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Nahm den Preis für sein Lebenswerk entgegen: Prof. Dr. Oliver Scheytt
Foto: Benjamin Trilling

Krönung des kulturellen Kapitals

08. November 2019

14. Europäischer Kulturmarken-Award am 7.11. auf Zollverein – Spezial 11/19

Es klingelt und rattert in der Halle 12 der Zeche Zollverein, als ginge es für die BesucherInnen unter Tage. Doch die Kohlenförderung gehört im Ruhrgebiet bekanntlich der Geschichte an. Beim elften KulturInvest-Kongress, der am 7. und 8. November erstmals auf dem Gelände des Unesco-Welterbes stattfand, drehte sich alles um andere Rohstoffe: Kultur und Kreativität, Bildung und Wissenschaft.

Der Kulturmarken-Award gilt als der wichtigste, europäische Wettbewerb für Kulturmanagement, Kulturmarketing und Kultursponsoring. Die Jury wählte aus insgesamt 105 Bewerbungen aus. In die engere Auswahl kamen 22 Kulturinitiativen. An zwei Tagen „KulturInvest“ waren über 100 ExpertInnen aus Forschung, Kultur und Medien zu Gast. Unter anderem hielt die prominente Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot eine Rede zum Thema„Europa heute - mehr als Endstation Sehnsucht“.

Beim 14. Europäischen Kulturmarken-Award ehrte die Jury „europäische Kulturmacher und Kulturprojekte mit Innovationskraft“. Oliver Scheytt wurde mit dem „Lifetime-Achievement-Award“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der einstige Kulturdezernent Essens war maßgeblich daran beteiligt, den Titel der Kulturhauptstadt 2010 ins Ruhrgebiet zu holen. Der Landtagsabgeordnete Thomas Nückel (FDP) lobte ihn als „Botschafter des neuen Ruhrgebiets“: „Als er 2007 aus dem Amt schied, stand Essen als Ruhrmetropole 2010 besser da denn je.“

Die Weichen für die Zukunft der Region betonte auch Michelle Müntefering in ihrer Rede bei der Gala. Kultur- und Kreativwirtschaft seien der „Motor des Wandels“, so die parlamentarische Staatssekretärin für internationale Kultur und Bildungspolitik. „Nicht jeder muss nach Berlin ziehen.“ Besonders die MigrantInnen der ersten Stunde zählte die Sozialdemokratin zu bedeutenden ProtagonistInnen des Wandels. „Ohne diese Menschen wäre das alles nicht möglich gewesen“, so Müntefering.

In der Kategorie „Europäische Kulturmarke des Jahres 2019“ entschied sich die Jury für die internationale Messe „jazzahead!“. Das Festival entwickelte sich seit der ersten Ausgabe 2006 in Bremen zum weltweit bedeutendsten Szenetreff.

Der Preis der „Europäischen Kulturmanagerin des Jahres 2019“ wurde an Hedwig Fijen, Direktorin der Manifesta, verliehen. Mit ihrer Wanderbiennale brachte die Kuratorin unter anderem nach dem Mauerfall zeitgenössische Kunst in die Gebiete des ehemaligen Ostblocks. Eine Agenda, die Fijen nach wie vor für aktuell hält, wie sie in ihrer Dankesrede erklärte: „Heute gibt es wieder Mauern. Das macht die Manifesta relevant für die Zukunft.“

 

Übersicht der Kulturmarken-Award-PreisträgerInnen:
 
Europäische Kulturmarke des Jahres 2019: internationale Fachmesse „jazzahead!“ (Bremen)
Europäische Trendmarke des Jahres 2019: STEGREIF.orchester (Berlin)
Europäische Kulturmanagerin des Jahres 2019: Hedwig Fijen (Direktorin der Nomadenbiennale Manifesta)
Europäischer Kulturinvestor des Jahres 2019: Museum Susch (Graubünden in der Schweiz)
Europäisches Bildungsprogramm des Jahres 2019: „Erbe, Tradition,
Moderne - Europäischer Kultur- und Wissenstransfer durch Wandergesellen“
Europäische Kulturtourismusregion des Jahres 2019: Kulturland Brandenburg
Preis für Stadtkultur 2019: Stadt Krefeld
Europäische Preis für Medienkultur 2019: Monopol, das Magazin für Kunst und Leben
Lifetime-Achievement-Award: Prof. Dr. Oliver Scheytt
Benjamin Trilling

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