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Jannis Kounellis, O.T., 2005, Kohlesäcke, Stahl, 44x212x280 cm, Sammlung Venet Foundation, Installationsansicht MKM 2018, © VG BILD-KUNST, Bonn
Foto: Henning Krause

Nicht genau

30. August 2018

Für Kounellis in Duisburg – Ruhrkunst 09/18

Eigentlich sollte alles anders sein. Als Beitrag zur Ausstellungsfolge „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen hatte das Museum Küppersmühle eine Einzelpräsentation mit dem berühmten Jannis Kounellis geplant. Er gehört zu den Protagonisten der Arte Povera, die, ausgehend von Italien, mit „billigen“ Werkstoffen intensive Erzählungen geschaffen hat. Zu seinen Materialien gehören die Kohle und das Eisen, und damit hat er karge und doch metaphorisch komplexe Objekte, Reliefs und Installationen geschaffen: Bei Kounellis ging es um das Leben und das Sterben, die Trauer und die Freude am Leben. Als Kounellis vor einigen Jahren zur Ausstellung in der Küpersmühle in Duisburg zusagte, war klar, dass die Einrichtung durch ihn selbst erfolgen musste. Doch mit seinem Tod 2017 musste das Museum umdenken und wollte doch nicht ganz von ihm lassen.

Also, ausgehend von ausgewählten, mithin historischen seiner Werke wurden nun weitere Künstler eingeladen, mit einzelnen Arbeiten in einzelnen Raumsegmenten beizutragen, die sich mit Kohle oder dem Bergbau oder der Schwerindustrie befassen. Da ist Timm Ulrichs' Kohleofen, der aus Brikett-Mauerwerk besteht und noch in einer eigenen Aktion – außerhalb des Museums – entfacht werden soll. Michael Sailsdorfer, der einzige Künstler der jüngeren Generation, hat eine „Tränenpresse“ geschaffen: Auch diese Tränen aus Kohle werden verbrannt. Sie verdampfen. Ayşe Erkmen wiederum hat Leuchtstoffröhren, Heizstrahler und Elektrodenkohle auf Augenhöhe platziert und erzeugt so Licht und spürbare Wärme. Der Film von Sun Xu beschäftigt sich mit dem Bergbau in China. Bernard Venet, der mit dem Haus freundschaftlich verbunden ist, hat ein Arrangement aus unterschiedlichen Stahlelementen – und damit einen Arbeitsplatz – geschaffen. Aber erst mit Anselm Kiefers bezaubernd feiner Installation kommt ein gewisser Zauber in die allzu betuliche und irgendwie leidenschaftslose Präsentation. Am Schluss sind es doch die Werke von Jannis Kounellis, die die Bedeutung und den Reiz der Ausstellung ausmachen. Sein Schatten lastete allzu schwer auf den Kuratoren. 

Hommage an Jannis Kounellis | bis 28.10. | Museum Küppersmühle in Duisburg | 0203 30 19 48 11

Thomas Hirsch

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