Schon die kleinen Wörtlein „nach Molière“ unter dem Titel lassen hoffen. Philipp Preuss inszeniert „Der Geizige“ am Moerser Schlosstheater nicht aus dem Reclamheft. Preuss inszeniert Molière eigentlich gar nicht, er zelebriert stattdessen die Probe des Klassikers, liefert Regietheater als Transformation auf die Rede des Schriftstellers Daniel Kehlmann, die jener 2009 zum Auftakt der Salzburger Festspiele gehalten hat.
„Moral hat keine Schlupflöcher!“ Abtreibung? Homo-Ehe? Darüber wollte Ted Haggard erst gar nicht diskutieren. Was davon zu halten sei, sagte er, stehe eindeutig in der Bibel. Aber „Pastor Ted“ war auch von einem starken Missionierungsdrang getrieben. Also zog er durch die Schwulenbars, um die vom rechten Weg Abgekommenen zu „heilen“.
Florian von Hoermann bringt Juli Zehs „Corpus Delicti“ (Gegenstand/Körper des Verbrechens) auf die Essener Casa Bühne und lässt es mit einem grotesk-komischen Auftakt beginnen: Gymnastikübungen mit einem gut gelaunten und gebräunten Vorturner.
Zu einer Zeit, in der alle Völker in Bewegung waren, wird Hagen von Tronje ins Isenland gesandt, um im Namen seines Königs um die Hand der wunderschönen Brunhild anzuhalten. Alles hätte gut enden können, doch Mond und Sonne passen nicht auf, das Unglück beginnt.
Eigentlich geht es Iphigenie gut, doch sie will einfach nur weg. Ausgerechnet zurück nach Griechenland zu Familie und dem Fluch den die Götter ihrer Sippe auferlegt haben, weil irgend so ein Halbgott im Stammbaum mal seinen Sohn für die Göttermahlzeit frisch zubereitet hat, weil er deren Allwissenheit testen wollte.
Das Leben ist ein Traum, oder ist der Traum das reale Leben? Drei weiß getünchte Räume stehen vor den Zuschauern. Ziemlich verlassen sehen sie aus, nur die Spuren von Möbeln und einst geliebten Bildern sind wahrzunehmen. Darin sitzt eng umschlungen ein junges Pärchen.
Am Anfang war das Chanson. Oder Reinhard Mey. Oder ein Graffiti. Hip-Hop is over when you want. Das Graffiti ist weg, when du es crossed. Das Chanson ist auch unhörbar, when das Heavy Metal die Bühne betritt. Ein Headspin schadet beim Breakdance der Frisur. Ein Stadttheater schädigt die autonome Wholetrain-Front.
Es war einer der blutigsten Ort in ganz Afghanistan. Dort hat jeder Mensch hat seinen Zerreißpunkt: Als Frontberichterstatter begleitet ein Journalist das Leben von US-Soldaten in den Berglandschaften. Was zehrt mehr: die Feuergefechte selbst oder die quälende Zeit des Wartens?
Ein langer schmaler Tisch dominiert die Bühne, an der die geladenen Gäste Platz nehmen werden: Leonardo da Vincis „Abendmahl“ stand Pate bei der Kulisse, in der Mathias Richling den „Richling Code“ entschlüsselt.
Das Leben an der Ruhr ist oft kein Zuckerschlecken, der Besuch eines der Reviertheater auch nicht. Da kann der Theatergänger schon einmal einen Knacks kriegen. Preis und Leistung liegen nicht in derselben Emscheraue, Kunst und Ökonomie ebenso wenig.

Gemeinsam gegen einsam
„Wo sind denn alle?“ am Moerser Schlosstheater – Prolog 02/26
Bett trifft Ballett
„Frida“ am Dortmunder Ballett – Tanz an der Ruhr 02/26
„Ein ungewöhnlicher Frauencharakter“
Dramaturgin Patricia Knebel über die Oper „Die Fritjof-Saga“ am Essener Aalto-Theater – Interview 02/26
„Das Stück stellt uns vor ein Dilemma“
Regisseurin Mateja Koležnik über „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ in Bochum – Premiere 02/26
Zurück in den Sumpf!
Jean-Philippe Rameaus „Platée“ am Theater Hagen – Bühne 02/26
Witz, Tempo, Herz
Paul Abrahams Operette „Märchen im Grand-Hotel“ in der Oper Dortmund - Bühne 02/26
Das eigentliche Böse
„Deep Sea Baby“ im Mülheimer Ringlokschuppen Ruhr – Prolog 01/26
Manischer Maskenball
„Delirious Night“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 01/26
Die Flut aus toten Körpern
„Staubfrau“ am Theater Oberhausen – Prolog 01/26
„Eine Referenz auf Orte im Globalen Süden“
Regisseur:in Marguerite Windblut über „Der Berg“ am Essener Grillo-Theater – Premiere 01/26
Praktisch plötzlich doof sein
Helge Schneider präsentiert seine neue Tour – Prolog 12/25
Tanzbein und Kriegsbeil
Filmdoku in Düsseldorf: Urban Dance in Kiew – Tanz an der Ruhr 12/25
Der böse Schein
„Söhne“ in der Moerser Kapelle – Prolog 12/25
„Totaler Kulturschock. Aber im positiven Sinn“
Schauspielerin Nina Steils über „Amsterdam“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 12/25
Verlorene Jahre
„The Drop“ am Jungen Schauspiel in Düsseldorf – Prolog 11/25
Kampf, Verlust und Liebe
Vorweihnachtliche Stücke für junges Publikum im Ruhrgebiet – Prolog 11/25
Tanz der Randfiguren
„Der Glöckner von Notre-Dame“ in Essen – Tanz an der Ruhr 11/25
„Jede Inszenierung ist eine Positionierung“
Regisseur Kieran Joel über „Antichristie" am Schauspielhaus Dortmund – Premiere 11/25
Das selbsternannte Volk
„Die Nashörner“ am Düsseldorfer Schauspielhaus – Prolog 10/25
Körper und Krieg
„F*cking Future“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 10/25
Foltern ohne Reue
„Törleß“ am Bochumer Rottstr 5 Theater – Prolog 10/25
„Subjektive Wahrnehmung ist verboten“
Regisseurin Jette Steckel über „Das große Heft“ am Bochumer Schauspielhaus – Premiere 10/25
Graf Fridol geht auf Nachtschicht
Musik-Improtheater beim Duisburg Fringe Festival – Festival 09/25
Auf einem Mistkäfer zum Olymp
„Der Frieden“ am Schlosstheater Moers – Prolog 09/25
Ein großartiges Schlachten
Elfriede Jelineks „Am Königsweg / Endsieg“ in Essen – Prolog 09/25