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Robert Adams, From The South Jetty, Clatsop County, Oregon, The Pacific, 1990-2000
© Robert Adams, courtesy Josef Albers Museum, Bottrop

Veränderung der Landschaft

29. August 2013

Robert Adams im Museum Quadrat Bottrop – RuhrKunst 09/13

Robert Adams bleibt sich auf eine angenehm altmodische Weise treu. Seit Jahrzehnten fotografiert er den amerikanischen Westen mit ausgewählten Orten in Colorado, Kalifornien und Oregon: schwarz-weiß, kleinformatig abgezogen, meist in Serien. Zu sehen sind die Landschaft in ihrer Weite, einzelne Bäume oder ihre Stümpfe inmitten der Natur, die Strände des Pazifik, die urbane Peripherie mit einzelnen Gebäuden, nur selten Menschen. Häufiger eine Straße, die sich in die Tiefe der planen Landschaft zieht, im gleichmäßigen Sonnenlicht in nuancierenden Graustufen, oder das Meer mit den Wolken, die sich über den Wellen auftürmen. Robert Adams bleibt immer auf respektvollem, überschauendem Abstand. Sein Blick ist von großer Ruhe geprägt. Nichts Spektakuläres, aber große Kunst!

Längst gilt Robert Adams als einer der stilbildenden Fotografen der Gegenwart. Geboren 1937 in New Jersey ist er in Kalifornien aufgewachsen. Erst 1963 beginnt er zu fotografieren, er hängt schon bald den Brotjob als Lehrer an den Nagel und konzentriert sich auf die Fotografie. 1974 veröffentlicht er das Buch „The New West“, im Jahr darauf ist er an der heute legendären Ausstellung „New Topographics: Photographs of a Man-altered Landscape“ beteiligt. In Abkehr von den zuvor favorisierten Pathosformeln der Landschaftsfotografie interessiert die Fotografen nun die karge Wirklichkeit, die Landschaft in ihrer Normalität, im Unspektakulären mit den Veränderungen durch den Menschen, der Zersiedelung und Inbesitznahme mittels einer spezifischen Architektur. Die rund 300 Originalabzüge aus vier Jahrzehnten, die jetzt in Bottrop zu sehen, dokumentieren auf subtile Weise die fortschreitende Zivilisation mit der Verdrängung natürlicher Strukturen. Dass Robert Adams seine Schilderung der Wahrheit kritisch, im ökologischen wie auch politischen Sinne versteht, unterstreichen die Statements, die von ihm in der Ausstellung zu lesen sind. Trotzdem: Die Macht und Bedeutung dieser Kunst liegt im meisterlich Sachlichen, mit dem Adams das Wesen und die Schönheit dieser Landschaften portraitiert.

„Robert Adams – The Place We Live“ I bis 29.9. I Josef Albers Museum, Quadrat Bottrop I www.quadrat-bottrop.de

THOMAS HIRSCH

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