Es gibt 93 Beiträge von Olli
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
22.02.2026
Seit ewiger Zeit hatte ich das Kino Black Box im Düsseldorfer Filmmuseum nicht mehr besucht. Der Name Konrad Wolf, Regisseur des angekündigten Films "Sterne" hat mich aufhorchen lassen. Prinzipiell finde ich es interessant und auch ein wenig mutig, einen Film von Konrad Wolf zu präsentieren. Immerhin war er ein strammer Kommunist und damit nach dem Krieg im DDR-Regime verwurzelt. Seine Familie emigrierte im dritten Reich über mehre Staaten in die Sowjetunion. Als 19jähriger kam er als Offizier der sowjetischen Armee dann zurück nach Deutschland. Aber Konrad Wolf eckte in der DDR durchaus auch an. Vielleicht konnte er sich das aufgrund seines gesellschaftspolitischen Werdegangs und seines grundsätzlichen Standpunkts leisten. Ich erinnere mich, als Wolfs Film "Solo Sunny" 1979 ins Kino kam. Heute würde man daran nicht den geringsten Anstoß nehmen und ihn eher unspektakulär empfinden. Für die DDR hatte die Aufmüpfigkeit der Schlagersängerin Sunny etwas von einer kleine Revolution.
Nun zu "Sterne":
Mit diesem Film wurde 14 Jahre nach Kriegsende erstmals die Judenverfolgung thematisiert. Faszinierend ist aus heutigem Sicht der Blick auf das bulgarische Städtchen in dem die Gruppe griechischer Juden kurzzeitig stationiert wurde. Die schauspielerische Darstellung der "Beziehung" zwischen dem Unteroffizier Walter und der Jüdin Ruth würde man heute sicherlich anders herausarbeiten. Sie wirkt in Film doch sehr gestellt.
Sofort wieder erkannt habe ich Erik S. Klein. Er glänzt in seiner Rolle als Leutnant Kurth, dem (Kriegs-)Freund von Walter und unbekümmerten Lebemann. Die Figur stellt für mich auch am ehesten einen Bezug zur heutigen Gesellschaft dar.
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
22.02.2026
Der Regisseur Paul Smaczny begleitet den Maler Michael Triegel über mehrere Jahre bei der Neu-Erschaffung des zerstörten Mittelteils des Cranach-Altars im Naumburger Dom. Er lässt uns teilhaben am Schaffensprozess des Bildes. Stück für Stück nimmt das Kunstwerk Gestalt an. Der Film gewährt uns aber auch tiefe Einblicke in die Überlegungen, die Visionen und Zweifel des Künstlers. Durch die Darstellung von realen Personen der Gegenwart versucht Triegel eine Brücke zu bauen zwischen der 2000 Jahre alten biblischen Geschichte und unserer heutigen Zeit. Begeistern sind Triegels handwerkliche Akribie sowie seine künstlerische Komposition und die Umsetzung der Ideen.
Zwei Dinge haben mich beeindruckt: (1) Tiegel sieht auch das Schreckliche, Schockierende unbedingt als einen Gegenstand von Kunst. Die Auseinandersetzung damit lässt sich sowohl im Leben als auch in der Kunst nicht einfach wegschieben. (2) Triegels Ehefrau Christine steht zu ihrem verrückten Künstlergatten und nimmt teil an seinem Mühen und Freuden.
Gern hätte ich mir den Triegel-Cranach-Altar im Original in meiner alten Heimat in Naumburg angesehen. Doch da aufgrund der künstlerischen Darstellung die UNESO den Weltkulturerbetitel des Doms gegenwärtig in Frage stellt, befindet sich der Altar für eine befristete Zeit in einer Kirche in Rom. Im Mai plane ich eine geführte Reise durch die ewige Stadt. Vielleicht habe ich dabei ja Gelegenheit, mir das Kunstwerk anzuschauen?
Für Kunstinteressierte ist der Film sehr zu empfehlen.
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
13.02.2026
...so überschrieb die Rheinische Post ihren Artikel zum Film. Und tatsächlich trifft das zu. Neugierig hat mich neben dem Beitrag in der Zeitung auch das Goethezitat des Filmtitels.
Man kann im Film herzlich lachen und, wenn man will, einige Tränchen vergießen. Es wurde mir in dem über zwei Stunden langen Film keine Minute langweilig. Und er ist aus meiner Sicht trotz emotionalen Szenen nicht in Kitsch abgedriftet. Die Schauspieler waren toll. Allen voran ist hier Bruno Alexander zu nennen, der hervorragend alle seelischen Zustände des jungen Protagonisten Joachim widerspiegelt. Beim Spiel von Santa Berger kommt immer wieder die ehemalige Lehrerin an der Falckenberg-Schauspielschule durch: Herrlich!
