Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum braucht er was zu essen, bitte sehr! Es macht ihn ein Geschwätz nicht satt, das schafft kein Essen her. (Bertolt Brecht) Ja blöd schwätzen will man ja wirklich nicht, wenn in Wuppertal das Engelsjahr 2020 beginnt. Ja es geht um Friedrich Engels. Der aus der Schwebebahnstadt stammende Freigeist aus gutem Hause und mit eigenem Textil-Betrieb in Manchester wäre in diesem Jahr nämlich 200 Jahre alt geworden, wenn es die Kryonik damals schon gegeben hätte.
Mit einer großen Eröffnungsveranstaltung startet Wuppertal ins Festjahr. Schauspiel, Oper und Sinfonieorchester der Stadt präsentieren ein Programm aus historischen Ereignissen, Texten, Liedern und Opernszenen rund um die Welt des stillen Revoluzzers, der die politischen und sozialen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts stark beeinflusst hat. Aber auch die freien Künste kommen am roten Aufklärer nicht vorbei, folgerichtig gibt es das Projekt „Rote Socken“ (ab 15.2.) das Bildende und Darstellende Kunst in Performances verbindet und zum Mitmachen einlädt. Zeitgenössisch korrekt im Stil eines Flashmobs oder einer (Freitags-)Demonstration wird im Laufe des gesamten Engelsjahres an unterschiedlichen Orten Aufmerksamkeit erregt.
Aber wie steht es um Ihr Klassenbewusstsein? Denn vielleicht sind Sie ja gar nicht für einen Engels-Flashmob geeignet. Begeben Sie sich also ins LOCH und nehmen an einem mehrteiligen Workshop teil, der scheinbar verstaubte politische Begriffe wieder lebendig werden lässt, denn dann – und nur dann – wären Sie auch in der Lage im Wuppertaler Historischen Zentrum der philosophisch-feuilletonistischen Hommage der Literaturwissenschaftlerinnen Jutta Höfel und Christine Hummel zu folgen. Und – macht euch keinen Kopf, das Jahr ist noch lang.
Familienaufstellung nach Friedrich Engels | Mo 10.2. 19 Uhr | LOCH Wuppertal | gestalt@thorstenkraemer.de
Eröffnungsveranstaltung | Sa 15.2.(P) 19.30 Uhr | Oper Wuppertal | 0202 563 76 66
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