Hinterm Gartenzaun leben tatsächlich auch noch Menschen, und die können einem das Leben zur Hölle machen. Nichts ist in der deutschen Provinz zwischen Doppelhaushälften und Reihenhauswäldern schlimmer als das innere Gefüge der Kleingrundbesitzer.
Die Kammerspiele in Bochum sind ein heiliger Ort. Hier standen Helden der Theatergeschichte von Christine Kaufmann bis Ulrich Wildgruber, von Dörte Lyssewski bis, na ja, nehmen wir mal Herbert Grönemeyer, weil der eigentlich so schön ins Konzept von Regisseur Frank Abt passen würde.
„Unsprechbares Zuhause" lautet die letzte Textzeile der Zeitgenössischen Oper „Neither" von Morton Feldman, mit welcher die zum Dreiklang zusammengefasste Oper-Zeit-Reise zum Geburtstag des Großen Hauses in einer kompositorischen Grenzerfahrung der Gegenwart mündet.
Oberhausen. Ruhrpott. Mitten im seit Jahren gebetsmühlenartig artikulierten Strukturwandel packt Theaterintendant Peter Carp Tennessee Williams „Endstation Sehnsucht“ in den Spielplan.
Das Festival beginnt Ende November mit einem "Eröffnungsmarathon" in der Kölner Halle Kalk, denn das Prinzip der allgemeinen Überforderung hat sich für die „Impulse“ – das die wichtigsten freien Produktionen der letzten zwei Jahre in Deutschland, Österreich und der Schweiz außerhalb des Stadttheaters zeigt – bewährt.
Früher machte er Theater über Mariah Carey und Franziska van Almsick. Nach seinem Bochumer Nokia-Projekt „Connecting People“ entwickelt Regisseur Frank Abt jetzt einen Theaterabend auf der Grundlage von Interviews mit Menschen auf der Suche nach den Superstars aus der Retorte.
Kann man dem Chaos mit Strenge begegnen? Oder werden alle menschlichen Regeln irgendwann endgültig der kosmischen Anarchie weichen? „Deo gratias“ nannte der flämische Komponist Johannes Ockeghem seinen 36stimmigen Kanon, den er um 1450 zur höchsten Ehre Gottes komponiert hatte.
Die Tage Alter Musik in Herne sind zwar nicht gezählt, doch seit ein paar Jahren haben sie einen schillernden Gegenpol und Herne ein zweites kulturelles Standbein. Statt Lauten, Harfen und Schalmeien im November zeigt Pottporus in diesem Monat schon mal alles, was die junge HipHop-Szene hergibt.
Es gab für Johnny Cash immer ein Leben hinter „Jackson“ oder dem „Ring of Fire“. Die Furchen in seinem Gesicht erzählen jede für sich eine andere Geschichte. Bereits ein Jahr nach seinem Tod schrieb der in New York geborene Autor und Theaterregisseur James Edward Lyons das musikalische Portrait „Johnny Cash – The Beast In Me".
Moers hat ein neues Etablissement. Es liegt mitten im Schloss und bietet wohl zahlreiche Rotlicht-Freuden. Zwischen teurem Hochprozentigem und kleiner Sadomaso-Kammer lungern dort jedenfalls öfter ein gewisser Faust mit seinem Kumpel Mephisto auf abgenutzten Sesseln.

Gemeinsam gegen einsam
„Wo sind denn alle?“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 02/26
Bett trifft Ballett
„Frida“ am Dortmunder Ballett – Tanz an der Ruhr 02/26
„Das Stück stellt uns vor ein Dilemma“
Regisseurin Mateja Koležnik über „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ in Bochum – Premiere 02/26
„Ein ungewöhnlicher Frauencharakter“
Dramaturgin Patricia Knebel über die Oper „Die Fritjof-Saga“ am Essener Aalto-Theater – Interview 02/26
Witz, Tempo, Herz
Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ in der Oper Dortmund - Bühne 02/26
Zurück in den Sumpf!
Jean-Philippe Rameaus „Platée“ am Theater Hagen – Bühne 02/26
Das eigentliche Böse
„Deep Sea Baby“ im Mülheimer Ringlokschuppen Ruhr – Prolog 01/26
„Eine Referenz auf Orte im Globalen Süden“
Regisseur:in Marguerite Windblut über „Der Berg“ am Essener Grillo-Theater – Premiere 01/26
Die Flut aus toten Körpern
„Staubfrau“ am Theater Oberhausen – Prolog 01/26
Manischer Maskenball
„Delirious Night“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 01/26
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
Der böse Schein
„Söhne“ in der Moerser Kapelle – Prolog 12/25
Tanzbein und Kriegsbeil
Filmdoku in Düsseldorf: Urban Dance in Kiew – Tanz an der Ruhr 12/25
„Totaler Kulturschock. Aber im positiven Sinn“
Schauspielerin Nina Steils über „Amsterdam“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 12/25
Verlorene Jahre
„The Drop“ am Jungen Schauspiel in Düsseldorf – Prolog 11/25
Kampf, Verlust und Liebe
Vorweihnachtliche Stücke für junges Publikum im Ruhrgebiet – Prolog 11/25
„Jede Inszenierung ist eine Positionierung“
Regisseur Kieran Joel über „Antichristie" am Schauspielhaus Dortmund – Premiere 11/25
Tanz der Randfiguren
„Der Glöckner von Notre-Dame“ in Essen – Tanz an der Ruhr 11/25
Das selbsternannte Volk
„Die Nashörner“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 10/25
Körper und Krieg
„F*cking Future“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 10/25
„Subjektive Wahrnehmung ist verboten“
Regisseurin Jette Steckel über „Das große Heft“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 10/25
Foltern ohne Reue
„Törleß“ am Bochumer Rottstr 5 Theater – Prolog 10/25
Graf Fridol geht auf Nachtschicht
Musik-Improtheater beim Duisburg Fringe Festival – Festival 09/25
Auf einem Mistkäfer zum Olymp
„Der Frieden“ am Schlosstheater Moers – Prolog 09/25
Ein großartiges Schlachten
Elfriede Jelineks „Am Königsweg / Endsieg“ in Essen – Prolog 09/25