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Schauspielerin Sandra Hüller
Foto: Christian Hüller

Der präparierte Ton im Festspielhaus

24. April 2019

„Hüller trifft Hauschka“ bei den Ruhrfestspielen 2019 – das Besondere 05/19

Urknall. Durchbruch. Expansion. Viele der Töne, die 2019 wieder durch das große Haus im ehrwürdigen Ruhrfestspielhaus wehen, hat die Revier-Institution in den 73 Jahren sicher noch nicht gehört und dennoch wird es auch das Schallereignis, dem laut Definition eine mehr oder weniger exakte Tonhöhe zugeordnet werden kann, das Gemäuer wie auch die Zuhörer erfreuen. Obwohl – manchmal rumpelt es ganz schön, dann zirpen irgendwelche Bleche – selbst Vibratoren hat der Komponist und Pianist Volker Bertelmann alias Hauschka schon auf die Saiten und Mechaniken seines Klaviers gelegt. Verstimmt ist es deshalb nicht, nur präpariert und das hat auch John Cage (1912-1992) schon so gemacht. Also Avantgarde-Alarm in der Musik.

Aber Hauschka ist auch in anderen Universen zuhause, schließlich hat er bereits 15 eigene Alben im Regal. Dort wird er von Meistern ihres Fachs begleitet, er macht Oscar nominierte Filmmusik und – er ist auch auf den Brettern der Welt unterwegs. Theaterregisseur Kevin Rittberger hat seine Version der Kleistschen „Marquis von O“ mit Bertelmanns Vertonungen inszeniert und das wurde im europäischen Kulturstadtjahr 2010 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt. Dahin kehrt Hauschka jetzt wieder zurück, als Solokünstler und, sie ahnen es, mit dem präparierten Klavier. Dort trifft er auf die Schauspielerin Sandra Hüller – seit „Toni Erdmann“ auch Oscar nominiert, zurzeit die Penthesilea am Schauspielhaus Bochum und als Grenzgängerin zwischen den Genres kann sie auch singen. Kein Wunder, dass die beiden seit Jahren vorhatten ein gemeinsames Projekt für die Bühne zu realisieren.

Ihr Auftritt in Recklinghausen mit einem Literatur- und Musik-Programm wird also in doppelter Hinsicht eine Premiere sein und es firmiert in erster Linie als Konzert. Aber, wie der neue Ruhrfestspiel-Intendant Olaf Kröck sagte: „Das Theater ist die Kunstform, die die vielen Facetten der Wirklichkeit eines menschlichen Miteinanders zeigen kann. Theater wirkt immer unmittelbar emotional.“ Und das dies natürlich perfekt mit„Hüller trifft Hauschka“ auch auf einer der ersten Eigenproduktionen zutrifft, wissen alle, die schon einmal einen der beiden zu sehen bekommen haben.

„Hüller trifft Hauschka“ | Mi 29.5. 20 Uhr | Ruhrfestspielhaus Recklinghausen | www.ruhrfestspiele.de

Peter Ortmann

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