In einer Nebenrolle habe ich einen meiner Lieblingsschauspieler, Tom Schilling entdeckt. Also rundum ein angenehmes Kinoerlebnis.
weitere Infos zu diesem Film | 2 Forenbeiträge
06.02.2026
Der Film basiert auf den Lebenserinnerungen von Hark Bohm, verkörpert durch den kleinen Manning. Sein fast übermenschlicher Einsatz, für die Mutter ein Stück Weißbrot mit Butter und Honig zu organisieren, ist beeindruckend. Er zeigt aber auch, wie gut gemeinte Bemühungen ins Leere laufen können. Die Wirren des Krieges gehen an der abgelegenen Nordseeinsel nicht vorüber. Auch der scheinbar so idyllische Insel-Kosmos bleibt von den Zerwürfnissen in der Gesellschaft durch Nationalsozialismus und Krieg nicht verschont.
Hark Bohm am Ende noch einmal auf die Leinwand zu bringen, empfand ich als eine eindrucksvollen Rückblick auf sein Leben und gleichzeitig einen markanten letzten Gruß an sein Publikum.
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
27.01.2026
Der Film läuft gefühlt schon ewig im Kino. Er zeigt das Leben von Ida und Tilda bei und mit ihrer alkoholkranken Mutter. Gut gemacht. Kein sensibles Auf-Die-Tränendrüsen-Drücken und keine heroischen Anwandlungen. Es wird eine Form des wirklichen Lebens gezeigt, die in unserer bunten Erfolgswelt gern ausgeblendet wird.
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
31.08.2025
...sorry, das war zu viel für mich: Der Film war leider nicht mein Ding. Die Idee war natürlich gut. Es wurden vier Zeitphasen innerhalb von 100 Jahren auf einem altmärkischen Hof dargestellt. Es war für mich aber keine Geschichte dahinter. Teilweise surreale oder düstere Szenen. Was soll es bedeuten? Keine Ahnung. Die Schauspieler waren gut. Vor allem die Kinder waren hervorragend in ihren Rollen. Vielleicht reicht mein Verstand nicht aus, um das Wesen des Films zu erkennen?! Oder bin ich das kleine Mädchen, dass im Andersenmärchen ruft: "Er hat ja gar keine Kleider an!"
Da ich die Altmark etwas kenne, interessieren mich nur noch zwei Fragen:
- Wo befindet sich der Hof, auf dem der Film spielt?
- Um welches Gewässer handelt es sich, das in vielen Szenen eine Rolle gespielt hat?
Ich weiß, diese Fragen sind für den Film völlig uninteressant. Mich interessiert es trotzdem.
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
05.04.2025
Wie schon in Kritiken dargestellt, greift der Film nicht nur die Probleme der Familie Engels auf, sondern fast alle Probleme der Welt. Ein hoher Anspruch. Die surrealen Szenen, in die einzelne Personen ausbrechen, sind gut für das Empfinden der jeweiligen Situation. Das mystisch-okkulte Licht, dem die syrische Haushälterin Farrah die einzelnen Familienmitglieder aussetzt, erweist sich zwar gegen Ende des Films als durchaus interessanter künstlerischer Kniff. Es entsteht aber zeitweise der Eindruck, als ob sich dadurch die Schwierigkeiten im Leben und Zusammenleben lösen lassen. Das hat aber in der Vergangenheit auch eine Dauerrotlichbestrahlung der Menschen auf Grundlage der Thesen eines historischen Herrn Engels und seines Freundes Karl Marx nicht erreichen können. Auch ein Heer von Therapeuten, denen sich die Menschen im Film und in der Realität heute aussetzen (sollen), wird es meines Erachtens leider nicht schaffen, ein respektvolles und erfülltes Zusammenleben zu bewirken. Eigentlich schade, dass der normale Menschenverstand oft so verschüttet ist.
weitere Infos zu diesem Film | 1 Forenbeitrag
16.03.2025
Den Film wollte ich unbedingt wegen der Person Bonhoeffer ansehen, um mein rudimentäres Wissen über die Person zu erweitern. Im Vorfeld hatte ich die "durchwachsene" Kritik zum Film gelesen und kann diese gut nachvollziehen. So waren einige Szenen amerikanisch-theatralische überhöht, teilweise ist die Handlung in Kitsch abgedriftet. Dennoch erfährt man im Film einiges über das Leben von Bonhoeffer und die Zeit, in der er lebte und aktiv war. Beeindruckend war zum Beispiel die Szene, in der die Familie Bonhoeffer nach der Rückkehr von Dietrich aus den USA über die politische Situation in Deutschland diskutiert. Hier tun sich erschreckende Parallelen zur gegenwärtigen Situation in vielen mehr oder weniger angeschlagenen Demokratien in der Welt auf.
