Jedes Jahr Sommertheater. Natürlich. Die kommunalen Häuser haben Spielpause, die große RuhrTriennale in relativer Ferne, da schaut man mal um die Ecke. In diesem Jahr einmal Shakespeare gegen Boulevard, oder doch Shakespeare als Boulevard?
In diesem Kunsttempel haben die Granden der Bühnenkunst ihre Duftnoten zuhauf hinterlassen. Fast alle großen Theatermacher sind durch das Bochumer Schauspielhaus gegangen, ein paar als Intendanten, die meisten als Regisseure. Hier hängt die Geschichte noch in der letzten Vorhangfalte.
Die Zukunft wird nicht einfacher. Wenn sie auch nur virtuell bleiben mag. Selbst Cyborgs haben manchmal technische Probleme, die Programmierung der Extremitäten ist überaus kompliziert. Wehe, wenn die Bewegungen nicht synchron ablaufen, dann haben die Mitarbeiter des Instituts für Kybernetik und Zukunftsforschung richtig Arbeit, oder liegt es etwa an ihnen selbst?
Besucherinnen und Besucher der neanderland BIENNALE 2013 sehen in diesem Jahr ROT – die typischen Assoziationen „Liebe“, „Blut“ und „Wein“ werden interpretiert von deutschen und polnischen Ensembles. Die Stücke des Festivals tauchen große und kleine Säle, ein leerstehendes Krankenhaus, eine Wasserburg, ein Stellarium, Plätze und Parks in warmes Licht und starke Emotionen.
So viel Unschuld vom Lande – das geht auf keine Kuhhaut. Zumal diese Unschuld mit der langen, tiefschwarzen Mähne und dem bunten Dirndlkleidchen frappierend an ein berühmtes schönes Mädchen erinnert. Bloß welches war es gleich?
Hardcore-Pornoheftchen werden gereicht, ein Gläschen Sekt zum Einstimmen. Die Schauspielerin Lisa Jopt im authentischen Straps-Outfit betont gleich „Nicht reingucken, es ist widerlich“, alle schauen natürlich doch ins fleischige Einerlei. „Nicht einstecken“, ruft sie noch, doch einige der nicht ganz billigen Hefte sind längst verschwunden.
Die „Weißen Nächte“ des Theaters an der Ruhr in Mülheim sind „ein Unikum“ (Roberto Ciulli). Fünf Tage gesponserte Kultur für alle, bei freiem Eintritt in den Raffelbergpark. Entstanden ist das kleine Festival, das keins sein will, wegen übergroßer Hitze im Theatersaal vor zehn Jahren. Daraus entstand die Idee „Wir schenken dem Publikum am Ende der Spielzeit drei Vorstellungen“.
Immer wieder ... montags geht es rund im Dortmunder Spiegelzelt, das nun am Steinernen Turm in der Nähe der U-Bahn-Station Westfalenhalle aufgebaut wurde, um bis Mitte Oktober das „RuhrHOCHdeutsch“-Festival zu präsentieren. Ende Juni gestartet dürfen wir uns auf einen abwechslungsreichen Sommer freuen, einen, in dem es was zu lachen, zu griemeln und zu genießen gibt.
Die neueste Jury ist immer die dümmste. Festivals, die sich auf die Fahnen schreiben, die Trüffel vom Kunstacker aufzuklauben, sehen sich einem wiederkehrenden Ritual gegenüber: Jeder selbsterklärte Kunstrichter kann aus dem Eff-Eff eine Bestenliste herunterbeten, die den amtierenden Juroren genüsslich eklatante Blindheit nachweist.
Es gibt keine Welt, die wirklich lockt, wenn das Licht dort nicht leuchtet. Theater funktioniert auch schlecht im Dunkeln. Manche Stücke funktionieren aber aus sich selbst heraus, und es gibt auch Texte, die eigentlich gar nichts brauchen. Der Tiroler (österreichische Seite) Händl Klaus schreibt solche Stücke, die manchmal nur einen abgeschnittenen Finger brauchen oder eine Schatzkarte.

Der verdrängte Müll
„Waste Me“ in Pact Zollverein – Tanz an der Ruhr 09/26
Eine Welt aus Mensch und Maschine
Spielzeiteröffnung im Theater an der Ruhr – Prolog 09/26
„In so einer revolutionären Situation sind wir heute nicht“
Regisseur Matthias Heße über „Die Zofen“ am Schlosstheater Moers – Premiere 09/26
Zwischen Identität und Instrumentalisierung
„Back to Kidal“ bei der Ruhrtriennale – Tanz an der Ruhr 08/26
Dauerbrenner unter freiem Himmel
Das NN Theater Freiluftfestival 2026
Ein Straßenfeger im Osten des Reviers
33. Festival Welttheater der Straße in Schwerte – Prolog 08/26
„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26
Die Umschulung des Übels
„Adams Äpfel“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 05/26
Der Tod am Anfang
„Radio and Juliet“ am Theater Dortmund – Tanz an der Ruhr 05/26
„Ich habe mich ausgetobt in verschiedenen Genres“
Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Abstieg in die Fleischerei
„Faulender Mond“ am Essener Grillo-Theater – Prolog 05/26
„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
Intendant Olaf Kröck über die Ruhrfestspiele Recklinghausen 2026 – Premiere 05/26
Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26