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Wolfgang Flad, Camouflage, 2009-2013, Ausstellungsansicht Museum Folkwang Essen, lackiertes Holz, je 45 x 55 x 55 cm, © Wolfgang Flad
Foto: Denis Bury

Kunst mit dem Raum

27. Juni 2013

Installationen im Museum Folkwang – Ruhrkunst 07/13

Was ist Malerei nicht alles? Die Ausstellung „Nur was nicht ist ist möglich“ thematisiert, dass sich in den letzten Jahrzehnten die Malerei von dem definierten Bildträger gelöst hat und nun den Raum für sich entdeckt, sei es innerhalb einer Installation, als Objekt oder als Wandarbeit, die für die vorgegebene Situation entstanden ist. Sie diskutiert zugleich einen erweiterten Malereibegriff mit fließenden Übergängen etwa zur Zeichnung und zur Skulptur. Dazu hat das Museum Folkwang neun Künstler eingeladen, die sehr unterschiedliche Ansätze verfolgen. Ein „Altmeister“ ist Niele Toroni, der mit seinen gleichmäßigen Pinselsetzungen, die er selbst ausführt, links und rechts vom Eingang die Ausstellung einleitet und Malerei als subjektives, dabei hoch präzises Medium definiert.

So sparsam die Kunst von Toroni auftritt, so opulent und farbenfroh kommt die von Franz Ackermann „rüber“. Ackermann hat die Wände des White Cube im Hinblick auf seine Gemälde ganzflächig gestaltet, wobei er für jede Wand eine eigene Lösung hat. Ackermann verwendet in seinen Malereien oft Neonfarben, die etwas Pulsierendes tragen. Aber die Farbflächen und bandartigen Verläufe folgen einer genauen Systematik, sind klar und entschieden, und sie setzen sich nun direkt oder indirekt auf den Wandflächen fort. Besonders vital, auch im Kopf erfrischend ist der Beitrag des Berliners Wolfgang Flad auf der Achse von den lakonisch organischen Pinselschwüngen von Cornelia Baltes, die, als versetzte Leinwände, eine humorvolle Installation konfigurieren, zu der neusachlichen Malerei von Nicolas Party. Flad zeigt unterschiedliche „Hocker“, die mit ihrem monochromen Farbüberzug Malstücke und doch „benutzbar“, mobil sind. Sie zelebrieren Malerei als ausgreifendes, dann sich verdichtendes Feld – eine wunderbar partizipatorische Arbeit.

Schade, dass in dieser Ausstellung nicht alles als Malerei zu verstehen ist, schade auch, dass der räumliche Bezug nicht immer gleich intensiv ist. Aber dafür gibt es hervorragende Arbeiten zu entdecken, von Künstlern, die man im Auge behalten sollte.

„Nur was nicht ist ist möglich“ I bis 28.7. I Museum Folkwang, Essen I www.museum-folkwang.de

THOMAS HIRSCH

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