Alle 11 Minuten verliebt sich angeblich ja ein Single auf einschlägigen „Partnerbörsen“. Besonders empfindsame Zeitgenossen verlieben sich in jedes schöne Lächeln, von der professionell freundlichen Kellnerin, Bankangestellten – oder eben Postbotin. Problem Kontaktaufnahme: Wie erklärt Mann der wildfremden Schönheit ihren Zauber? Einer Schönheit, so fremd und unzugänglich wie die Sprache Finnisch. Die Sprache ist Chiffre und Titel des Stücks von Martin Heckmanns, dass am Freitagabend (13.1.) im Schauspielhaus Bochum (Theater unten) Premiere feiert.
„Finnisch oder Ich möchte Dich vielleicht berühren“ ist Heckmanns‘ Erstlingswerk. 1999 feierte es seine Uraufführung in Herford, doch die ostwestfälische Provinz sollte Heckmanns rasch hinter sich lassen: Den von Fachblättern gefeierten Nachwuchsautor zog es schließlich nach Berlin, wo er an der Universität der Künste Szenisches Schreiben lehrt. Weitere Werke von ihm sind zum Beispiel das Theaterstück „Disco“ und der Kinderroman „Konstantin im Wörterwald.“
In Bochum inszeniert Maren Watermann das oft gelobte Kammerspiel über den verzweifelten Single – und gibt damit ihr Regie-Debut. Zuvor assistierte die 27-jährige Christian Brey, Barbara Hauck und anderen am Schauspielhaus Bochum. Den namenlosen Single spielt Ensemble-Neuzugang Dennis Herrmann.
„Finnisch“ | R: Maren Watermann, mit Dennis Herrmann | Fr 13.1., Mi 18.1. & So 22.1., je 19 Uhr | Schauspielhaus Bochum, Theater Unten | www.schauspielhausbochum.de
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