Zum Leben gehört: Widerstand leisten. Gegen Unsinn, Unrecht, Wahnsinn. – Hehre Worte. Die Tat hält nicht immer mit. Das Geldinstitut meiner Wahl wollte mir eine neue EC-Karte zustellen und bekam sie postwendend zurück. Nach einem Umzug hatte ich die neue Adresse nicht mitgeteilt, fanden wir am Telefon heraus. Die Karte hole ich ab, bot ich an. An einem Nachmittag legte mir eine Mitarbeiterin am Tresen die Karte vor. In einem befremdlichen Tonfall wies sie mich an, sie sofort zu unterschreiben. Nein! Ich war übermüdet, abgehetzt, von Monitorarbeit geblendet, von Kaffee berauscht, hungrig. Meine Hand zitterte! Bei Zustellung per Post würde ich ja auch unterschreiben, wann ich wollte, gab ich zurück. Das Hin und Her erinnere ich kaum; von wegen Diebstahl, Sicherheit und so. Mein Widerstand brach. Ich wollte schlafen. Und unterschrieb. Die Unterschrift auf meiner Karte könnte nun von irgendwem stammen. Irgendwie auch rebellisch.
Im Monatsthema PRIMA KLIMA ist Widerstand allgegenwärtig, ist er doch auch Fluchtursache, die manche Regierung zu bedenklichen politischen Maßnahmen verleitet. JÜRGEN SCHEFFRAN erforscht den Zusammenhang von Klimawandel und Sicherheit. Er spricht mit uns über die Chancen internationaler Zusammenarbeit angesichts von Konflikten infolge des Klimawandels.
Die Kammerspiele Bochum zeigen Aischylos‘ DIE ORESTIE, inszeniert von Lisa Nielebock. Sie verzichtet bewusst auf den Pathos des großen Stoffes. Just den wünscht sich unser Kritiker Peter Ortmann zuweilen, gibt aber zu: eine tolle Inszenierung. Autor und Regisseur DIRK LAUCKE inszeniert die radiophone Show „Die Freiheit in Abrede“ am Theater Oberhausen. Vorab spricht er mit uns über bedrohte Redefreiheit und darüber, ob man manchmal ein Ketzer sein muss.
Das Essener Museum Folkwang widmet dem 2010 verstorbenen Fotografen BALTHASAR BURKHARD eine Retrospektive. Sie zeigt auch die Entwicklung der Fotografie zu einer Kunstform. Ein Besuch lohnt sich, findet Thomas Hirsch. Im Dortmunder U präsentiert der HMKV die Ausstellung AFRO-TECH. Internationale Kunstprojekte spüren Afro-Futurismus und technischen Innovationen nach. Absolut sehenswert, sagt Peter Ortmann. Im tanzhaus nrw feiert „Zaurak“ Premiere, erarbeitet vom MichaelDouglas Kollektiv und der australischen Choreografin PRUE LANG. Mit ihr sprechen wir vorab über das Gefühl von Zeit- und Raumlosigkeit und den menschlichen Körper aus choreografischer Sicht.
Film des Monats ist Philippe Liorets DIE KANADISCHE REISE. Auf Grundlage der Familienromane von Jean-Paul Dubois erzählt das Drama von den familiären Verwicklungen Mathieus, der erfährt, dass sein Vater, den er nie kennengelernt hat, verstorben ist. Mit Hauptdarsteller PIERRE DELADONCHAMPS sprechen wir über faszinierende und schmerzhafte Dreharbeiten und einen Zufall, der ihn zum Schauspiel führte.
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Holgers letzte Worte – 07/26
Zweifel der Gesellschaft
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„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Schule mit Herz und Humor
„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert – Vorlesung 06/26
Die eigene Karte als Kompass
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Mao Fujita in der Historischen Stadthalle Wuppertal – Musik 06/26
„Eine ganz eigene Form von Kunst“
Museumsdirektor Nico Anklam über „Sunday Without Love“ in der Kunsthalle Recklinghausen – Sammlung 06/26