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Eine Gala für Schindowski – „Show me Coco Jones“
Foto: Pedro Malinowski

The Last Dance

28. Juli 2011

Das MIR verabschiedet Bernd Schindowski - Theater Ruhr 08/11

Sein Name war untrennbar mit seinem Ensemble verbunden und ist selbst jenen Gelsenkirchenern geläufig, die mit modernem Tanz nicht viel anzufangen wussten. Das „Ballett Schindowski“ stand für Avantgarde und anfangs auch einen Hauch von Skandal – der Meister ließ seine Compagnie gern mal nackt auftreten. Nach 33 Jahren geht Bernd Schindowski jetzt in den Ruhestand, vorzeitig, weil er seine Tänzer vor einer gefährlichen Spardiskussion schützen wollte. Denn 2013, wenn Schindowski regulär ausgeschieden wäre, stehen dem Musiktheater im Revier Einsparungen von einer Million Euro ins Haus. Nun aber ist die Nachfolge rechtzeitig geregelt. 2012 wird die Amerikanerin Bridget Breiner die Leitung der Compagnie übernehmen und soll deren Erfolgsgeschichte fortsetzen.

Altmeister Schindowski bekommt zum Abschied einen langen Galaabend, für den er eine letzte Choreographie erarbeitet, lässt es sich aber auch nicht nehmen, parallel einen letzten Teil seiner Jugendreihe „Heavy Music – Cool Love“ auf die Bühne zu bringen. Seit 1998 gibt es sie schon, nahezu in jeder Spielzeit. „Show me Coco Jones!“, heißt der letzte Teil und feiert eine letzte Party. Es ist eine glamouröse rauschende Party, eine für die Angesagten, die Reichen und Schönen. Coco Jones ist mittendrin, ein umschwärmtes It-Girl - bevor der steile Absturz kommt.

Schindowski wählt dazu Musik aus der eigenen Jugend: die Songs von Janis Joplin. Gesungen werden sie von einer Solistin des Opernensembles: Christa Platzer ist Coco, die zuweilen von Christoph Kreutzer als Duettpartner unterstützt wird. Begleitet werden sie von einer Schülerband, und auch das Tanzensemble setzt sich fast zu gleichen Anteilen aus Ballettprofis und Schülern zusammen. Sogar Sprechtheater baut Schindowski in seine letzte Jugendproduktion ein. Dem getanzten und gesungenen Partyexzess und tiefen Absturz der Coco Jones folgen die rezitierten „Gedanken eines Zweiflers“, die Gustave Flaubert als 17-Jähriger formulierte und die Schindowski bereits im Winter zu einer Choreographie inspiriert hatten. Es ist ein überwiegend düsteres, aber kraftvolles Stück, mit dem sich Schindowski bei seinem jungen Publikum verabschiedet. Immerhin gibt es am Ende dann doch noch einen Lichtblick.

„Show me Coco Jones” von Bernd Schindowski I R: Bernd Schindowski
Musiktheater im Revier Gelsenkirchen I Vorerst keine weiteren Termine I 0209 409 72 00

KARSTEN MARK

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