Hermann Hesse: große Literatur oder ganz schlimmer Kitsch? Das fragt man sich seit etwa hundert Jahren und bei kaum einem anderen Werk gehen die Meinungen soweit auseinander wie bei der Geschichte vom „Steppenwolf" Harry Haller, jenem einsamen Träumer und Intellektuellen, der sich allmorgendlich ohne eigentlichen Kummer fragt, ob es nicht an der Zeit sei, ohne große Aufregung still und heimlich beim Rasieren zu verunglücken. Wer den Steppenwolf kennt, egal ob er ihn liebt oder hasst, weiß natürlich, dass dieser Roman viel mehr ist als die Geschichte eines alten Emos aus den 20ern: Es ist zuallererst ein Buch über Musik. Treffenderweise inszeniert Paul Koek den Hesse-Klassiker fürs Schauspielhaus Bochum auch als Musiktheater, Premiere feiert die Reise ins Magische Theater am Samstag, den 4. Februar in den Kammerspielen. Eine öffentliche Probe findet allerdings schon Dienstag (31.1.) statt. Einlass, dem Original entsprechend, nur für Verrückte (Scherz am Rande) – und man bräuchte noch das Glück, Restkarten an der Abendkasse zu ergattern.
„Der Steppenwolf" | R: Paul Koek mit Roland Riebeling, Therese Dörr und Jeroen Hofs (Musik) | Di 31.1. 20 Uhr, Sa 4.2. 19.30. So 12.2. 17 Uhr und Sa 25.2. 19.30 Uhr; immer in den Kammerspielen | Schauspielhaus Bochum | www.schauspielhaus.de
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