alte Männer“, schreit Mike mir ins Ohr, „kein attraktiver dabei“.

Ein schlechter Zug
Holgers letzte Worte – 07/26
Ohne Angst verschieden
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Kein schöner Zug
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Echte Alternativen
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Unpopuläres Klima
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(Kein) Gesicht zeigen
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Facetten des Antisemitismus
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Das ewige Ringen um die Demokratie
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Zwischen Anspruch und Realität
Vortrag über Erinnerungskultur im Bochumer Fritz Bauer Forum – Spezial 11/25
Positives bleibt
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Am Kipppunkt der Freiheit
Diskussion über Pressefreiheit mit der Initiative 18 in der Lichtburg Essen – Spezial 11/25
Was Menschen sehen wollen
Diskussion am KWI Essen über Kunsterfahrung und Selfiekultur – Spezial 10/25
Dystopie und Apathie
Jahreskolloquium im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung – Spezial 10/25
Atom – ja bitte?
Holgers letzte Worte – 11/25
Jenseits des Rasens
„Pilsken, Pöhlen und Probleme“ in der Rotunde Bochum – Spezial 10/25
Nicht alles glauben!
Wahlkampf NRW: Kampagne der Landesanstalt für Medien NRW – Spezial 09/25
Protest gegen Wucher
Online-Gespräch zur Geschichte der Berliner Mietenbewegung – Spezial 08/25
Die Vergangenheit ruhen lassen?
Vortrag über die Essener Justiz nach der NS-Zeit im Bochumer Fritz-Bauer-Forum – Spezial 08/25
Das Ende des Weltmarkts?
Online-Vortrag zur deutschen Wirtschaftspolitik – Spezial 07/25
Der deutschen Identität entkommen
Verleihung des taz Panter-Preises in Bochum – Spezial 07/25
Schuld und Sadismus
Diskussion am KWI Essen über Lust an der Gewalt – Spezial 07/25
Hab’ ich recht?
Diskussion über Identität und Wissen im KWI Essen – Spezial 06/25
Die Rechte erzählt sich gerne was
Diskussion über rechte Ideologie und Strategie im KWI Essen – Spezial 06/25
Im Spiegel der Geschichte
Die Ausstellung „Die Rosenburg“ im Bochumer Fritz Bauer Forum – Spezial 06/25