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Foto: Isabel Machado Rios

Körperdefinition ist nicht alles

27. September 2018

„Fit & Struppi“ in Oberhausen – Theater Ruhr 10/18

Vor dem Ritt ins Körperkultur-Nirvana hängt eine Warnweste und ein Kopfhörer. Dann geht es hinein in eine der letzten freien Flächen in der Neuen Mitte, wo bald schon das Mirai-Center gebaut wird, eine virtuelle Welt für Krankenkassen und digitale Dienste. Vier Astronauten wollen die Menschen vor dieser Datenkrake retten. Der junge Autor und Regisseur Nicola Bremer hat dafür das Stück „Fit & Struppi im Reich der Neuen Mitte“ entwickelt, das nur solange in Oberhausen gespielt werden kann, bis die Bauarbeiten beginnen. Dass die Menschheit für die Zukunft Hilfe braucht, kann auch bereits aus der grandiosen Choreografie erkannt werden, die mit Hilfe von weißen Bändern die 35 000 Quadratmeter große Fläche bündelt und die Zuschauer wie Lemminge durchs Geschehen führt.

Ob das All für alle groß genug ist, wird dabei nicht klar, ob der Weg dorthin als Cyborg oder sandgestrahlte biologische Einheit überwunden wird, das ist der Kern der Geschichte, die natürlich auch mit zahlreichen Zitaten aus Hergés „Tim & Struppi“ spielt, aber eigentlich den immer größer werdenden Sport- und Fitnessboom aufs Korn nimmt, der eben nicht nur den schwitzenden Akteuren zugutekommt. Ein Megasportgerät und Hingucker ist der bewegliche Oloid (ein geometrischer Körper aus zwei Stahlscheiben), den die Bühnenbildnerin Marie Gimpel in der Halle platziert hat und der Bewegung ins Spiel und in die Zuschauer bringt, die durch die schwierige Welt der Fantasie wandern müssen, immer auf der Hut, den nächsten Satz durch freie Radikale im Kopfhörer zu verpassen und dem bösen Pastapopulist zu verfallen. Doch Rettung ist ja schon vor Ort. 

„Fit & Struppi im Reich der Neuen Mitte“ | R: Nicola Bremer | 29.9., 2., 6., 9., 12., 16., 26., 28.10. 19.30 Uhr | Theater Oberhausen (Mirai) | www.theater-oberhausen.de

PETER ORTMANN

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