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Mao Fujita
Foto: Dovile Sermokas

Mühelose Technik

18. Juni 2026

Mao Fujita in der Historischen Stadthalle Wuppertal – Musik 06/26

Mao Fujita, 1998 in Tokio geboren, gilt als Star der internationalen Pianistenszene. Bereits in jungen Jahren gewann er renommierte Wettbewerbe, darunter 2017 den Clara Haskil International Piano Competition und zwei Jahre später die Silbermedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb. Hervorgehoben wird seine stupende, mühelose Technik, die selbst komplexe Passagen leicht und transparent klingen lässt. Viele Worte über Kent Nagano zu verlieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen: Der Dirigent ist für seine historische Aufführungspraxis und analytische Herangehensweise mit Tiefgang bekannt. Weltweites Ansehen genießt auch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Gerade seine technische Brillanz und transparenter Klang werden regelmäßig gelobt. Drei bedeutende Werke bringen sie mit in die Historische Stadthalle.

Los geht es mit einem Soloauftritt Fujitas. Er spielt die Chaconne aus der zweiten Partita für Violine Johann Sebastian Bachs, bearbeitet für Klavier von Ferruccio Busoni. Es handelt sich um ein virtuoses, orchestrales Klavierepos. Busoni sah seine Transkription nicht als Verfremdung, sondern als Versuch, Bachs Ideenreichtum mit den klanglichen Mitteln des 19. und 20. Jahrhunderts zu vollenden, nutzte die Dynamik und den Tonumfang des modernen Klaviers voll aus.

Anschließend kommt Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 (c-Moll, Opus 37) zur Aufführung. Es gilt als Meilenstein der Musikgeschichte, mit dem der Komponist endgültig seine individuelle, dramatische Tonsprache fand und aus dem Schatten Wolfgang Amadeus Mozarts trat. Es zeichnet sich durch den Kontrast zwischen düsterer Energie und lyrischem Entrückt-Sein, harmonischer Spannung und dem musikalischen Dialog zwischen Solist und Orchester aus.

Abgerundet wird das Gastspiel mit der weltberühmten Sinfonie Nr. 9 (e-Moll), bekannt unter dem Namen „Aus der Neuen Welt“ aus der Feder von Antonín Dvořák. Sie entstand im Jahr 1893 während Dvořáks Aufenthalt in den USA. In ihr verschmelzen amerikanische Einflüsse wie spirituelle Gesänge der Afroamerikaner und Melodien der amerikanischen Ureinwohner mit böhmischer Spätromantik. Sie besticht durch meisterhafte Orchestrierung und emotionale Tiefe.

Mao Fujita | Mi 8.7. 20 Uhr | Historische Stadthalle Wuppertal | www.klavierfestival.de

Hartmut Sassenhausen

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