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Bernd Koberling, Landlinien I, 1988, Öl auf Leinwand, 225 x 320 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn
Foto: Jochen Littkemann

Unentwegt Landschaft

21. Dezember 2017

Bernd Koberling in Duisburg – Ruhrkunst 01/18

Seit mehr als einem halben Jahrhundert widmet sich der Berliner Maler Bernd Koberling ausschließlich einem Thema: der Landschaft und der Natur in ihr. Koberling ist hierzulande einer der wichtigsten Erneuerer dieses vermeintlich ausgereizten Genres, und das vollständig als Einzelgänger. Es gibt nur zwei Phasen in seinem Werk, die parallel zum Kunstgeschehen verlaufen. Das war in seinem Frühwerk, als er die Prinzipien der schablonenhafte Pop Art in die räumliche Erfahrung der Landschaft übertragen hat. Und das war in den 1980er Jahren, als Koberling, der als Professor für Malerei an der Berliner Hochschule als einer der „Väter“ der Jungen Wilden gilt, mit seiner Thematik an dieser Strömung partizipierte und expressiv gegenständlich malte.

Bernd Koberling lotet in seinem Werk zwischen seinen Empfindungen in der Großstadt Berlin und der Weite, Stille und Einsamkeit in Nordeuropa aus. Zunächst ist er an die Fjorde Skandinaviens gereist, seit Ende der 1970er Jahre hält er sich jährlich für mehrere Monate auf Island auf. Koberling transzendiert die Naturerfahrung mittels des Sehens, übertragen auf Leinwand und Papier. Die konzentrierte Kargheit, das Unabgelenkte des Wahrnehmens mit seinem Echo in der Stille, aber auch der Reichtum der Natur und ihre wiederkehrenden Strukturen sind Gegenstand seiner Malerei, die sich in verschiedenen Werkgruppen entwickelt. Nach Phasen der Verdichtung, Überlagerung und Schichtung wendet er sich in den 2000er Jahren zarten, gespinstartigen Findungen auf dem weißen Bildträger zu, die ein Wechselspiel von Verschwinden und Auftauchen beschreiben, vielleicht an Spuren im Schnee oder die Berührung einer Libelle mit dem Wasser erinnern und doch ganz anders sind. Dass es um Erinnerung, die Bewusstwerdung des eigenen Lebens, überhaupt um wesentliche existenzielle Überlegungen geht, belegen noch die Titel der Werkgruppen. Und wie schön das ist und dass die Monotonie eben nicht monoton ist, belegt die Retrospektive zum 80. Geburtstag Koberlings im Museum Küppersmühle. Sie ist eine wahrhaft seltene Gelegenheit, dieses Werk zu entdecken.

Bernd Koberling. Werke 1963-2017 | bis 28.1. | Museum Küppersmühle Duisburg | www.museum-kueppersmuehle.de

THOMAS HIRSCH

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