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DAF-Publikum 1980 im Ratinger Hof
Foto: Richard Gleim aus „Geschichte wird gemacht“

Eine Frage der Perspektive

29. Mai 2019

Musikgeschichte wird gemacht – Kompakt Disk 06/19

Bereits 2015 erschien der gleichnamigen Ausstellung mit „Geniale Dilletanten“ ein Katalog zur „Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland“. Eine profunde Einordnung der sogenannten Neuen Deutschen Welle um Bands wie DAF, Der Plan und Palais Schaumburg. FSK, Die Tödliche Doris oder Einstürzende Neubauten inklusive einer Beleuchtung der involvierten Kunst- und Filmszene mit Texten von u.a. Diedrich Diederichsen und unzähligen tollen Fotos (Hatje Cantz).

Sehr viele der Fotos stammen von Richard Gleim alias ar / gee. Dessen Basislager war Düsseldorf, insofern stand der Ratinger Hof und seine Szene um DAF, Plan, Fehlfarben etc. im Mittelpunkt, aber auch andere Städte wurden bereist, und natürlich reisten auch internationale Punk- und New Wave-Acts nach Deutschland, die er dann ablichten konnte. Gleims Fotos sind der Kern des neuen, viel subjektiveren Bandes „Geschichte wird gemacht – Deutscher Underground in den Achtzigern“, herausgegeben vom Musiker und Drehbuchautoren Xaõ Seffcheque und Edmund Labonté, heute Mitveranstalter der lit.Cologne. Eine spannende Zeitreise, die auch davon lebt, dass nicht nur Stars auf der Bühne, sondern das Publikum im Fokus ist. Dazu gibt es sehr persönliche Texte von Zeitzeugen und Spätgeborenen wie Peter Glaser, Hans Nieswandt, Peter Hein, Frank Spilker uvm. Eine Mini-CD sorgt für den richtigen Soundtrack (Heyne Hardcore).

Auch „Jambu – E os miticos sons da amazônia“ könnte fast als Buch mit CD durchgehen, dabei ist es andersherum. Das ambitionierte Frankfurter Label Analog Africa reist durch die Welt und erforscht regionale Genres und Mikroszenen. Für „Jambu“ ist man nach Belém im Norden Brasiliens gereist. Die Stadt hatte in den 50er Jahren 250.000 Einwohner – heute sind es zwei Millionen mehr. Hier findet man die Stile Carimbó, Siría oder Banguê mit sehr schnellen Percussions. Die CD mit 19 rauen Stücken ist wie eine Reise durch die tropische Nacht der Stadt. Dazu gibt es ein äußerst umfangreiches Booklet mit Hintergrundtexten und vielen Bildern.

Das New Yorker Label Ostinato hat hingegen einen afro-kubanischen Schatz im Senegal gehoben: Starband de Dakar, gegründet 1969 von Ibrahim Kassé und Sprungbrett für viele Musiker wie u.a. Youssou N’Dour, versammelt sechs wunderbare, beseelte Stücke der Band. 

Verlosung je Magazin 1 x „Geschichte wird gemacht“ von Seffcheque/Labonté/Gleim (Heyne Hardcore)

Christian Meyer-Pröpstl

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