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Tom Fecht, Eclipse #8031, 2014/17, C-Print, 185 x 300 cm, Sammlung DKM
© Tom Fecht / VG Bild-Kunst, Bonn

Licht der Nacht

29. Juni 2017

Tom Fecht in Duisburg – Ruhrkunst 07/17

Man braucht Zeit. Tiefschwarze Bilder. Schon die Formate sind ungewöhnlich. Sie sind extrem querformatig oder extrem hochformatig oder sehr klein. Ihre Helligkeit geht im Dunkel fast verloren oder entrückt das Geschehen, das an die Oberfläche eines fernen Planeten denken lässt, oder schiebt sich als schwarze Materie dem Betrachter entgegen. Ist diese Fotografie schwarzweiß oder in Farbe? Und: Wie groß ist der Ausschnitt, den wir sehen?

Tom Fecht, der 1952 geboren wurde und zunächst Kybernetik, Kunstgeschichte und Informatik in Deutschland und den USA studiert hat, widmet sich seit 2008 in Nachtfotografien meteorologischen und planetarischen Naturphänomenen: Gravitationsgesetzen, dem Licht erloschener Sterne, dem Verhalten des Meeres, Eklipsen und Mondphasen. Einzige Lichtquellen seiner Langzeitfotografien sind das Licht des Mondes und der Sterne. Tom Fecht hält sich dazu an unberührten Orten auf, im Besonderen an der französischen Atlantikküste – für die Serie „Eclipse“ – und am süditalienischen Mittelmeer und vor der irischen Küste, für „Electric Cinema“, eine Serie, die Gewitterfronten über dem Meer sichtbar macht. Beispiele aus beiden Gruppen sind derzeit, gemeinsam mit weiteren Aufnahmen, im Museum DKM zu sehen.

„Die Nacht fotografisch zu durchdringen, ist das Eine“, schreibt Tom Fecht. „Aber von der Nacht durchdrungen und überwältigt zu werden, ist etwas völlig anderes. Hier geht es um Grenzerfahrungen, die wesentlich älter und größer sind als wir.“ Am eindrucksvollsten vermitteln das bei DKM vielleicht die querformatigen „Ecplipse“-Bilder. Sie sind eine Ausnahme: Sie sind am Tag fotografiert, aber in der nächtlichen Schwärze einer meteorologischen Sonnenfinsternis. Sie zeigen das Meer. Das Geschehen setzt am unteren Rand ein und zieht den Betrachter unmittelbar in das Bild hinein, ja, es umgibt ihn geradezu. Das Schwarz wirkt wie Teer, sichtbar werden die Brechungen der Wellen: als pure Schönheit, aber auch unaufhaltsame Mächtigkeit. Der Minimalismus geht mit Opulenz einher. Gewiss, das ist pathetisch und romantisch, aber auf eine sehr eindrucksvolle Weise.

TiefenZeit. Tom Fecht. Das Unsichtbare in der Fotografie | bis 3.12. | Museum DKM Duisburg | 0203 93 55 54 70

THOMAS HIRSCH

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