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Ich ist ein anderer

26. Oktober 2017

„Eye to Eye / Auf Augenhöhe“ im Kunstmuseum Bochum – Ruhrkunst 11/17

Was wurde nicht schon alles über Künstler geschrieben. Ganz egal, ob  Vivienne Westwood, Victor Hugo oder Picasso, ganz egal also, ob Mode, Literatur oder Malerei – Kunstschaffenden eilt ein Ruf voraus, der sie als schwierig, narzisstisch oder auch als exzentrisch darstellt. Eingenommen von sich selbst sei der Betrieb, seine Protagonisten verliebt in das eigene Spiegelbild und in das, was die (Welt-)Öffentlichkeit aus ihnen macht. Zyniker mögen in der Bereitschaft, horrende Preise für die – maßgeblich bildende – Kunst, auszugeben, nur einen weiteren Beweis der Selbstgefälligkeit des Kunstbetriebes sehen. Doch denken wir für einen Moment an das, womit und woran Künstler arbeiten, so scheint es doch viel eher in der Natur der Sache zu liegen, in der Natur des Künstlers, Selbst-Darsteller zu sein, das Innerste nach außen zu kehren, in welcher Form auch immer. Erst so, mit der ganz selbstverständlichen Bereitschaft, dem Gegenüber einen Einblick in das zu geben, was den eigenen Geist beschäftigt, erst so entsteht sie: Kunst. Gibt es dann also nicht Interessanteres an einem Künstler als seine Extravaganz? Was ist er oder sie, was hat ihn getrieben und wieso so?

„Ich ist ein anderer“, hieß es bei Rimbaud – doch wer genau? Und wie kommt es zu diesem Ich, wie entsteht es und durch welche Einflüsse? Die Ausstellung „Eye to Eye / Auf Augenhöhe“ im Kunstmuseum Bochum befasst sich genau mit dieser Thematik: 14 Künstler nehmen anhand von Gemälden, Plastiken sowie Audio-Aufnahmen den Besucher mit auf eine Reise ins künstlerische Selbst und lassen dabei die Grenzen zwischen „Ich“ und dem „Anderen“ verschwimmen. Gemeinsam mit der litauischen Künstlervereinigung Meno Parkas Galerie Kaunas und dem Westdeutschen Künstlerbund e.V. ist dem Kunstmuseum Bochum so eine Werkschau gelungen, die nicht selbstverliebt, sondern kritisch hinterfragend die Rolle des Künstlers und die Bildung der menschlichen Individualität zum Thema hat. Schließlich sorgen nicht zuletzt die Positionierungen der verschiedenen Werke für eine stille Kontemplation im Gegenüber.

Eye to Eye / Auf Augenhöhe | bis 3.12. | Kunstmuseum Bochum | www.kunstmuseumbochum.de

Barbara Slotta

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