Die klassischen Medien haben es schwer, überregional, vor allem aber lokal. Wir wissen, wovon ich rede. Deshalb kann auch die Meldung „Westfälische Zeitungen sollen an Rheinische Post gehen“ vom 9. März nicht überraschen. Unter den Wechselkandidaten befindet sich auch der Aschendorff-Verlag, der schon vor rund 270 Jahren die Zeitung „Münsterische Staats-Relation“ herausgegeben hat. Die Belegschaften der betroffenen Medien seien informiert worden, Kündigungen stünden vorerst nicht im Raum, heißt es lapidar – wie es in der Regel endet, wissen wir.
Diese Entwicklung ist Symptom und Ursache zugleich. Opas (oder Omas) Zeitung ist tot. Internet, soziale Medien und KI haben nicht nur die Form der Nachrichten verändert, sondern auch deren Inhalte. Fake News schlagen Fakten. Die „alten“ Medien haben darauf spät reagiert, weil sie zu unflexibel und unbeweglich waren und sind.
Doch Konzentration und Monopolisierung bedeuten immer auch: Verlust der Vielfalt von Inhalten und Meinung – auch in Demokratien. In Regimen wie Russland, China oder Nordkorea bestimmt der Staat, was gemeint werden darf. Aber auch in den Demokratien ist die Freiheit der Medien immer häufiger die Freiheit derer, die sie und es sich leisten können. Ein Blick Richtung USA genügt, um zu wissen, wie angreifbar die vierte Gewalt ist.
Es braucht also echte Alternativen und keine scheinbaren, die nur ganz alten Wein in noch älteren Schläuchen verkaufen. Übrigens soll es Medien geben, die der Entwicklung trotzen, Sie halten gerade Ihre Hände dran.
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