Geburten sind immer ein fröhliches Ereignis, besonders wenn sie so unverhofft herein flattern wie unlängst im Bochumer Zoo, wo nach menschlicher Bebrütung am 2.10. ein Miniflamingo aus dem Ei schlüpfte. Getauft wurde das Küken feierlich auf den Namen – Trommelwirbel – „Horst-Kevin“.
Angesichts dieser Wahl bleibt der Verdacht, die Namensgeber hätten schon vor der Taufe den Sekt geext oder sich gleich die volle Pulle an den Kopf geknallt. Horst-Kevin sticht selbst bei einem Alpaka-Weibchen namens „Michelle“ und der Antilope „Kirk“ heraus. Andererseits ist die Chance in einer Stadt im Pott doch groß, dass der eine oder andere kleine Besucher verzückt vor dem Gehege verharrt und voller Stolz ausruft: Papa, der heißt ja genau wie ich!
Viele Namen hat auch der Allmächtige, der allein in den drei großen monotheistischen Religionen Jahwe, Allah oder Gott gerufen wird. Mit unserem Monatsthema UNGLÄUBIG fragen wir aber, wie es sich ohne Glauben lebt. Über die politischen Forderungen von Atheisten, Agnostikern und Konfessionslosen sprechen wir mit Martin Budich von der Initiative RELIGIONSFREI IM REVIER.
Nicht ums Jüngste Gericht, aber um das Dilemma und die Macht eines Richters geht es auch in „Der zerbrochne Krug“. Wir sprechen vor der Premiere am 5.12. mit ANSELM WEBER vom Schauspiel Bochum über den Reiz an Heinrich von Kleists Stück. Die heimliche Macht der Trolle wirkt in der durchgeknallt-reduzierten Inszenierung von PEER GYNT am Prinz Regent Theater von Romy Schmidt.
Übernatürliche Wesen bevölkern auch den A MIDSUMMER NIGHT‘S DREAM, dessen Opernversion mit der Musik von Benjamin Britten das Publikum derzeit im Musiktheater im Revier verzaubert.
In nördliche Gefilde verschlägt uns die Ausstellung SEHNSUCHT FINNLAND im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm, die skandinavische Malerei zwischen Naturalismus, Impressionismus, Neuer Sachlichkeit und Abstraktion zeigt. Mit der Sonderausstellung ¡DARK! und DARK II des Lichtkunstzentrums Unna steigen wir hinab in eine Schattenwelt, in der Installationen Licht aus dem Nichts gebären und immer wieder neue Räume erschaffen.
Etwas düster mutet auch der Titel „Sophia, der Tod und ich“ an, den der erste Roman von Musiker THEES UHLMANN trägt. Der Autor und das zu Recht überall gelobte Debüt sind Thema unseres Literaturportraits.
Auch der Titel unseres Film des Monats weckt dunkle Vorahnungen, aber auch Hoffnung: DÄMONEN UND WUNDER. Jacques Audiards Drama führt uns von Sri Lanka nach Paris und zeigt die geografischen, emotionalen und kulturellen Strecken, die Flüchtlinge zwischen den Welten zurücklegen müssen.
Unter die Begriffe Wald und Wahnsinn lässt sich hingegen das diesjährige KINOFEST LÜNEN subsumieren, wie unser Nachbericht erklärt. Auch „Vier Könige“ wurde dort vom Publikum begeistert aufgenommen. Für uns Anlass genug, mit Darstellerin JELLA HAASE über das Jugenddrama, das an Weihnachten in der Psychiatrie spielt, zu sprechen.
Frohe Adventszeit.
Hier geht es zum aktuellen E-Paper.
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
Als unabhängiges und kostenloses Medium ohne paywall brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wenn Sie unseren verantwortlichen Journalismus finanziell (einmalig oder monatlich) unterstützen möchten, klicken Sie bitte hier.

Die erste Frau in Cambridge
Die Filmstarts der Woche
„Ein Meister des Marketings“
Die Kuratorinnen Anna Brohm und Sonja Pizonka über „Ich, Gustave Courbet“ in Essen – Sammlung 07/26
Gegen die Menschenverachtung
Teil 1: Lokale Initiativen – Das Fritz-Bauer-Forum in Bochum
„Wir gehen den Weg zusammen“
Aurel Dawidiuk wird neuer Intendant und GMD der Bochumer Symphoniker – Interview 07/26
Deutsche Angst
Geschichte und Gedächtnis – Glosse
Glühender Zorn
„Das Teufelsbuch“ von Asta Olivia Nordenhof – Textwelten 07/26
„Verhindern, dass Wissen durch Geschichtspolitik ersetzt wird“
Teil 1: Interview – Historiker Jörn Leonhard über Angriffe auf die Erinnerungskultur
Von Tod und Teufel
„Walpurgisnacht“ in der Kölner Philharmonie – Klassik am Rhein 07/26
Den Banken widersprechen
Island und das Gemeinwohl – Europa-Vorbild Island
Jazz aus Südafrika
Pianist Nduduzo Makhathini mit der WDR Big Band in Köln – Improvisierte Musik in NRW 07/26
Auf sich gestellt
„Wir gehen mal los“ von Raffaella Romagnolo – Literatur 07/26
Von Hexen und Psychiatern
Sinfoniekonzert „Dämonen“ an drei Orten im Ruhrgebiet – Klassik an der Ruhr 07/26
Die Läuterung der Bösen
„Der Sturm“ im Schlosspark Bochum Weitmar – Prolog 07/26
Urban Arts und Wüstenkunde
„Magec / the Desert“ auf PACT Zollverein in Essen – Tanz an der Ruhr 07/26
Der Hungerartist
Wolfgang Welt: Lesung aus Briefen des Bochumer Schriftstellers in Düsseldorf – Literatur 07/26
„Wir opfern unsere Welt für Fortschritt“
Regisseur Philipp Preuss über „Circus Oresteia“ im Mülheimer Raffelbergpark – Premiere 07/26
Giftige Hirngespinste
„The blind Owl / Die blinde Eule“ am Theater der Keller – Tanz in NRW 07/26
Ein schlechter Zug
Holgers letzte Worte – 07/26
Zweifel der Gesellschaft
Teil 1: Leitartikel – Erinnerungskultur muss sich von Ritualen verabschieden
Wie die Bademeister
Der Sommer und das Kino – Vorspann 07/26
„Die Szene ist noch sehr lebendig“
Leiterin Franziska Werner über das Impulse Festival 2026 in NRW – Premiere 06/26
Ein Jahr lang gute Taten reichen nicht
„Die kleine Hexe“ beim Düsseldorfer Sommertheater im Park – Prolog 06/26
Schule mit Herz und Humor
„Shrimpie und ich“ von Moni Port und Claudia Weikert – Vorlesung 06/26
Die eigene Karte als Kompass
„Ich mal mir meine Welt“ von Nicola Davies – Vorlesung 06/26
Mühelose Technik
Mao Fujita in der Historischen Stadthalle Wuppertal – Musik 06/26