Es gibt 95 Beiträge von Olli
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05.03.2025
Zur Nachmittagsvorführung innerhalb der Woche kamen nur wenige Besucher. Meist waren es Ältere, die wohl nicht mehr arbeiten mussten oder, wie ich, flexibel mit ihrer Arbeitszeit umgehen konnten. Ich wollte den Film unbedingt sehen. Es war wohl auch wie bei den meisten anderen Kinobesuchern an diesem Nachmittag eine Reise in die eigene Vergangenheit. Mit Bob Dylan, Joan Baez und Pete Seeger ist meine Generation "groß geworden". Unabhängig von diesem leicht melancholische Rückblick in die eigene Jugend war der Film tatsächlich gut. Timothy Chalamet spielte Dylan hervorragend. Es ist nicht unbedingt etwas ungewöhnliches passiert in dem Film. Ab und zu drohte der Spannungsfaden sogar zu reißen. Aber der leicht verrückte und introvertierte junge Bob Dylan hat immer wieder Interesse geweckt. Ich weiß nicht, ob Menschen, die mit Bob Dylan nichts am Hut haben, mit dem Film etwas anfangen können? Für Leute mit einer gewissen Dylan-Affinität ist der Film natürlich Pflicht....
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15.02.2025
Ja, auch die Kardinäle sind nur Menschen. Das wussten wir schon. Allerdings wurde auf die 108 (?) während des Konklaves eingeschlossenen Kardinäle (fast) alle aktuellen Probleme dieser Welt projiziert. Gut, es ist ein Film, eine erfundene Geschichte, aber die Situation der zeitlich begrenzt im Vatikan Eingeschlossenen ist auch irgendwie wieder amerikanisch gigantisch. Zum Schluss hat das Gute wieder gesiegt: ein bisschen wie bei den Gebrüdern Grimm. Hoffen wir, dass in der Realität in Amerika auch das Gute auf wunderbare Weise noch siegt...!
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31.01.2025
An die Geiselnahme während der olympischen Spiele 1972 kann ich mich noch erinnern. Ich war damals elf Jahre alt. Die Aufregung in den Medien und auch in der Familie war so groß, dass Sie mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Schon deswegen hat mich der Film interessiert. Er hat meine Neugier aber nur zum Teil erfüllt. Neben der Umsetzung der historischen Fakten aus Sicht der Journalisten im Film habe ich mit dem für mich recht amerikanischen Sensationseifer der Protagonisten gefremdelt. Geht es darum, Menschen zu informieren oder eine Story zu verkaufen?
Ich war als Kind von den olympischen Spielen in München begeistert und habe fleißig Zeitungsbeiträge ausgeschnitten und gesammelt. Heute nutze ich natürlich das Internet, um an Informationen zu gelangen. Aber, ehrlich gesagt, schneide ich auch heute noch interessante Artikel aus der Zeitung aus: Qualitätsjournalismus ist heute wichtiger denn je....
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24.07.2024
Ich war pünktlich im kleinen Kino. Aber alle Plätze waren besetzt! Auf einem Klappstuhl am Rand des Saals konnte ich dann den Film verfolgen. Etwas zynisch gesagt, hinterließ der Abspann die größte Betroffenheit bei mir. Ich saß im völlig stillen Kino, während die Filmdaten auf der Leinwand vorüber rauschten: Kann man die Schrecken in der Welt mit so einem Film erklären und irgendwie für sich in sein Weltbild einsortieren?
Die Geschichte um Goebbels, Hitler und die Nazigrößen waren weitestgehend bekannt. Wirklich beindruckt haben mich die O-Töne der Holocaustüberlebenden und die Originalfilmdokumente. Ich weiß natürlich nicht, wie sich alles tatsächlich real abgespielt hat, aber die Spielszenen wirkten für mich etwas aufgesetzt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Realität etwas komplexer war. Gab es nur die Führer, die Verführten? Gab es nicht auch Menschen, die durch die weltliche Heilsbotschaft des "Führers" das Paradies ersehnten? Ein Großteil der Verführten war wohl nur einem zunächst bequemen Opportunismus verfallen. Kommt uns das in unserer gegenwärtigen Zeit nicht irgendwie bekannt vor?
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20.06.2024
In meiner Jugend war es normal, dass sich die Alten (die damals noch westlich jünger waren, als ich heute) über den Krieg, die Gefangenschaft oder die Flucht unterhielten. Viel Zeit ist inzwischen vergangen. Lange habe ich dazu nun keine O-Töne mehr gehört. Aber nun taucht im Dokumentarfilm "Der Schatten des Kommandanten" eine insbesondere im Kopf noch sehr fitte 98jährige Dame auf, die den Holocausts überlebt hat. Das längst tot Geglaubte erscheint wieder lebendig vor meinen Augen. Natürlich ist einiges im Film konstruiert. Aber die Personen, die hier aufeinandertreffen, kommen sehr authentisch rüber: die Tochter der 98jährigen Jüdin sowie Sohn, Tochter und Enkel von Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten von Auschwitz. Von allen Protagonisten steht mir die 98jährige Anita Lasker-Wallfisch am nächsten. Gedreht wurde an den Originalschauplätzen. Da ich Auschwitz-Birkenau vor genau 40 Jahren selbst besuchen konnte, war das für mich besonders interessant und berührend. Die Dokumentation hat mich mehr beeindruckt als der Film „The Zone of Interest“.
In der Nachmittagsvorstellung waren wir nur zwei Zuschauer. Meine Empfehlung ist trotzdem: Unbedingt ansehen!
