Als sich im Dortmunder Schauspielhaus der massive Stahlvorhang ein Stückchen hebt, öffnet sich die Schneekugel des Franz Woyzeck. Vorsichtig und ungelenk arbeitet er sich nach draußen, erkundet die Welt, die sich da auftut, sieht die vielen Zuschauer, die ihn anstarren...
Eine graue Sozialwohnungsbau-Pappwand auf der Bühne. Ein Lichtermeer aus modischen Grubenlämpchen im Publikum. Die Handlung beginnt ganz oben auf den Scheinwerfer-Traversen mit richtig Getöse. Hier soll ja Bergbau gespielt werden, die Geschichte von Kumpel Katlewski (Jörg Malchow), der da noch scheinbar besinnungslos im Stollen liegt.
Ein Kommen, ein Gehen, ein Suchen, ein Finden. Irgendwo. In Bewegungsmustern, die auf der Bühne der Bochumer Kammerspiele ungewöhnlich sind. Breakdance gehörte nun einmal auf die Straßen der Welt, nicht auf die Bretter, die sie wohl bedeuten.
Am 6. Mai 2010 sank der Dow Jones um satte 10 Prozent, weil ein Investmentfonds eine Transaktion von Terminkontrakten ungewöhnlich schnell abwickelte. Im eigentlichen Wonnemonat wurde binnen Minuten ein Börsenwert von gut 800 Milliarden Dollar vernichtet.
Sein Wechsel von Essen nach Bochum wurde argwöhnisch beobachtet. Doch bereits mit seinem ersten Premierenreigen hatte Anselm Weber das Bochumer Publikum auf seiner Seite. Ungewöhnliches Theater, Breakdance in den Kammerspielen und mit Christoph Nußbaumeders „Eisenstein“ eine erste Intendantenregie, an der es nichts zu meckern gab.
Das Grauen kommt schleichend, nicht nur für die Zuschauer, auch für die Schauspieler auf der Bühne. Das Theaterstück „Verbrennungen“ des libanesisch-kanadischen Autors Wajdi Mouawad kennt keinen Ort, benennt weder Täter...
Der Weg zu den Sternen führt für Anneliese und Peter vorbei an der glühenden Sonne, vorbei an der ISS im Orbit, dann müssen sie noch durchs ganze Sonnensystem und die Treppe rauf ins Dunkle, wo der gute alte Trabant an der Gasometerkuppel baumelt.
Kultur ist ein mächtiger Menschenmagnet. Manchmal kann sie sogar Kirchen wieder füllen, das freute auch den Domprobst der Bochumer Kulturkirche Christ-König. Für die Fidena-Produktion „King Kongo“ waren junge Musiker aus Kinshasa angereist und erzählten in Lingala und Französisch eine bittersüße Geschichte...
Das Leben ist eine Kirche, der Glaube ein Putzlappen. Mit diesem Reinigungsmittel hat der Klerus manch heimlichen Spermaflecken so lange entfernt, bis das rohe Holz unter dem heiligen Blattgold hervorlugte.
Alles beginnt mit einem Menschlein, auf dem alle herumtrampeln. Schauspieldirektor Kay Voges inszeniert Büchners „Woyzeck“. Beim Generationenwechsel rumorte es erst einmal in der Stadt, da der Düsseldorfer gleich das gesamte Ensemble austauschte.

Ballett und Battles
„Kleine Hände“ im Musiktheater im Revier (MiR) – Tanz an der Ruhr 11/26
Die Revolution bleibt aus
„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ in der Kokerei Hansa Dortmund – Prolog 11/26
„Die Chaostheorie als Denkfigur“
Neue Spielzeit mit dem Titel „Chaos“ im Theater Mülheim an der Ruhr – Premiere 11/26
Reise durch die wilde Mittelerde
„Der Hobbit“ im Jungen Schauspiel Düsseldorf – Prolog 10/26
„Beethoven bleibt in voller Strahlkraft erhalten“
Regisseurin Claudia Bossard über „Clockwork Orange“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 10/26
Waacking und Wende
„Kipppunkte“ am Theater Oberhausen – Tanz an der Ruhr 10/26
„Es geht um Selbstermächtigung und Freiheit“
Regisseurin Elisabeth Stöppler über „Das Wunder der Heliane“ am Aalto-Theater Essen – Interview 10/26
Bürgerliche Moral auf Koks
„Die Dreigroschenoper“ in der Dortmunder Kokerei Hansa – Prolog 10/26
Tanzende Pixel und Shakespeare auf dem Turntable
Favoriten Festival in Dortmund – Bühne 09/26
Legenden der schönen, scharfen Klinge
„Samurai X“ am Jungen Schauspiel Düsseldorf – Bühne 09/26
Der verdrängte Müll
„Waste Me“ in Pact Zollverein – Tanz an der Ruhr 09/26
Eine Welt aus Mensch und Maschine
Spielzeiteröffnung im Theater an der Ruhr – Prolog 09/26
„In so einer revolutionären Situation sind wir heute nicht“
Regisseur Matthias Heße über „Die Zofen“ am Schlosstheater Moers – Premiere 09/26
Zwischen Identität und Instrumentalisierung
„Back to Kidal“ bei der Ruhrtriennale – Tanz an der Ruhr 08/26
Dauerbrenner unter freiem Himmel
Das NN Theater Freiluftfestival 2026
Ein Straßenfeger im Osten des Reviers
33. Festival Welttheater der Straße in Schwerte – Prolog 08/26
„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
„Die Räuber“ am Bochumer Schauspielhaus – Prolog 06/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26