Verknappungsphänomene
Ein Intendant geht ohne Reue, aber mit einer Träne in den Augenwinkeln. So richtig wohl fühlte sich Elmar Goerden auf der großen Bühne des Bochumer Schauspielhauses nicht, stand er da doch nicht als Regisseur, sondern als Schauspieler, der angestrengt versuchte, die Regieanweisungen von Marco Massafra umzusetzten. Der Text stammte von Justine el Corte, die das Stückchen „Am Ende – Ohne alles“ ausdrücklich für den Intendanten geschrieben hatte. Noch einmal zeigte der an zwei Tagen und in allen Spielstätten 27 Ur aufführungen. „Ohne Alles 3“ ist ein Festival aus der Not geboren. Im September 2006 brannte das Außen - lager des Theaters mit Bühnenbildern, Re - quisiten und Kostümen ab. Das Theater war in Gefahr, zum Spielzeitstart in gähnender Leere spielen zu müssen. Nun, soweit kam es damals glücklicherweise nicht, aber die Idee zu einem neuen Festival war geboren. Autoren liefern Minidramen mit maximal drei Personen, die Inszenierungen sollten spärlich, aber eben nicht ohne Witz sein.
Oral. Anal. Live gespritztes Sperma. Eine Stunde Pornografie ohne Text. Als Metapher einer Gesellschaft, in der ein Mensch zur Ware geworden ist. Ob als Sexobjekt oder Sklave in der Arbeitswelt. Freigesetze Tiere agieren so, deren Hackordnung Macht ist. Gesellschaftsanalyse ohne Worte nennt das der japanische Theaterperformer Daisuke Miura. „Yume no shiro“, das „Schloss der Träume“ bleibt beim „Theater der Welt“ – Festival sicherlich umstritten – im positiven Sinn. Überhaupt setzen die asiatischen Theater - macher die Knaller. Sei es das Kollektiv FaiFai mit seinem quietschbunten Knallpopdrama „My Name is I love you“, bei dem zwei Roboter, die in der Sexindustrie arbeiten, einem Technoboy den Kopf verdrehen. Alles auf neun Quadratmetern Bühnenfläche, alles ohne Netz und doppelten Boden, nur der Riesenpenis war hier allerdings aus Latex. Ihn konnte man aber hinterher im quietschbunten FaiFai-Shop erstehen. Oder sei es das Achtstunden- Opus „Memory“, ein Tanztheater von Wen Hui, Wu Wenguang, Feng Dehu aus Peking, die eine ziemlich anstrengende Reise durch die Geschichte der Kulturrevolution choreografierten.
Der rote Teppich ist ausgerollt, die Sponsorenwand aufgestellt, die Stars können kommen. Hinein in die kleinste Gala der Welt mit Musik von Puccini bis Reinhard Mey, von Barcarole bis Baccara. Hier kann es passieren, dass die Callas Konkurrenz bekommt, Karl Marx die Rolling Stones interpretiert und Michael Jackson seinen Tod überlebt.
Bühnenperformance. Rituale der Musik. Präsenz der Andersartigkeit. Das Format „Century of Song“ hat das musikalische Profil der RuhrTriennale entscheidend geprägt. Nach fast 50 Veranstaltungen über angloamerikanische Musiktraditionen kommt es nun zu Veränderungen im Konzept.
Tiefe Liebe steht für radikale Weltverbesserung – ein noch unbewiesener Tatbestand für ein friedliches Leben der Menschen auf diesem Planeten. Viele Religionen und spirituellen Lehren haben sich diese Vision auf die Fahnen geschrieben, verwirklicht hat sie noch niemand.
In diesem Jahr trifft sich das Musik- und Sprechtheater zuerst einmal versöhnlich auf 500 Tonnen Sand. RuhrTriennale-Intendant Willy Decker inszeniert „Leila und Madschnun“, einen Text über die Ursubstanz der Liebe. Der Beduinenjüngling Qeis begegnet der jungen Leila. Beide entbrennen in tiefer Liebe zueinander.
Ein Intendant geht ohne Reue, aber mit einer Träne in den Augenwinkeln. So richtig wohl fühlte sich Elmar Goerden auf der großen Bühne des Bochumer Schauspielhauses nicht, stand er da doch nicht als Regisseur, sondern als Schauspieler, der angestrengt versuchte, die Regieanweisungen von Marco Massafra umzusetzten.
Die ISEA2010 RUHR gehört zu den internationalen Auftaktveranstaltungen, mit denen das neue Zentrum für Kunst und Kreativität im Dortmunder U eröffnet. Hier werden die Ausstellung TRUST und die E-Culture Fair stattfinden. Das International Symposium on Electronic Art gehört zu den wichtigsten internationalen Festivals für elektronische Kunst.
Die Gassen rund um den Markt in Schwerte sind verzaubert. Schritte hallen durch die Dunkelheit, Lichter blitzen. Ab und zu eilen merkwürdige Lebewesen vorbei. Schon an der nächsten Ecke können weitere Absonderlichkeiten lauern.
Oral. Anal. Live gespritztes Sperma. Eine Stunde Pornografie ohne Text. Als Metapher einer Gesellschaft, in der ein Mensch zur Ware geworden ist. Ob als Sexobjekt oder Sklave in der Arbeitswelt. Freigesetze Tiere agieren so, deren Hackordnung Macht ist.

„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
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„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Freiheit, Krieg, Einsamkeit
„Ptah VI“ am Essener Aaalto Theater – Tanz an der Ruhr 06/26
Freiheit gegen Tyrannei
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„Die Szene ist noch sehr lebendig“
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Schrecken aus Eis und Finsternis
Fidena in Bochum: Marionetten aus Eis gleiten auf Virginia Woolfs Wellen – Bühne 05/26
Die Umschulung des Übels
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Der Tod am Anfang
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Komponist Samuel Penderbayne über „Die verzauberte Stadt“ am Aalto-Theater Essen – Interview 05/26
Abstieg in die Fleischerei
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„Kunst kann helfen, auf die Welt zu reagieren“
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Kein Märchen von übermorgen
„1984 – Dystopie 2.0“ am Düsseldorfer Central 1 – Prolog 04/26
„Figuren wie unter einem Vergrößerungsglas“
Regisseur Jakob Arnold über „Ruf des Lebens“ am Schlosstheater Moers – Premiere 04/26
Zwei Künstler, drei Stücke
„Relations“ am Essener Aalto Ballett – Tanz an der Ruhr 04/26
Die Schwüle der Provinz
„Der Theatermacher“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 03/26
Suchen, Finden – und Verlieren
Benedict Wells‘ „Vom Ende der Einsamkeit“ am Schauspielhaus Bochum – Bühne 03/26
Kampf, Hoffnung, Überleben
„Burning City“ am Tanzhaus NRW – Tanz an der Ruhr 03/26
„Man muss in den eigenen Abgrund blicken“
Marie Schleef über „The Lottery“ am Essener Grillo Theater – Premiere 03/26
Zerbrechliche Landschaften
Elfriede Jelineks „Winterreise“ am Schauspielhaus Dortmund – Prolog 03/26
„Die KI wird nicht mehr verschwinden“
Karsten Dahlem inszeniert „Der Sandmann“ am Schauspiel Wuppertal – Interview 02/26
Weisheit, frei erfunden
„Tyll“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 02/26
Gemeinsam gegen einsam
„Wo sind denn alle?“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 02/26