Die „Weißen Nächte“ des Theaters an der Ruhr in Mülheim sind „ein Unikum“ (Roberto Ciulli). Fünf Tage gesponserte Kultur für alle, bei freiem Eintritt in den Raffelbergpark. Entstanden ist das kleine Festival, das keins sein will, wegen übergroßer Hitze im Theatersaal vor zehn Jahren. Daraus entstand die Idee „Wir schenken dem Publikum am Ende der Spielzeit drei Vorstellungen“.
Immer wieder ... montags geht es rund im Dortmunder Spiegelzelt, das nun am Steinernen Turm in der Nähe der U-Bahn-Station Westfalenhalle aufgebaut wurde, um bis Mitte Oktober das „RuhrHOCHdeutsch“-Festival zu präsentieren. Ende Juni gestartet dürfen wir uns auf einen abwechslungsreichen Sommer freuen, einen, in dem es was zu lachen, zu griemeln und zu genießen gibt.
Die neueste Jury ist immer die dümmste. Festivals, die sich auf die Fahnen schreiben, die Trüffel vom Kunstacker aufzuklauben, sehen sich einem wiederkehrenden Ritual gegenüber: Jeder selbsterklärte Kunstrichter kann aus dem Eff-Eff eine Bestenliste herunterbeten, die den amtierenden Juroren genüsslich eklatante Blindheit nachweist.
Es gibt keine Welt, die wirklich lockt, wenn das Licht dort nicht leuchtet. Theater funktioniert auch schlecht im Dunkeln. Manche Stücke funktionieren aber aus sich selbst heraus, und es gibt auch Texte, die eigentlich gar nichts brauchen. Der Tiroler (österreichische Seite) Händl Klaus schreibt solche Stücke, die manchmal nur einen abgeschnittenen Finger brauchen oder eine Schatzkarte.
Wer hätte gedacht, dass ihm ausgerechnet diese deutschen Groupies „from Kassel“ am Ende noch die Show stehlen würden – und das an seinem 77. Geburtstag. Den nämlich hat sich Nermina Kukic für die Premiere ihrer Hommage an Dennis Hopper ausgesucht.
Das kreative Chaos war groß und das Desaster bereits absehbar, doch dann landeten Bert Brecht und Komponist Kurt Weill mit ihrer satirischen „Ludenoper“ im Spätsommer 1928 einen Coup, der unerwartet hohe Wellen schlug. Auch Hagen wurde seinerzeit davon erfasst und brachte die neuartige Schauspielrevue auf die Bühne seines Theaters.
Die diesjährigen Impulse, das biennal stattfindende Festival Freier Theater startet mit einer Frage: Wie besetzt man einen imaginären Raum innerhalb eines imaginären Kontexts? andcompany&Co., seit Jahren ausgewiesene Experten für lustvolles Politdiskurs-Jonglieren, besetzen gemeinsam mit flämischen und niederländischen Kollegen die Kölner Studiobühne und proben den Aufstand.
Oft hat man das Gefühl, unter die Räder zu kommen oder auf der glatten Oberfläche des Lebens auszurutschen. In Liebesdingen führt dies mitunter zu Verwirrung oder in den Abgrund. Sibylle Broll-Pape inszeniert am Bochumer Prinz-Regent Theater mit „Anna Karenina“ eine solche Gefühlsachterbahn.
In einem real existierenden Tunnel inszeniert Sybille Fabian in der Wuppertaler Oper Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“. „In der Unübersichtlichkeit der modernen Welt wird Schuld verwischt und abgeschoben, der Moderne kommt nur die Groteske bei“, so der Schriftsteller 1966. Wer sich also in Wuppertal mal einen tragikomischen Abend auf Schweizer Art gönnen will, der schlittert in Fabians Inszenierung in ein vehement mimisches Spiel auf farbloser Bühne, auf der sich gar grausige Szenen abspielen.
Der Satz klingt wie ein Statement: „Einen Scheiß weißt du“. Genau. Doch „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ sollen die Wissenslücken füllen. US-Autor David Foster Wallace hat dafür ganz große Bögen geschlagen. Dass Männer nur das eine wollen und Frauen dieses Eine auch ziemlich wissenschaftlich betreiben können, wissen wir Alteuropäer seit der Antike. A

„Wir gehen den Weg zusammen“
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