Kinokalender
Mo Di Mi Do Fr Sa So
25 26 27 28 29 30 31
1 2 3 4 5 6 7

12.443 Beiträge zu
3.708 Filmen im Forum

„Am Königsweg“ von Elfriede Jelinek
Foto: Arno Declair

Dramatiker-Wettbewerb

29. März 2018

Die 43. Mülheimer Theatertage – das Besondere 04/18

Noch haben die Verunsicherungen die zeitgenössischen Theaterschreiber fest im Griff. Trump, Tröt und Trallala. Inhaltlich hat sich bei den 43. Mülheimer Theatertagen in diesem Jahr also nicht allzu viel getan. Die Zeiträume werden größer: Ibrahim Amir, der mit „Homohalal“ (Staatsschauspiel Dresden ) zeigt, wie aus der Flüchtlingskrise in zwei Jahrzehnten eine Komödie geworden sein wird, während Ewald Palmetshofer die unmerklichen Veränderungen in den letzten zwanzig Jahren analysiert und in „Vor Sonnenaufgang“ (Theater Basel) zeigt „wie die Menschen auseinanderdriften“ im Jetzt zwischen politischem Populismus und privatem Sicherheitswahn. Elfriede Jelineks neuester Rundumschlag „Am Königsweg“ (Deutsches SchauSpielHaus Hamburg ) darf natürlich nicht fehlen.

Im Ruhrgebiet geht es bekanntlich seit 1976 immer auch um viel Kohle und damit um das Motto der Region, die heuer ihre letzte Zeche verliert. Wieder wurden von dem Auswahlgremium unter der Federführung der Zeitschrift „Theater heute“ sieben Stücke ausgewählt, die ins Rennen gehen dürfen um den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis. Die werden in der „wirksamsten“ Aufführung bei den Theatertagen gezeigt und auch bewertet. Nicht der Regisseur und seine Inszenierung, sondern nur der Autor des besten Stückes erhält den begehrten Scheck.

Seit 2010 ist im Festival mit den „KinderStücken“ (14.-18. Mai) ein weiterer Wettbewerb eingebettet, auch dort kämpft die deutschsprachige Theaterszene – 42 Stücke hatten sich beworben – beinhart um den heiß begehrten und mit 10.000 Euro auch recht üppig versüßten KinderStückePreis. Hier bleibt auch schon mal die Zeit stehen. Claudia entdeckt in „Wie man die Zeit vertriebt“ ein Loch in der Wand, vervierfacht sich und trifft auf sonderbare Wesen aus der Teppichwelt. Sie steckt in einer Zeitschleife, doch die entpuppt sich als wahre Abenteuerwelt.

Stücke 2018 | 12.5. - 2.6. | Stadthalle Mülheim, Theater an der Ruhr u.a. | www.stuecke.de

 

PETER ORTMANN

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Als unabhängiges und kostenloses Medium sind wir auf die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser angewiesen. Wenn Sie uns und unsere Arbeit finanziell mit einem freiwilligen Betrag unterstützen möchten, dann erfahren Sie über den nebenstehenden Button mehr.

Neue Kinofilme

Venom: Let there be Carnage

Lesen Sie dazu auch:

Wenn die Natur zum Ausnahmezustand wird
Vladimir Sorokins „Violetter Schnee“ am Mülheimer Theater an der Ruhr – Bühne 08/21

Beuys inklusive Torte, Kerze und Whisky
Theater, Kunst und Musik gegen Kohle: die Weißen Nächte im Theater an der Ruhr – Festival 08/21

Ihr wollt Brot, sie werfen euch Köpfe hin!
„The Return of Danton“ in Mülheim – Prolog 06/21

Auf den rechten Augen blind bis heute
Online: Die Mühlheimer Theatertage „Stücke“ – Festival 05/21

Die Toten zum Verwesen freigegeben
„Antigone. Ein Requiem“ im Theater an der Ruhr in Mülheim – Bühne 02/21

Von Sophokles zu Frontex
„Antigone. Ein Requiem“ im Theater an der Ruhr in Mülheim – Bühne 02/21

„Eine Leerstelle in der europäischen Demokratie“
Philipp Preuss über „Europa oder die Träume des Dritten Reichs“ in Mülheim – Premiere 12/20

Bühne.

Hier erscheint die Aufforderung!