Dass die Leugner des menschengemachten Klimawandels nicht zwischen Wetter und Klima unterscheiden können, ist nicht zu überhören. Als die Temperaturen Anfang Januar weit unter dem Gefrierpunkt lagen, sahen sie sich natürlich bestätigt: Ist doch alles wie immer. Dass die durchschnittliche Jahrestemperatur seit Jahrzehnten unaufhaltsam steigt, interessiert sie nicht. Sie glauben nur, was sie sehen wollen.
Aber wir wollen nicht meckern. Als für den 12. Januar gefrierender Regen angesagt war, wussten auch Menschen, die sich um das Klima sorgen, dass es gefährlich werden könnte – auf den Straßen und Gehwegen. Schließlich galt für ganz NRW eine amtliche Unwetterwarnung – Un-Wetter, nicht Un-Klima! Viele Pendler arbeiteten deshalb im Homeoffice, Schulen blieben geschlossen und die Streufahrzeuge waren im Dauereinsatz. Die Folge: Der Verkehrsfunk meldete so wenige Staus und Unfälle wie selten; und das, obwohl es teilweise spiegelglatt war.
Kritik gab es trotzdem, von Elternverbänden, die angeblich zu spät informiert wurden oder von enttäuschten Kommentatoren und Politikern. Der NRW-Landeschef der FDP, Henning Höne, fragte sogar: „Haben wir denn nichts aus der Pandemie gelernt?“ Er hat zumindest gelernt, dass Populismus nachhaltig verfängt. Dabei gab es tatsächlich kaum Ärger: Der Distanzunterricht lief unkompliziert an, die meisten Eltern konnten eh zu Hause bleiben und auch die Rettungsdienste hatten einen entspannten Tag. Lediglich die Berufsnörgler hatten etwas zu meckern, weil es sie ärgert, wenn Dinge „falsch“ funktionieren, also ohne populistisches Potenzial.
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