Alle Menschen suchen es, einige finden es, die meisten gehen allerdings achtlos daran vorbei. Das Glück hat es eben auch nicht leicht. Grund genug für die diesjährigen Duisburger Akzente Glücksmomente in Theater, Literatur, Musik, Film zu suchen und hoffentlich auch zu finden. Also läuft auf der Bühne ein Mann ungebremst in sein Glück hinein – denn seine Beine gehorchen ihm nicht mehr. Das Stück von Ingrid Lausund aus dem Repertoire des Theaters in Duisburg macht die ganze Krux mit dem vermaledeiten Hoffnungsträger für alle Lebenslagen bereits transparent.
Ein wichtiger Kern der „Glücks“-Akzente aber bleibt das jährliche Theatertreffen. Hier reist in diesem Jahr das Berliner Ensemble mit Benjamin von Stuckrad-Barres Autobiografie „Panikherz“ aus der Hauptstadt an. Auch die Bühnenfassung von Oliver Reese thematisiert seine wechselnden Strähnen aus Pech und Glück und Hoffnungslosigkeit – Heilsbringer und immer im Blick die Lichtgestalt Udo Lindenberg. Aus Dresden kommt – quasi als glückliches Gegenstück – das Staatsschauspiel Dresden mit einer ziemlich bonbonbunten Inszenierung von Shakespeares „Sommernachtstraum“.
In den dunklen Wald geht es auch in der Maskentheaterinszenierung „Klasse Glück“ vom Theater Strahl in Kooperation mit dem Theater Duisburg, die während der Akzente Premiere feiert. Statt grenzenloser Freiheit und seltener Glücksmomente, werden auch dort die gruppendynamischen Grenzen nur bis zu einer imaginären Linie ausgelotet. Regisseur Stefan Lochau feiert mit einer Klasse den letzten gemeinsamen Ausflug.
Mit einer Deutschland-Premiere starten die Akzente in ihre 41. Spielzeit. In der Kulturkirche Liebfrauen gastiert das kanadische Duo Les Foutoukours, mit ihrem Stück „Kombini“. Dort haben zwei Clowns vergeblich auf den Anruf des berühmten internationalen Theaters gewartet und begeben sich nun in die Hölle – zu einem Auftritt beim Kindergeburtstag. Seit 2014 arbeiten die beiden kanadischen Zirkusclowns Rémi Jacques und Jean-Félix Belanger zusammen und suchen gemeinsam mit ihrem Publikum Liebe, Glück, Freundschaft und natürlich Erfolg.
41.Duisburger Akzente | 7.3. - 29.3. | Duisburg | 0203 940 00
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Tanzen bis zum Umfallen
46. Duisburger Akzente – Festival 03/25
Über die Familie
45. Duisburger Akzente – Festival 03/24
„Man muss sich über alte Zöpfe Gedanken machen“
Clemens Richert zur 44. Auflage der Duisburger Akzente – Festival 03/23
Betonung auf Wunder
44. Duisburger Akzente – Prolog 02/23
Weg vom patriarchalen Muff
Véronique Olmi über „Die Ungeduldigen“ – Festival 03/22
Alte und neue Grenzen
43. Duisburger Akzente – Festival 03/22
Weihnachten im Panzer
Lesung „Aurora“ von Sascha Reh am 1.4. bei den Duisburger Akzenten – Literatur 04/19
Zukunft hinterm Realismus
„Utopien“ begleiten die 40. Duisburger Akzente – Prolog 03/19
Kriegskuchen im Atombunker
Die 39. Duisburger Akzente – Bühne 03/18
Schlachten werden nie gewonnen
Die 39. Duisburger Akzente unter dem Motto „Nie wieder Krieg?“ – Prolog 03/18
Literarische Lebensbilanz am Hafen
Poetische Werkstatt Ruhrort setzt mit Lenz-Lesung Akzente – Literatur 03/16
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26
Der Tod am Anfang
„Radio and Juliet“ am Theater Dortmund – Tanz an der Ruhr 05/26
Die Umschulung des Übels
„Adams Äpfel“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 05/26
„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
Abstieg in die Fleischerei
„Faulender Mond“ am Essener Grillo-Theater – Prolog 05/26
„Ich habe mich ausgetobt in verschiedenen Genres“
Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26