Seit über einem Monat rattert der goldene Melez-Zug nicht mehr auf den Schienen des Ruhrgebiets....
Mit dieser Sensation bedienten vor wenigen Wochen die Massenmedien die Öffentlichkeit. Bislang sind zwar noch keine Förderanlagen installiert, aber Experten rechnen mit riesigen Erdgasvorkommen, die in den kommenden Jahrzehnten ausgebeutet werden können. Niemand fragte bislang nach den Konsequenzen. Dabei ist es doch auch einmal schön, sich die Zukunft hier- zulande gülden auszumalen. Saudischer Wohlstand wird uns blühen.
Internationale Bauausstellung … war einmal. Kulturhauptstadt … blinkt noch zwei Monate. Das kommende Leuchtturmprojekt heißt „Innovation City“: Bis 2020 soll es in einem Ruhrgebiets-Musterquartier die klimaschädlichen CO2-Emissionen halbieren, über alle Grenzen als Modell strahlen - und nebenbei in eine Expo-Weltausstellung münden. Fünf Städte(kombis) fiebern nun dem 5. November entgegen, wenn der Initiativkreis Ruhrgebiet den Casting-Sieger küren will. Es geht um Investitionen in Milliardenhöhe.
trailer: Frau Nölle, Sie arbeiten beim Wappentier der Kulturhauptstadt?
Jolanta Nölle: Wappentier? Den Vergleich kannte ich bislang noch nicht. Flaggschiff, Leuchtturm oder Kathedrale der Industriekultur sind die häufig genannten Synonyme für das Welterbe Zollverein.
Wir hatten es geahnt und deshalb Frank Goosen im Interview schon in der Augustausgabe gefragt: „Wann werden Sie Präsident vom VfL Bochum?“. „Niemals“, antwortete der Komiker damals. Inzwischen sitzt er im Auf- sichtsrat des krisengeschüttelten Zweitligisten. Häme ist allerdings nicht angebracht. Im Gegenteil...
MITTWOCH, 25. AUGUST
„Es darf nicht sein, dass Menschen wegen ihres Glaubens oder der Regierungspolitik von Hilfe ausgeschlossen werden. Schließlich liebt Gott alle Menschen!“ Kemal, unser kurdischer Taxifahrer, fasst das Fundament humanistischer Nothilfe auf seine Art zusammen. Der Caritas-Grundsatz lautet:
Im kommenden Jahr sollen sie also auf den deutschen Markt rollen: Elektro-PKW aus Serienfertigung, von Mitsubishi, Renault und Co. Doch sie werden nicht gerade billig sein. Da stellt sich die Frage, ob es nicht auch anders geht.
trailer: Herr Strüder, RUHR.2010 ist bald um. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Christian Strüder: Es ging darum, eine kulturell bislang weniger beachtete Region als Kulturmetropole zu präsentieren. Trotz des guten Rufs einiger traditioneller, etablierter Einrichtungen musste man sich immer noch vom Kohlenstaub befreien. Und die Freie Szene spielte überregional bisher keine Rolle. Für eine Gesamtbilanz fehlt mir jedoch der Überblick.
Es war einer dieser gefürchteten Staus auf der A40. Der ständige Wechsel
zwischen fünf Minuten Stillstand und zehn Metern Vorwärtskommen zehrt
an Batterie und Nerven. Die Kollegin am Telefon versichert, dass es keinen
Weltuntergang bedeute, ein wenig zu spät zu kommen.
Als wir das schwere Eisentor vor unserem Haus zur Seite schieben, nickt unser haitianischer Sicherheitsmann freundlich. Dann studiert er weiter die Bibel. Neben ihm lehnt ein großkalibriges Gewehr. Es ist fünf Uhr morgens, die Hauptstadt Port–au-Prince erwacht. Wir sind auf dem Weg in das Bergdorf Coupeau, wo mit Geld der deutschen Kindernothilfe eine eingestürzte Schule neu gebaut wird. Ich begleite den Haiti-Koordinator des christlichen Hilfswerks, Jürgen Schübelin, und den chilenischen Architekten Alvaro Arriagada. Unser Geländewagen passiert den Stadtteil Carrefour. Haiti ist tief verwundet, nicht erst seit dem verheerenden Erdbeben Mitte Januar, das mehr als 250.000 Menschen das Leben gekostet hat.

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