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24.05.2024
"Ich wollte, es wäre Nacht, oder die Preußen kämen...!" Dieser angebliche bange Ausruf des englischen Feldmarschalls Wellington kam im Film nicht vor. Aber die Preußen kamen ihm trotzdem bei Waterloo zu Hilfe und fügten damit Napoleon eine verheerende Niederlage zu. Ansonsten spielten die Preußen im Film aber so gut wie keine Rolle. Bei allem Kampfgetümmel fiel kein Wort oder gab es keine Szene zur Niederlage der Preußen bei Jena und Auerstedt, keine Völkerschlacht bei Leipzig und keinen Rheinübergang bei Kaub. Nach dem verlorenen Russlandfeldzug ging es eigentlich gleich mit der Verbannung auf Elba weiter. Dafür nahm die Beziehung zu seiner Frau Joséphine einen großen Raum ein. Nun ist es für uns Männer unbestritten, dass das andere Geschlecht einen enormen Einfluss auf uns und unser Leben ausübt. Warum also nicht auch auf Typen wie Napoleon? Ob diese Tatsache allerdings die Darstellung des emotionale Auf und Ab in epische Länge rechtfertigt, möchte ich anzweifeln.
Ja, man sollte etwas über die Geschichte der französischen Revolution und der napoleonischen Zeit wissen, um mit dem Film mitgehen zu können. Die eingeblendeten Zeit- und Ortsangaben sowie kurze Texte helfen aber einem immer wieder auf die "geistigen" Sprünge. Für mich ein insgesamt sehenswerter Film.
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30.04.2024
Namensgeber für den Film ist wohl das Orchesterwerk, das Bernard (Robert Gwisdek) komponiert hat. Aber auch sonst geht es im Film um das Thema Sterben und auch Leben. Ja und es geht um die Liebe im richtigen Leben. Sie kommt als Anti-Rosamunde-Pilcher-Version daher. Für mich inhaltlich gut, aber etwas überhöht dargestellt. Aber vielleicht kenne ich das richtige Leben (und Sterben) nur noch nicht wirklich?!
Bernard ist mit allem unzufrieden: mit der Arbeit seines Freund Tom dem Dirigenten, mit dem Orchester, mit sich selbst, mit seinem Stück. Ihn treibt die Frage nach der wahren Kunst um (vielleicht auch nach dem wahren Leben): Sinngemäß ist es der schmale Grat zwischen den zu befriedigenden Massen und den abgehobenen Intellektuellen. Ein Anspruch, dem Bernard glaubte, nicht gerecht werden zu können...
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23.04.2024
Kafka kommt unaufgeregt, aber an einigen Stellen doch auch ergreifend daher. Es ist interessant und schön die letzten Lebensmonate des Schriftstellers und seine Beziehung zu Dora Diamant auf der Leinwand mitverfolgen zu können.
Im Gegensatz zur Fernsehserie "Kafka" von David Schalko und Daniel Kehlmann werden keine literarischen Figuren und Handlungen in den Film hineingewoben. Das ist natürlich anspruchsvoll und auch ein Erlebnis. Der Film kann seine Wirkung beim Zuschauer aber erst entfalten, wenn dieser eine gewisse Kenntnis über Leben und Werk besitzt. "Die Herrlichkeit des Lebens" ist auch ohne Vorkenntnisse ein sehenswerter Film und doch auch für Kafkafans eine Bereicherung.
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03.03.2024
Es ist fast genau vierzig Jahre her, dass ich als Student in Katowice im Rahmen eine Studentenaustauschs tätig war. Ein Besuch des KZ Auschwitz-Birkenau gehörte da natürlich mit zum Pflichtprogramm. Es sind mir tatsächlich heute noch einige Dinge in Erinnerung. Würde ich mich an den Film "The Zone of Interest" ebenfalls in vierzig Jahren noch erinnern? Wohl eher nicht (Einmal davon abgesehen, dass ich dafür steinalt werden müsste)! Ja, der Film ist beeindruckend. Aber ist er deswegen schon eine Empfehlung für einen Oscar?
Das Grauenhafte an dem Film ist tatsächlich, dass einem vor der Normalität des Films graut. Ob es wirklich ein Gewinn für den Film ist, die Kamera zum Teil einfach laufen zu lassen und die Protagonisten quasi "unbeobachtet" zu filmen, bin ich mir nicht sicher.
Das Spannungsfeld zwischen Normalität und Grauen wird dann noch einmal am Schluss besonders deutlich. Natürlich wird dazu hier nichts weiter verraten... Anschauen sollte man sich den Film schon!
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04.02.2024
Der Film zeigt mehr oder weniger typische Situationen in einer jungen Familie:
Die Eltern sind im Job engagiert, es fehlt Anerkennung für die Familienaufgaben und alle sind überlastet. Das kommt uns doch irgendwie bekannt vor? Das Paar versucht die Herausforderungen durch die Kombination von intensiven Familienleben und Erwerbsleben während zwei Jahren (eine Millon Minuten) Auslandsaufenthalt hinzubekommen. Aber, wer hätte es gedacht, die Probleme lösen sich nicht in Luft auf. Es handelt sich hier also um Ehe / Ehekrise 2.0. Schön ist, dass das Paar sich nicht aufgibt. Am Familienzusammenhalt wird, so hofft der Zuschauer, auch nach Filmende weiter gearbeitet...
Toll gespielt wird das junge Paar durch Tom Schilling und Karoline Herfurth. Die heimliche Hauptfigur des Films, Tochter Nina, ist goldig.

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