Wenn Gerburg Jahnke zum Stelldichein lädt, strömen die Gäste in Scharen herbei. Wenig verwunderlich ist es daher, dass das Sparkassenzelt am Kemnader See bis auf den allerletzten Platz besetzt ist. Mit gut gekühltem Prosecco bzw. Bier in der Hand kann der Abend beginnen.
Gerburg Jahnke wollte ich schon immer einmal live sehen und so blicke ich dem Programm gespannt entgegen. Sympathisch erschien sie als eine der Misfits und als geborene Oberhausenerin ist sie ausgestattet mit der offenen und herzlichen Art der Ruhrgebietler. So kommt sie dann auch auf die Bühne gesprungen, völlig unbeeindruckt von der Masse an Besuchern, die extra für sie angereist sind.
Die Themen sind allseits bekannt und manierlich angerichtet: Die kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen bezüglich weiblicher Emanzipation, garniert mit allerlei fraulichen Eigenheiten und Modeerscheinungen, die nach dem Motto „Wer schön sein will, muss leiden“ in Erscheinung treten. Beliebtes Beispiel: High Heels, bei denen frau, so Jahnke, zunächst den kleinen Zeh über den restlichen Fuß biegen muss, um besagte Schuhe überhaupt anziehen zu können. Trotz allem seien diese Schuhe ja „so bequem, dass ich sie einfach haben musste“.
Heiter geht es dann mit Lisa Feller weiter, die aus ihrem Leben als junge Mutter berichtet. Das Publikum ist begeistert, wenn Feller von Limbomorphing und Matrix 2.0 erzählt, die beim „Baby in den Schlaf singen'“ ganz weit oben im Kurs stehen. Dass der werte frisch gebackene Papa natürlich die Nächte durchschläft und für die mütterlichen Ausflüge ins Kinderzimmer lediglich ein „Wat is, Schatz, schwache Blase“ übrig hat, versteht sich dabei, Emanzipation hin oder her, von selbst.
Und während Katie Freudenschuss, die übrigens die Musik zur Bratmaxe-Werbung geschrieben hat, noch über ihre vertanen Chancen als weltberühmte schwedische, dünne Sängerin mit blauen Kulleraugen sinniert und singt, rechnet Barbara Kuster als selbst ernannte Bundespräsidentin mit Deutschland und der EU ab - ein Highlight des Abends, abseits von den üblichen Männer-Frauen-Klischees. Getragen wird ihre vermeintlich politische Rede von Witz und solcher Subtilität, dass der ein oder andere aus dem Publikum der Spitzfindigkeit ein wenig hinterher hinkt.
In über zwei Stunden Programm begleitet Gerburg Jahnke ihre Gäste und das Publikum durch den Abend - viele Lacher und tosender Applaus inklusive. Die Oberhausener Komikerin zeigt wenig Berührungsängste und fast scheint es, als sei man bei ihr zu Besuch, auf ein Glas Wein, im Wohnzimmer an einem Freitagabend und diskutiere über Allerlei aus der Welt der Weiblichkeit und dem „Macho Man“, der daheim auf der Couch relaxt.
Schön war es, Frau Jahnke, mit dir und deinen Gästinnen.
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