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Birgit Stracke verteilt Klimawandel-Tipps
Foto: Ines Maria Eckermann

Do-it-youself: Save the World

30. Januar 2018

Vortrag zum Klimawandel im Bochumer Blue Square – Spezial 01/18

Nicht reden sondern handeln. Darum geht es am Montagabend beim Vortrag der zwei Verbraucherschutz-Referentinnen im Bochumer Blue Square: Diplom-Ingenieurin Birgit Stracke, Energieberaterin und Sabine Klein aus der Fachgruppe Ernährung der Verbraucherzentrale NRW haben ein Füllhorn an nachhaltigen Konsum-Tipps mitgebracht. Knapp vierzig Interessierte kamen, um sich die Tipps der Expertinnen anzuhören. „Es ist eine sehr wichtige Reihe für uns“, sagt Belén Daza von der Ruhr-Universität Bochum, „ denn es geht um ein sehr wichtiges Thema: Heute geht es darum, was jeder von uns dazu beitragen kann“.

„Tierische Lebensmittel brauchen viel Energie und sorgen entsprechend für viel Energieverlust. Statt Soja zu essen, schicken Bauern diesen erst einmal durch eine Kuh. Um aus der Kuhmilch Käse zu machen, benötigen wir weitere Energie für die Herstellung. Ein weiteres Problem ist das, was neben Milch noch so aus einer Kuh rauskommt: Denn global gesehen, ist der Methanausstoß von Wiederkäuern ein großes Problem. Pro Kilo Rindfleisch fallen bis zu 14 kg CO2 an, für Obst und Gemüse nur maximal 500 Gramm. Je fettreicher der Käse ist, desto mehr Milch ist für die Herstellung nötig. „Seien Sie vor allem mit fettreichen Milchprodukten sparsam“ Gesünder ist es, wenig Fleisch zu essen: 15 bis 30 kg pro Jahr, aktuell sind es über 60 kg „Und in dieser zahl sind auch Vegetarier und Veganer mit drin.“

„Wir können es uns global gesehen nicht mehr lange leisten, so verschwenderisch mit der Nahrungsenergie umzugehen.“ Mehr als zwei Grad soll sich das Klima nicht erwärmen, so haben es die Industrie- und Schwellenländer beschlossen. Das bedeutet eine Halbierung des weltweiten Treibhausgasausstoßes bis 2050 – im Vergleich zu 1990. Der Großteil der Emissionen entfällt auf Industrie und Verkehr, eine kleinere Rolle spielen Privathaushalte. Doch Klimaschutz fängt im Kleinen an, und jeder kann einen ordentlichen Beitrag leisten, um Emissionen zu verringern – zum Beispiel in den Bereichen Stromsparen, Wärmeerzeugung und energetische Gebäudesanierung.

20 Prozent unserer Lebensmittel landen im Müll. Teilweise auch noch genießbare Sachen. „Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum“. Vieles kann man auch danach noch bedenkenlos essen.“ Das sind etwa 300 Euro im Jahr, die wir pro Person im Jahr wegwerfen, und das ist vermeidbar. Vier Millionen Tonnen Lebensmittel schmeißen die Deutschen pro Jahr weg. Vermeidbare Abfälle, nicht Kartoffelschalen.

Besser frisch als verarbeitet kaufen. Tiefkühlware braucht durchgehende, starke Kühlung. Aber vor allem trockene und konzentrierte Lebensmittel verbrauchen in der Produktion sehr viel Energie. Also lieber Kartoffeln frisch kaufen und das Püree selber stampfen. Konserven aus der Dose und dem Glas sind ungünstig, da ihre Verpackung sehr aufwändig in der Herstellung und Entsorgung sind. „Da kann man in der Summe enorm viel Energie sparen.“

Rund 25 Prozent der weltweiten Treibhaus-Emissionen durch privaten Konsum hängen mit der Ernährung zusammen. „Das zeigt, dass Ernährung wirklich relevant ist für unser Klima“, erklärt Sabine Klein, von der Verbraucherzentrale NRW. Fast die Hälfte aller Treibhausgase aus dem Bereich Ernährung kommen aus der Tierhaltung für Milchprodukte, Eier und Fleisch. Gut 30 Prozent sind Energie, die auf kühlen, kochen, einkaufen oder spülen verwendet werden – nur 8 Prozent dagegen entfallen auf den Anbau von Pflanzen.

Das regional-saisonal Mantra. Mehr pflanzlich, weniger tierische Lebensmittel und mit dem Fahrrad zum (Super-)Markt. „Sie können das gesündeste Bio-Gemüse kaufen – wenn Sie dorthin kilometerweit mit dem SUV fahren, dann ruinieren Sie sich Ihre Klimabilanz völlig. Planen Sie Ihre Einkäufe“ erklärt Klein, „dann müssen Sie nicht so viel wegwerfen.“

Apropos Mobilität: 2,7 Tonnen CO2 pro Jahr für einen durchschnittlichen Menschen mit einem durchschnittlichen Auto und Verbrauch. Wer 20 km mit dem Fahrrad fährt statt mit dem Auto, spart 4,5 Kilo CO2 ein. Auch sollte man eher ein Auto mit einem niedrigen Cw-Wert nehmen und keinen SUV, der durch seine ungünstige Höhe mehr Windwiderstand erfährt – und deshalb auch mehr Energie verbrennt. Mit Blick auf den Verbrauch von Ressourcen rät sie dazu, auf ein eigenes Auto nach Möglichkeiten sogar ganz zu verzichten und auf Carsharing umzusteigen. Oder eben andere mitzunehmen, die dann ihr Auto stehen lassen können. „Viele ganz kleine Dinge sind in Summe dann etwas Großes“, sagt Stracke.

Stürme und Starkregen zeigen uns, dass der Klimawandel nicht vor der Tür steht, sondern längst  auch in Deutschland angekommen ist. 76 Prozent des häuslichen CO2-Aufkommens gehen auf die Raumwärme zurück, erklärt Stracke und gibt hilfreiche Anfänger-Tipps: Ausschalten statt Stand-by, Stoßlüften statt Kipplüften und die Heizung runter drehen während die frische Luft in den Raum kommt. Wer die Raumtemperatur pro Raum um 1 Grad reduziert, senkt den Energieverbrauch um sechs Prozent. Als Immobilienbesitzer besser Dämmen und effiziente Heizungsanlagen nutzen. Die Verbraucherzentrale berät auch zuhause, und spürt mit speziellen Geräten Energiefresser in den eigenen vier Wänden auf.

Nächster Termin:

„Ist die Erde noch zu retten?“ | Do 8.2. 18 Uhr | Blue Square Bochum | www.blue-square.rub.de

Ines Maria Eckermann

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