Soll man den Film nun anschauen oder nicht? Ich schließe mich hier der Meinung von Florian Höhne von der Bonhoeffer-Gesellschaft an: Er empfiehlt beides, den Film angucken und dann auch ein ordentliches Buch dazu lesen. Letzteres habe ich noch vor mir....
weitere Infos zu diesem Film | 3 Forenbeiträge
05.03.2025
Zur Nachmittagsvorführung innerhalb der Woche kamen nur wenige Besucher. Meist waren es Ältere, die wohl nicht mehr arbeiten mussten oder, wie ich, flexibel mit ihrer Arbeitszeit umgehen konnten. Ich wollte den Film unbedingt sehen. Es war wohl auch wie bei den meisten anderen Kinobesuchern an diesem Nachmittag eine Reise in die eigene Vergangenheit. Mit Bob Dylan, Joan Baez und Pete Seeger ist meine Generation "groß geworden". Unabhängig von diesem leicht melancholische Rückblick in die eigene Jugend war der Film tatsächlich gut. Timothy Chalamet spielte Dylan hervorragend. Es ist nicht unbedingt etwas ungewöhnliches passiert in dem Film. Ab und zu drohte der Spannungsfaden sogar zu reißen. Aber der leicht verrückte und introvertierte junge Bob Dylan hat immer wieder Interesse geweckt. Ich weiß nicht, ob Menschen, die mit Bob Dylan nichts am Hut haben, mit dem Film etwas anfangen können? Für Leute mit einer gewissen Dylan-Affinität ist der Film natürlich Pflicht....
weitere Infos zu diesem Film | 3 Forenbeiträge
15.02.2025
Ja, auch die Kardinäle sind nur Menschen. Das wussten wir schon. Allerdings wurde auf die 108 (?) während des Konklaves eingeschlossenen Kardinäle (fast) alle aktuellen Probleme dieser Welt projiziert. Gut, es ist ein Film, eine erfundene Geschichte, aber die Situation der zeitlich begrenzt im Vatikan Eingeschlossenen ist auch irgendwie wieder amerikanisch gigantisch. Zum Schluss hat das Gute wieder gesiegt: ein bisschen wie bei den Gebrüdern Grimm. Hoffen wir, dass in der Realität in Amerika auch das Gute auf wunderbare Weise noch siegt...!

Als das moderne Kino begann
Der Kinostart von „Außer Atem“ 1960 – Vorspann 03/26
„Stromberg hat Relevanz für die heutige Zeit“
Ralf Husmann über „Stromberg – Wieder alles wie immer“ – Gespräch zum Film 12/25
Land ohne Kino-Geschichte
Geschlossene Zeitungsarchive verhindern eine umfassende lokale Kinoforschung – Vorspann 12/25
Grenzenlos
10. European Arthouse Cinema Day – Festival 11/25
Mit dem Rotstift ans Kino
Förderkürzungen bedrohen die Filmfestivals im Ruhrgebiet – Vorspann 11/25
Gelbe Briefe
Start: 5.3.2026
The Chronology of Water
Start: 5.3.2026
Jeunes Mères – Junge Mütter
Start: 5.3.2026
The Bride! – Es lebe die Braut
Start: 5.3.2026
Nouvelle Vague
Start: 12.3.2026
La Grazia
Start: 19.3.2026
„Ich wollte mich auf eine Suche nach Kafka begeben“
Regisseurin Agnieszka Holland über „Franz K.“ – Gespräch zum Film 10/25
A Useful Ghost
Start: 26.3.2026
Blue Moon
Start: 26.3.2026
Pillion
Start: 26.3.2026
Alpha
Start: 2.4.2026
Das Drama – Noch mal auf Anfang
Start: 2.4.2026
Der Magier im Kreml
Start: 9.4.2026
Rose
Start: 30.4.2026
Gavagai
Start: 30.4.2026
Nürnberg
Start: 7.5.2026
Mother Mary
Start: 21.5.2026
Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit
Start: 11.6.2026
Der Meister des Filmplakats
Renato Casaro ist tot – Vorspann 10/25
The Odyssey
Start: 16.7.2026