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Emil Schumacher, Falacca, 1989, Öl auf Holz, 170 x 250 cm, Emil Schumacher Museum, Hagen
© VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Ralf Cohen, Karlsruhe

Energisch gegen die Fläche

20. Dezember 2018

Emil Schumacher im Museum Küppersmühle in Duisburg – Kunstwandel 01/19

Gar nicht weit entfernt von Duisburg, im Museumsquartier Hagen, gibt es ein eigenes Museum für Emil Schumacher, den Sohn der Stadt. Und doch macht die große Retrospektive, die derzeit in der Küppersmühle für diesen wichtigen abstrakt expressiven Maler ausgerichtet wird, Sinn. Sie stellt über die verschiedenen Werkphasen hinweg das heraus, was die Qualität der Malerei von Schumacher ausmacht: das widerständige Zusammenwirken des Duktus mit der Malfläche.

Emil Schumacher (1912-1999) gehört zu der Künstlergeneration in Deutschland, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg neu orientieren muss. Zunächst sind seine Bilder gegenständlich, ab den frühen 1950er Jahren – und im Umfeld der Recklinghäuser Künstlergruppe junger westen – findet er einen eigenen Weg in der Abstraktion. Nur bedingt lässt er sich der grassierenden informellen Kunst zuordnen, denn immer noch lassen sich Bezüge zur Realität, insbesondere zu Landschaft und Natur herstellen.

Seine Malerei verweigert sich einer routinierten, wie von selbst gesteuerten Bildsprache. Zugleich bedeutet der malerische Aufbau des Bildes auch dessen Zerstörung. Die Bildfläche ist schründig, sie wird massiv, erweitert sich zum pulsierenden Bildkörper, der einheitlich von einer Farbe bestimmt wird. Das Rot, Gelb oder Blau ist in eine leuchtende Helligkeit gehüllt, dann wieder ist das Bild dunkel, erdig. In der Oberfläche zieht Schumacher ein feines Netzwerk oder eine breite schwarze Linie, die kraftvoll und zögernd zugleich durch das Bild fährt und mitunter an ein Gebirge oder an ein Tierwesen denken lässt. Das alles trägt die Intensität existenzieller Erfahrung, denken wir, in der Ausstellung in Duisburg, nur an solche Werke wie „Mabudan“ (1965), bei dem die schwarzen Partien von oben auf das wie Lava glühende Rot drücken, oder an das gelbe „Falacca“ (1989), bei dem der Umriss eines Pferdes das riesige Format beherrscht und zugleich an Höhlenritzungen erinnert, die Jahrtausende überdauert haben. Die großen, ja monumentalen Bilder sind locker in der großen, hohen Halle zusammengestellt: Mehr als sonstwo wird deutlich, was für eine Wucht und Energie in diesen Bildern steckt – und wie sanft und fragil sie doch gleichzeitig sind.

Emil Schumacher. Inspiration und Widerstand | bis 10.3. | Museum Küppersmühle Duisburg | 0203 30 19 48 10

Thomas Hirsch

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