trailer: Herr Laurin, warum gibt es die Ruhrbarone?Stefan Laurin: Die Ruhrbarone bieten eine sehr...
Mit voller Hose lässt sich gut stinken ... und wer sechsstellige Beträge übrig hat, um sich ein schickes Motorboot an den Steg zu legen, wird kaum zählen, ob man damit im Sommer tatsächlich 30 Stunden auf dem Wasser unterwegs war oder doch weniger. Auf manchem See zählt eben, dass man’s überhaupt kann: in den Alpen wie im Bereich der Ruhr-Talsperren. Da wie dort sind neuerdings Elektroboote der exklusive Schlüssel zum Skipperglück.
Innovation City Ruhrgebiet - nun ist es also Bottrop geworden. Der Sieger im CO2-Halbierungs-Contest konnte sich mit einigen Plus- punkten von Mitbewerbern wie Bochum und Essen absetzen. Dazu zählten eine beispielhafte Bürger-Mobilisierung und bereits gestartete Klima-Projekte, die woanders noch nicht einmal unter „Wir planen“ auf der Liste standen. So wie „Wärme auf Rädern“.
Noch vor Wochen gingen mir die gutbetuchten Netzbenutzer auf die Nerven. Immer und überall zückten sie ihre flachen Elektronikgerätschaften, die nicht gerade für 'nen Appel und 'n Ei zu haben sind, aber doch irreführenderweise „Apple“ und „I“ heißen, um mit Belanglosigkeiten den Planeten zu beglücken. „Bin müde!“ und „Mir ist langweilig!“ waren schon geistreiche Äußerungen.
trailer: Herr Bergmann, wie geht es Ihnen im Jahre Eins nach Pleitgen?
Holger Bergmann: Diese Formulierung ist vielleicht etwas zu personalisiert. Nach dem Jahr, in dem uns ein Hauch von Metropole um die Nase wehte, geht es dem Ringlokschuppen gut. Die verschiedenen Grenzen zwischen Freiem Theater und städtischen Häusern sind wie noch nie in Bewegung gekommen.
Non, je ne regrette rien. Leise tönt Edith Piaf aus dem Radio. Die Gedanken schweifen zurück. Ja, das waren stille Tage in Paris. Ohne Hektik, ohne Handy. Ohne Rasierapparat. Bummeln an der Seine, Latte im Café. Ein wenig Stöbern auf dem Flohmarkt. Hier herrscht noch der traditionelle Marktbetrieb. Handeln um des Handelns willen. Ohne Preisbindung, aber mit Feilschen in Maßen, hier ist ja schließlich das alte Europa.
trailer: Herr Scheytt, wie fällt Ihr Resümee bezüglich RUHR.2010 aus?
Es war nicht nur wichtig, dass die 5,3 Millionen Menschen in 53 Städten darauf aufmerksam gemacht werden, dass wir hier ein einmaliges Kulturangebot haben. Auch die Besucher aus anderen Ländern, das zeigen uns Umfragen, waren sehr zufrieden mit dem Hauptstadtjahr.
Einige Elektroautos sind tatsächlich schon im Ruhrgebiet erhältlich. Im neuen Jahr soll es nun mehr Bewegung auf dem Markt geben. Zahlreiche neue Modelle sind angekündigt. Vorläufig gilt aber: ohne jede Förderung
Wer nicht dabei war, sowieso! Wer dabei war – auch! Frisch aus der Druckerpresse kommt der Bildband EIN TAG WIE NOCH NIE. Auf knapp 200 Seiten wird das Still-Leben gezeigt, das länglichste Frühstück der Welt auf der A 40 am 18. Juli 2010. Die chronisch Unkenden müssen jetzt tapfer sein und schweigen. Die Fotos zeigen, was passiert, wenn Woodstock und Vater- tagsausflug auf einen Tag fallen. „Die interessanteste Kultur kommt noch immer von der Straße“, steht auf einem Transparent.
Vielleicht ist es ein Staffellauf der Kapitulation. Immer wieder tauchen die weißen Fahnenträger am Rand der Bahnstrecke zwischen Bochum und Oberhausen auf. Sie stehen am Bahnhof, sie laufen neben dem fahrenden Zug her, und oder sie sind wie im Spiel von Hase und Igel schon da, wo der Zug erst noch ankommen will. Es war die dreizehnte und letzte Fahrt des MELEZ-Zuges, der im Rahmen von RUHR.2010 einen Monat lang mobil gemacht hatte.

Ein schlechter Zug
Holgers letzte Worte – 07/26
Ohne Angst verschieden
Holgers letzte Worte – 06/26
Kein schöner Zug
Holgers letzte Worte – 05/26
Echte Alternativen
Holgers letzte Worte – 04/26
Was zu beißen
Holgers letzte Worte – 03/26
Unpopuläres Klima
Holgers letzte Worte – 02/26
(Kein) Gesicht zeigen
Holgers letzte Worte – 01/26
Facetten des Antisemitismus
Vortrag und Diskussion im Bahnhof Langendreer Bochum – Spezial 12/25
Das ewige Ringen um die Demokratie
Podiumsgespräch im KWI Essen – Spezial 11/25
Zwischen Anspruch und Realität
Vortrag über Erinnerungskultur im Bochumer Fritz Bauer Forum – Spezial 11/25
Positives bleibt
Holgers letzte Worte – 12/25
Am Kipppunkt der Freiheit
Diskussion über Pressefreiheit mit der Initiative 18 in der Lichtburg Essen – Spezial 11/25
Was Menschen sehen wollen
Diskussion am KWI Essen über Kunsterfahrung und Selfiekultur – Spezial 10/25
Dystopie und Apathie
Jahreskolloquium im Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung – Spezial 10/25
Atom – ja bitte?
Holgers letzte Worte – 11/25
Jenseits des Rasens
„Pilsken, Pöhlen und Probleme“ in der Rotunde Bochum – Spezial 10/25
Nicht alles glauben!
Wahlkampf NRW: Kampagne der Landesanstalt für Medien NRW – Spezial 09/25
Protest gegen Wucher
Online-Gespräch zur Geschichte der Berliner Mietenbewegung – Spezial 08/25
Die Vergangenheit ruhen lassen?
Vortrag über die Essener Justiz nach der NS-Zeit im Bochumer Fritz-Bauer-Forum – Spezial 08/25
Das Ende des Weltmarkts?
Online-Vortrag zur deutschen Wirtschaftspolitik – Spezial 07/25
Der deutschen Identität entkommen
Verleihung des taz Panter-Preises in Bochum – Spezial 07/25
Schuld und Sadismus
Diskussion am KWI Essen über Lust an der Gewalt – Spezial 07/25
Hab’ ich recht?
Diskussion über Identität und Wissen im KWI Essen – Spezial 06/25
Die Rechte erzählt sich gerne was
Diskussion über rechte Ideologie und Strategie im KWI Essen – Spezial 06/25
Im Spiegel der Geschichte
Die Ausstellung „Die Rosenburg“ im Bochumer Fritz Bauer Forum – Spezial 06/25