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Meike Weisner (Grafik/Mediendesign), Jennifer Christoph (Marketing/Öffentlichkeitsarbeit), Pascal Mittring (Finanzen/Vertrieb) und Leiterin Susanne Hüttemeister vom Planetarium Bochum
Foto: Jörg Laumann

„Die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts“

02. Juli 2018

Interview mit Susanne Hüttemeister und Meike Weisner vom Planetarium Bochum über das Luna Festival am 27.7. – Spezial 07/18

trailer: Wie entstand die Idee zum Luna Festival im Planetarium Bochum?
Susanne Hüttemeister: Wir hatten schon seit längerer Zeit die Idee im Kopf, ein Mittsommerfest zu veranstalten. In diesem Jahr hat uns das Universum die Planung einfach aus der Hand genommen, weil am 27. Juli eben eine totale Mondfinsternis stattfindet. Diese Vorlage haben wir dankend angenommen.

In Ihrer Ankündigung ist sogar von einem „astronomischen Jahrhundertereignis“ die Rede. Was genau wird am 27. Juli passieren?
Susanne Hüttemeister: An sich ist eine totale Mondfinsternis nicht so unheimlich selten, sie kann durchaus sogar zweimal in einem Jahr vorkommen. Am 27. Juli wird der Mond dabei aber sehr zentral durch den Kernschatten der Erde laufen und sich 103 Minuten darin befinden. Dadurch entsteht tatsächlich die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Hinzu kommt, dass dies auch der Tag der Marsopposition ist. Der Mars ist der Erde besonders nah, geht mit der Sonne auf und auch mit ihr wieder unter. Wir werden also einen hellen, roten oder orangerötlichen Punkt in der Nähe des Mondes sehen. Das werden wir an dem Abend auch thematisieren. 

Was genau wird man von der totalen Mondfinsternis sehen können?
Susanne Hüttemeister: Das kann man natürlich im Voraus nicht genau sagen. Das Luna Festival beginnt um 20 Uhr, die totale Mondfinsternis wird sich zwischen 20.24 und 23.13 Uhr abspielen, der Austritt des Mondes aus dem Kernschatten erfolgt um 0.19 Uhr. In Bochum haben wir aber die Situation, dass der Mond erst um 21.19 Uhr aufgeht und dann schon so gut wie voll verfinstert ist. Wann er sich sichtbar durchsetzt, hängt zum Beispiel auch vom Wetter und von der Staubmenge in der Atmosphäre ab. Außerdem ist es um 22.22 Uhr, wenn die maximale Verfinsterung des Mondes angekündigt ist, noch gar nicht ganz dunkel. Am besten werden wir wohl ab dem Ende der totalen Finsternis bis Mitternacht sehen, wenn der Mond wieder aus dem Kernschatten heraustritt, das ist auch nett. Zudem ergänzen wir ja das Live-Erlebnis mit einem Programm in unserer Kuppel.

Was wird es dort zu sehen geben?
Susanne Hüttemeister: Am besten wird die totale Sonnenfinsternis im Nahen und Mittleren Osten zu verfolgen sein. Wir werden uns einen schönen Live-Stream, zum Beispiel aus Israel oder Jordanien, suchen und ihn ab dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten, also ab ca. 20.30 Uhr, in unserer Kuppel übertragen. Wir sind folglich für den Fall schlechten Wetters oder schlechter Sichtverhältnisse gut gerüstet. Für die Moderation in der Kuppel haben wir übrigens mit dem Comedian und Astro-Journalisten Paul Hombach eine sehr gute Besetzung gefunden.

Welches Rahmenprogramm wird beim Luna Festival geboten?
Meike Weisner: Die Grundidee ist, dass wir auch den sehr schönen Platz hier vor dem Planetarium stärker in die Veranstaltung mit einbinden möchten. Das haben wir bislang eher selten gemacht. Dort werden wir beim Luna Festival die „Silent Disco“, eine Kopfhörer-Party mit den im Ruhrgebiet bekannten DJs Timboletti und DJan, veranstalten. Zudem wird es dort ein Party-Szenario mit Disco-Kugel und entsprechender Beleuchtung geben. Wir haben auch Liegestühle angeschafft, damit bei hoffentlich schönem Wetter viele Besucher das Ereignis gemütlich liegend hier auf dem Planetariumsberg mit einem Cocktail in der Hand genießen können.

Ist diese Veranstaltung eine besondere Herausforderung für Sie?
Susanne Hüttemeister: Auf jedenFall, da der Eintritt frei sein wird und wir nicht genau abschätzen können, wie viele Besucher kommen werden. Wir haben bei der „Extraschicht“ schon Erfahrungen mit einem hohen Besucheraufkommen sammeln können. Dabei ergab sich aber das Problem, dass wir immer nur alle halbe Stunde jeweils 250 Leute in die Kuppel lassen konnten und die anderen lange warten mussten. Das wird beim Luna Festival völlig anders sein, da es viel offener angelegt ist. Die Türen zur Kuppel werden an dem Abend in der Regel nicht verschlossen sein, höchstens einmal für ein paar Minuten, wenn wir es besonders dunkel haben müssen. Mit Sicherheit kann man auch sagen, dass das kulinarische Angebot besser sein wird als bei der Extraschicht. Da hatten wir eigentlich nur eine Würstchenbude und einen Bierstand, diesmal haben wir mehrere Streetfood-Spezialisten, die ihre Speisen und Getränke bereits ab 13 Uhr anbieten.

Nach welchen Kriterien haben Sie das Streetfood-Angebot ausgewählt?
Meike Weisner: Wir sind tatsächlich auf einigen Streetfood-Festivals unterwegs gewesen und haben viele Anbieter getestet. Dann haben wir zugesehen, dass wir eine nette Mischung hinbekommen. Mit Coffeebike, Eiscreme von I Am Love, Che Vegan Burger, Delhikat Indian Street Food und den astronomischen Cocktails von School of Drinking ist uns das gut gelungen, denke ich. Vielleicht kommt sogar noch ein weiterer Anbieter dazu.

Ist es ein finanzielles Risiko, keinen Eintritt für das Luna Festival zu erheben?
Meike Weisner: Das ist eine bewusste Entscheidung. Die Veranstaltung kostet uns natürlich schon Geld, aber dafür wird unser Marketing-Budget geschröpft. Wir halten das für sinnvoller als einfach nur eine weitere Plakataktion zu machen. Das Planetarium ist ja mittlerweile ein Ort, an dem auch andere kulturell hochwertige Veranstaltungen wie zum Beispiel Live-Konzerte laufen. Auch das möchten wir mit dem Luna Festival propagieren und den Leuten näherbringen. Wir wünschen uns, dass auch viele kommen, die nicht die klassischen Besucher einer Astronomie-Show sind, und auf diese Weise das Planetarium für sich entdecken. 
Susanne Hüttemeister: Wir sind guter Hoffnung, aber auch gespannt. Wenn es gut läuft, werden wir die Idee des Sommerfests auch nicht wieder fallenlassen.

Interview: Jörg Laumann

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